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Comeback verzögert sich: Droht Leon Goretzka eine herbe EM-Enttäuschung?

Leon Goretzka
Foto: imago images

Eine Verletzung unmittelbar vor einem großen Turnier zu erleiden, ist ohnehin eine bittere Angelegenheit. Noch problematischer wird all das dann aber, wenn man derart starke Konkurrenz hat, wie Leon Goretzka. Der 26-Jährige Bayern-Spieler wird sich bei den Europameisterschaften zunächst hinten anstellen müssen.



Ein Muskelfaserriss gehört zwar zu den gängigen und weniger schlimmen Verletzungen im Fußball, kann sich aber dennoch als äußerst zäh erweisen. Diese Erfahrung muss derzeit Leon Goretzka zum ungünstigsten Zeitpunkt machen. Am Sonntag suchte man den Mittelfeldspieler erneut vergeblich im Training. Der Bayern-Star trainiert weiterhin individuell und ist demnach auch beim EM-Auftakt gegen Frankreich voraussichtlich noch keine Option. „Er wird fürs erste Spiel wohl nicht infrage kommen“, bestätigte auch Joachim Löw. Dieser geht jedoch davon aus, dass sich der Spieler „im Verlaufe des Turniers reinwachsen und reinarbeiten werde“.

Schatten statt Scheinwerferlicht: Goretzka droht zunächst eine Ersatzrolle

Noch braucht Goretzka jedoch vor allem Geduld. „Im Moment fehlt er in der Zentrale. Er wird sicher noch einige Tage, vielleicht noch eine Woche brauchen, um ins Mannschaftstraining einzusteigen“, prophezeit Löw. Demnach könnte es bis kurz vor das Frankreich-Spiel dauern, bis der Spieler wieder voll belastbar ist. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass auch vor dem Spiel gegen Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) wenig Zeit bleibt, um in Topform zu kommen. Für den 26-Jährigen ist all das nicht gerade angenehm, zumal die Konkurrenz mit Kimmich, Kroos, Gündogan und Neuhaus ohnehin groß ist. Für den Spieler droht konsequenterweise eine EM im Schatten statt im Scheinwerferlicht.

2018 reloaded? Dem DFB fehlt ohne Goretzka ein körperlich starker Mittelfeldmann

Dabei wäre ein fitter Goretzka für die DFB-Elf Gold wert gewesen. Im Vergleich zu Kroos, Kimmich und Gündogan ist Goretzka wesentlich athletischer und zweikampfstärker. Der „Box-to-box-Spieler“ bringt Komponenten ins Spiel, die sonst kein anderer mitbringt und kann Lücken stopfen, die ohne ihm zweifellos entstehen werden. Das Fehlen eines körperlich starken Mittelfeldspielers war schon bei der WM 2018 ein Grund für das frühe Scheitern.

Auf Leon Goretzka warten noch schwere Tage, an denen er den Frust und die Enttäuschung beiseite schieben muss und positiv auf das Turnier blicken sollte. Vielleicht kommt der Tag, an dem seine Dienste gebraucht werden noch nicht in der Gruppenphase, jedoch werden bei einem positiven Turnierverlauf seine Dienste mit Sicherheit noch bitter nötig werden.