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Zu viel Klasse für zu wenige Plätze: Die Bayern haben ein Luxusproblem in der Abwehr

Lucas Hernandez und Julian Nagelsmann
Foto: IMAGO

Nach den Abgängen von Jerome Boateng und David Alaba waren sich viele nicht sicher, ob die Bayern-Abwehr zukünftig ausreichend stark besetzt sein wird. Stand heute sieht alles danach aus, als wären die Bedenken umsonst gewesen. Vielmehr hat Coach Julian Nagelsmann derzeit ein Luxusproblem im Abwehrzentrum.



Der Übergang vom Duo Boateng und Alaba zur neuen Abwehr-Generation verläuft bislang reibungsloser als erwartet. Dies liegt natürlich vor allem an Neuzugang Dayot Upamecano. Der 22-jährige wackelte zwar zum Auftakt gegen Gladbach, steigerte sich zuletzt aber kontinuierlich. Der Franzose präsentierte sich gegen Barcelona überragend und strahlte eine unglaubliche Präsenz aus.

Süle gegen Hernandez: Ein Duell auf Top-Niveau

Während der Ex-Leipziger auf einem guten Weg ist der neue Münchner Abwehrchef zu werden, müssen sich Lucas Hernandez und Niklas Süle schon strecken. Derzeit liefern sich die beiden einen Konkurrenzkampf auf ganz hohem Niveau. Hernandez kehrte nach seiner Knie-Verletzung zurück, als wäre er nie weg gewesen. Der Franzose konnte in der vergangenen Spielzeit bereits überzeugen und lieferte vor allem in der CL gegen Paris eine tolle Leistung. Wie wichtig der Defensiv-Allrounder ist, zeigen auch seine Zahlen. In keinem seiner 30 Startelfeinsätzen in der Bundesliga gingen die Bayern als Verlierer vom Platz. Mit der französischen Nationalmannschaft ist er als Startelf-Spieler ebenfalls ungeschlagen.

Niklas Süle hat jedoch die Verletzungspause seines Konkurrenten genutzt und ordentlich Pluspunkte gesammelt. Der deutsche Nationalspieler wirkt konzentriert, fokussiert und vor allem körperlich fitter denn je. Süle ist wieder eine echte Größe in der Bayern-Abwehr, nachdem bis zuletzt noch über einen vorzeitigen Abschied diskutiert wurde.

Was machen die Bayern mit Nianzou?

Derzeit löst Nagelsmann die Situation noch ganz gelassen, indem er einfach rotiert. Spätestens wenn die ganz großen Matches anstehen, wird jedoch keiner der drei glücklich über eine Bankrolle sein.

Schon jetzt unzufrieden dürfte Tanguy Nianzou sein. Der Youngster gilt als eines der größten Innenverteidiger-Talente weltweit, konnte dies jedoch noch nicht bestätigen. Nach seinen zahlreichen Verletzungen im Vorjahr findet er sich derzeit regelmäßig auf der Bank wieder. Dies bedeutet jedoch gleichzeitig Stagnation statt Entwicklung, was weder dem Spieler noch dem Verein passen kann. Hier wird sich der FCB früher oder später Gedanken machen müssen, ob nicht eine Leihe sinnvoll wäre.