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Nach Haftanordnung gegen Hernandez: So geht es nun für den Bayern-Star weiter

Lucas Hernandez
Foto: Getty Images

Lucas Hernandez sorgt derzeit für ordentlich Aufsehen beim FC Bayern. Der 25-jährige Franzose läuft ernsthaft Gefahr eine sechsmonatige Haftstrafe in Spanien antreten zu müssen. Während die Bayern zu den aktuellen Vorfällen schweigen, arbeiten die Anwälte von Hernandez mit Hochdruck an einer (schnellen) Lösung.



Was im ersten Moment wie ein schlechter Witz klingt, droht für den FC Bayern und vor allem für Lucas Hernandez zu einem echten Problem zu werden. Das Madrider Strafgericht hat am Mittwoch die Vollstreckung einer Haftstrafe gegen den Bayern-Profi angeordnet. Der Abwehrspieler soll wegen Missachtung eines rechtskräftigen Urteils aus dem Jahr 2019 für sechs Monate ins Gefängnis. Hernandez muss demnach am 19. Oktober persönlich in Madrid erscheinen und „innerhalb von zehn Tagen seine Haftstrafe in einer Strafanstalt seiner Wahl antreten“.

Der 25-jährige Franzose hatte 2017 gegen ein Annäherungs- und Kontaktverbot gegenüber seiner Freundin verstoßen, mit der er inzwischen nach der Versöhnung verheiratet ist. Das Urteil, das nun vollstreckt werden soll, hat seinen Ursprung in einem Fall von häuslicher Gewalt aus dem gleichen Jahr.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, sind die spanischen Justizbehörden nicht gewillt eine einvernehmliche Lösung mit Hernandez zu finden. Grund: Dieser habe vor zwei Jahren bei der Urteilsverkündung den Spruch des Richters „bei vollem Bewusstsein“ und mit „absolutem Hohn“ quittiert. Darüber hinaus wurde der Hernandez in einem weiteren Fall bereits rechtskräftig wegen häuslicher Gewalt verurteilt.

Hernandez läuft die Zeit davon

Die Aussetzung des Termins kommende Woche wurde abgelehnt. Ein Sprecher der Madrider Justiz bestätigte zudem gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Gericht die Umwandlung der Haftstrafe in eine Geldstrafe bereits abgewiesen hat. Demnach habe sich die Staatsanwaltschaft dagegen ausgesprochen.

Laut einer Gerichtsmitteilung hat Hernandez Berufung gegen die Haftanordnung eingelegt. Seine Anwälte hoffen demnach, dass man auf der nächsthöheren Instanz doch noch eine Umwandlung der Haftstrafe in eine Geldstrafe erreichen kann. Das Problem: Derzeit ist es vollkommen offen wann die Berufung entschieden wird. Anders als in Deutschland gibt es im spanischen Recht keine Fristen hierfür. Heißt im Klartext: Sollte das Urteil bis kommenden Dienstag nicht umgewandelt werden, muss Hernandez seine Haftstrafe zunächst antreten. Geschieht dies nicht, würde man den FCB-Spieler zur international zur Fahndung ausschreiben, sagte der Justizsprecher.

Bayern halten sich (noch) bedeckt

Der FC Bayern wollte sich am Mittwoch nicht inhaltlich zu den aktuellen Geschehnissen äußern. Gegenüber dem „kicker“ verwies man darauf, dass es sich um eine „Privatsache des Spielers“ handelt. Laut der „BILD Zeitung“ sind die Verantwortlichen von den Haftanordnung überrascht. Der Klub rechnet jedoch nicht wirklich damit, dass Hernandez die Haftstrafe antreten muss.