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Hoeneß plaudert aus dem Nähkästchen: So verrückt lief der Ribery-Transfer 2007 ab

Franck Ribery
Foto: IMAGO

Franck Ribery ist sicherlich kein gewöhnlicher Spieler in der Geschichte des FC Bayern. 12 Jahre lang hat der Franzose die linke Offensivseite der Münchner beackert und sich in dieser Zeit nicht nur in die Herzen der FCB-Fans gespielt. Auch Uli Hoeneß hatte stets eine ganz besondere Beziehung zu Ribery gepflegt. Dies liegt vermutlich auch daran, dass die Verpflichtung des Flügelflitzers im Jahr 2007 alles andere als normal ablief.



Im Podcast „11 Leben“ offenbarte Hoeneß neue Details rund um die Verpflichtung von Franck Ribery. Laut dem 69-jährigen war der linke Flügelflitzer sein absoluter Wunschspieler: „Manchmal hat mich fast so ein Jagdfieber gepackt. Wenn ich mich mal an so einem Spieler festgefressen habe. Dann habe ich auch mal Dinge gemacht, die ziemlich unvernünftig waren.“

20.000-Euro-Trip nach Paris

Laut Hoeneß war dieser im Sommer 2007 fest überzeugt davon, dass die Münchner das Wettbuhlen um Ribery für sich entscheiden werden: „Da gab es einen deutschen Berater, der hat uns gesagt: ‚Ihr könnt den für 15 bis 20 Millionen haben.'“

Kurze Zeit später ist Hoeneß gemeinsam mit dem damaligen Bayern-Geschäftsführer Karl Hopfner „in einem Privatjet ganz aufgeregt nach Paris geflogen“ um sich mit Marseille-Klubchef Pape Diouf zu treffen. Das Gespräch verlief jedoch alles andere als ideal. Während die Bayern ihre Bereitschaft signalisiert haben 15 Mio. Euro zuzüglich Prämien zu bezahlen, lehnte Diouf dankend ab: „Meine Herren, ich glaube, das ist ein Missverständnis. Unter 30 Millionen geben wir den Spieler nicht her.“

Hoeneß war damals alles andere als erfreut: „Wir haben uns angeschaut und ich dachte an den Berater. Ich hätte ihn umbringen können. Dann habe ich gefragt, ob wir den Kaffee noch austrinken dürfen und danach sind wir nach Hause geflogen.“

Besonders bitter: Laut Angaben von Hoeneß hat der Paris-Trip die Bayern in Summe 20.000 Euro gekostet. Das Treffen mit Diouf ging keine 15 Minuten.

Bayern hat weniger für Ribery bezahlt als bisher angenommen

Trotz des verkorksten Gesprächs ließ Hoeneß jedoch nicht locker, da er felsenfest von Ribery überzeugt war: „Ich habe so Druck gemacht, dass Franck am Ende zu Marseille gesagt hat: ‚Entweder ihr lasst mich jetzt zu Bayern gehen oder ich bleibe hier.'“

Die Münchner profitieren letztendlich davon, dass OM zur damaligen Zeit finanziell angeschlagen war. Laut Hoeneß wechselte der Flügelflitzer kurze Zeit später „für gute 20 Millionen“ zum deutschen Rekordmeister. Damit war Ribery deutlich günstiger als bisher angenommen. Bis dato ist man stets von einer Ablöse in Höhe von 30 Mio. Euro ausgegangen.

Trotz des Happy End, gab es für Hoeneß am Ende nochmals eine böse Überraschung. Wie der langjährige Bayern-Manager berichtet, war er nach Abschluss des Transfers „so euphorisch“ gewesen, dass er in der Münchner Leopoldstraße zu schnell gefahren sei. Daraufhin musste er einen Monat seinen Führerschein abgeben.