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Nagelsmann über die Chaos-JHV der Bayern: „Wir dürfen nicht gegeneinander stehen“

Julian Nagelsmann
Foto: IMAGO

Julian Nagelsmann hat gestern Abend seine erste Jahreshauptversammlung beim FC Bayern erlebt und diese hatte es sich durchaus in sich. Der 34-jährige war hautnah bei der turbulenten Versammlung dabei, welche kurz nach Mitternacht mit sehr unschönen Szenen zu Ende gegangen ist. Der FCB-Coach äußerte sich über seine Eindrücke zu der JHV und vor allem wie er den Dialog zwischen den Mitgliedern und den Verantwortlichen wahrgenommen hat.



Anders als Leroy Sane, der nach knapp einer Stunde die Jahreshauptversammlung wieder verlassen hat, hielt Nagelsmann bis zum Schluss durch. Eigenen Aussagen war er erst gegen 2 Uhr nachts wieder zuhause. Der FCB-Coach wollte mit seiner Teilnahme ursprünglich die Nähe zu den eigenen Fans suchen, dies war aufgrund der Entwicklungen im Laufe des gestrigen Abends nicht wirklich möglich: „Ich wollte interessiert zuhören und bin deshalb bis zum Runde geblieben. Die Versammlung ging leider mit einer leicht aggressiven Stimmung zu Ende, wir konnten also nicht so viele Selfies machen.“

„Konsens im Sinne des gesamten Vereins finden“

Vor allem das Thema Katar stand am Donnerstagabend im Münchner Audi Dome im Fokus. Die Mitglieder und das Präsidium lieferten sich nahezu über die komplette JHV hinweg zahlreiche Wortgefechte. Eine inhaltliche Diskussion kam dabei nicht wirklich zu Stande.

Laut Nagelsmann ist es aber wichtig, dass die Fans ihre Themen adressieren konnten: „Es darf nicht das Gefühl entstehen, dass da Lager gegeneinander stehen. Ich glaube deshalb muss man kontrovers diskutieren. In meinen Augen haben wir den Fans Gehör verschafft.“

Der FCB-Coach war mit der Art und Weise, wie die Mitglieder ihre Meinung oftmals geäußert haben, nicht ganz zufrieden: „Es ist immer wertvoll, wenn man Argumente vorträgt, dass man versucht, auf einer sachlichen Ebene – die gestern nicht immer gegeben war – einen Konsens zu finden im Sinne des gesamten Vereins.“

Der 34-jährige machte zudem deutlich, dass die anwesenden Personen nicht stellvertretend für die knapp 300.000 Mitglieder des Vereins standen: „Man darf aber nicht den Fehler machen, Meinungen von Einzelnen immer gleich allgemein zu machen. Bei 290.000 Mitgliedern ist das kein ideales Abbild und nicht repräsentativ.“