Bundesliga

Die Stimmen zum hitzigen Klassiker: „Weiß nicht, ob wir den Sieg verdient haben“

Thomas Müller
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Der FC Bayern hat sich im Klassiker gegen Borussia Dortmund durchgesetzt. Die Münchner feierten am Samstagabend, in einem packenden Topspiel, einen knappen 3:2-Auswärtssieg beim BVB. Während die Bayern sich nicht ganz einig waren, ob der Sieg verdient war oder nicht, ärgerten sich die Dortmunder vor allem über Schiedsrichter Felix Zwayer.



Die Bayern haben einen wichtigen Sieg in der Fußball Bundesliga eingefahren und mit dem 3:2-Erfolg gegen Borussia Dortmund den Vorsprung auf den schärfsten Titelkonkurrenten auf vier Punkte ausgebaut. In einer temporeichen Partie avancierte Robert Lewandowski mit einem Doppelpack zum Matchwinner auf Seiten der Bayern. Der Pole holte sich nach dem Spiel ein Sonderlob von Julian Nagelsmann ab.

Der BVB hingegen haderte vor allem mit den strittigen Elfmeterszenen, welche das Spiel maßgeblich entschieden haben.

Hier sind die Stimmen zum Spiel

Bayern-Coach Julian Nagelsmann war nicht ganz zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, bezeichnete den Sieg am Ende dennoch als verdient: „Vorweg: Ich finde, dass wir verdient gewonnen haben. Aber ich verstehe auch die Diskussionen über die beiden Elfmetersituationen. Ich denke, man kann beide geben, auch bei Hernandez. Für mich war es aber auch ein Handelfmeter. Wir hatten keinen ganz so guten Start, waren dann sehr gut, hatten extrem viele Chancen. Wir müssen deutlich höher führen zur Halbzeit. Nach der Halbzeit waren 15, 20 Minuten nicht so gut. Lewy hat die entscheidenden Tore geschossen.“

Der 34-jährige hat sich besonders über die beiden Tore von Robert Lewandowski gefreut: „Er hat es den BVB-Fans nach all den Messi-Rufen im Stadion heimgezahlt“

Kurioserweise war sich Thomas Müller nach dem Spiel nicht wirklich sicher, ob die Bayern am Ende als verdienter Sieger vom Platz gegangen sind: „Das erste Tor von Dortmund hat uns wahrscheinlich geholfen. Danach sind wir relativ leicht in die Lücken gekommen, die Tore sind nach Fehlern gefallen. In der ersten Halbzeit hätten wir höher in Führung gehen müssen – in der zweiten Halbzeit weiß ich nicht, ob wir von der Art und Weise, wie wir gespielt haben, den Sieg verdient haben.“

Müller zeigte sich zudem als „fairer Gewinner“ und kann den Frust der Dortmunder über die strittigen Elfmeter-Szenen nachvollziehen: „Das Bittere ist, dass in diesem intensiven Spiel am Ende dass das Spiel entscheidet. Deshalb kann ich den Frust und Ärger bei Dortmund verstehen“. Dennoch machte er deutlich, dass der Handelfmeter aus seiner Sicht gerechtfertigt sei: „Bei einer Handspielsituation ist der Ermessensspielraum einen Tick kleiner. Und diese Konzessionsgeschichte gibt es ja nicht.“

„Für mich war das kein Elfmeter“

BVB-Coach Marco Rose war auch nach dem Spiel, welches für ihn bereits in der 79. Minute beendet war, nach dem er mit Gelb-Rot auf die Tribüne musste, sichtlich angefressen: „Wir haben ein tolles Fußballspiel gesehen, ein richtiges Spitzenspiel, es ging hoch und runter auf beiden Seiten. Ich glaube, dass der nicht gegebene Elfmeter in der Szene mit Marco Reus ein Elfmeter ist, und ich glaube, dass das Handspiel von Mats Hummels zumindest streitbar ist. Das ist schade, dass ein Spiel so entschieden wird. Herr Zwayer kann ruhig noch ein paar mal den BVB pfeifen, wir sind hier und bereiten uns vor auf alles, was da kommt. Er kann uns gerne noch ein paar Stöcke und Steine in den Weg werfen.“

Immerhin konnte Rose Entwarnung bei Julian Brandt geben, der Mitte der zweiten Hälfte nach einem Zusammenprall mit Upamecano vom Platz getragen wurde: „Ich habe gehört, dass es Julian Brandt besser geht, das ist fast das Wichtigste heute.“

Auch bei Jude Bellingham war der Frust nach dem Spiel groß. Der Engländer attackierte vor allem Zwayer sehr hart: „Für mich war das kein Elfmeter. Hummels schaut nicht einmal auf den Ball und versucht sich nur aus dem Gedränge freizukämpfen. Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest Du?“

Für seinen Teamkollegen Erling Haaland war Zwayer ebenfalls der Hauptgrund, warum der BVB das Topspiel verloren hat: „Wenn es um den Schiedsrichter geht, war es ein Skandal. Ich habe ihn gefragt, warum er sich das nicht anschaut. Er sagte: ‚Das ist nicht nötig.‘ Er war arrogant, mehr will ich jetzt aber nicht dazu sagen.“