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Hinrunden-Fazit für Nagelsmann: Der perfekte Trainer für den FC Bayern

Julian Nagelsmann
Foto: Getty Images

Die Bayern befinden sich in der Winterpause, am 2. Januar beginnt die Vorbereitung auf den Rückrundenstart. Zeit also ein Fazit für das erste halbe Jahr von Julian Nagelsmann zu ziehen. Wie gut schlägt sich der 34-Jährige bis dato?



Es läuft bei den Bayern: Tabellenerster in der Bundesliga, neun Punkte Abstand zum BVB und eine herausragende CL-Gruppenphase. Das Triple ist allerdings aufgrund des Ausscheidens im DFB Pokal nicht mehr möglich. Eine 0:5-Niederlage mussten die Münchner in der 2. Runde gegen Borussia Mönchengladbach hinnehmen. Selten ist der deutsche Rekordmeister in 90 Minuten so untergegangen – und selten wurde ein Trainer anschließend so wenig, bis gar nicht, infrage gestellt. All das zeigt: Julian Nagelsmann ist bei den Bayern angekommen.

Ein Trainer für die Zukunft

Einen Vertrag über fünf Jahre bekommen die wenigsten Bayern-Trainer, erst recht nicht, wenn man ohne Titel an die Isar kommt, Julian Nagelsmann sollte eine Ausnahme sein. Seit er an der Säbener Straße ist, zeigt er, dass er ein Trainer für die Zukunft ist. Bayern München ist kein Zwischenschritt für den selbstbewussten Coach. Die Bayern-Fans können sich, anders als es bei Guardiola zum Beispiel der Fall war, sicher sein, dass Nagelsmann langfristig an der Seitenlinie der Bayern stehen wird.

Als Ende April sein Wechsel zu den Münchnern bekannt gegeben wurde, betonte er, er hätte seinen Vertrag in Leipzig auch nur für „diesen einen Klub“ aufgelöst. Gleichzeitig bleibt der gebürtige Bayer selbstbewusst, sowohl am Spielfeldrand als auch bei Pressekonferenzen und Interviews. Menschlich und sportlich ist Julian Nagelsmann schlichtweg ein Glücksgriff für den amtierenden deutschen Meister.

Bundesliga und Champions League zeigen: Bereits im ersten Jahr unter Nagelsmann ist alles möglich

Selten war einem Bayern-Trainer der Champions-League-Titel so schnell zuzutrauen. Nagelsmann übernahm die Mannschaft nach einigen Abgängen, defensiven Problemen und auch vielen Unruhen. Keineswegs sollte sich das auf die sportlichen Leistungen auswirken, im Gegenteil: In den beiden Wettbewerben spielen die Münchner einen überragenden Fußball. Die Defensive stabilisiert sich, trotzdem leidet die Offensive darunter nicht. Spieler wie Leroy Sané oder Lucas Hernández können endlich ihren Ansprüchen gerecht werden und die Stimmung in der Mannschaft scheint ebenfalls ausgelassen zu sein.

Nagelsmann moderiert die Top-Stars erstklassig, wirkt menschlich und taktisch absolut auf der Höhe. Er setzt nicht kompromisslos auf die Dreierkette, baut sie in Ballbesitz aber ein. Es ist bereits viel Nagelsmann-Fußball zu erkennen, so zum Beispiel beim Gegenpressing, Aufbauspiel oder der Flexibilität. Gleichzeitig verändert der 34-Jährige nicht zu viel, er findet die goldene Mitte.

Nagelsmann als mediale Rettung

Ob es die desaströse Mitgliederversammlung, die Nachrichten rund um den Impfstatus der Bayern-Spieler oder die Kritik der Bayern-Fans im Hinblick auf das Katar-Sponsoring ist: Julian Nagelsmann stellt sich jeglicher Kritik, gesteht sich Fehler ein und bleibt bei all den Unruhen souverän. Während die Chefetage der Münchner gerade im Hinblick auf die Mitgliederversammlung die Kommunikation mit der Öffentlichkeit außen vor lies, war der Trainer der Bayern der einzige, der konsequent, offen und ehrlich seine Sichtweise darlegte.

Auch mit Blick auf die Spieler gibt sich der Cheftrainer selbstkritisch. Nach dem Auswärtssieg in Stuttgart sagte er über Marc Roca: „Ich liebe solche Spieler, die selbstlos sind und dem Trainer zeigen, dass es offensichtlich ein Fehler war, sie nahezu nie zu bringen.“ Diese Selbstreflexion zeigt, dass das Gesamtpaket bei Julian Nagelsmann stimmt.

Trotz DFB-Pokal-Aus: Keine Kritik am Cheftrainer

In keiner Sekunde wurde Nagelsmann nach dem desaströsen DFB-Pokal-Aus infrage gestellt. Zwar fasste Hasan Salihamidžić das Ausscheiden mit den Worten „Kollektiver Blackout! Unerklärlich“ zusammen, keinesfalls wurde dabei aber die Philosophie des Trainers kritisiert. Wer solch ein Ausscheiden, auch wenn er zu der Zeit aufgrund einer Corona-Infektion nicht auf der Bank saß, so kompromisslos übersteht, der ist in München angekommen.

Und diese Saison kann für die Bestia Negra noch zu einem vollen Erfolg werden. Durch die herausragende Ausgangslage in Bundesliga und Champions League dürfen sich die FCB-Fans Hoffnungen auf eine titelreiche Spielzeit machen. Wenn sich die Mannschaft von Julian Nagelsmann so weiterentwickelt, flexibler wird und die Defensive mehr und mehr an Stabilität gewinnt, ist den Bayern alles zuzutrauen. Und sollte dennoch eine unerwartete Krise auf den Chefcoach zukommen, kann man sich sicher sein: Julian Nagelsmann bleibt ruhig, souverän und selbstbewusst.

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Micha

Nagelsmann gefällt mir, nach Jupp Heynckes einer der besten Trainer. Ich hoffe er bleibt noch sehr lange in München.