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Bericht: Bayern verfolgt neue Transferstrategie im Nachwuchsbereich

Marco Neppe und Hasan Salihamidzic
Foto: Getty Images

Mit den Anpassungen der eigenen Transferstrategie konnte der FC Bayern in diesem Sommer Top-Spieler wie Sadio Mané, Matthijs de Ligt & Co. erfolgreich verpflichten. Doch auch am FC Bayern Campus verfolgt der deutsche Rekordmeister nun eine neue Strategie, um zukünftig noch mehr Talente hervorzubringen.



Die Ablösesummen im europäischen Fußball steigen auch nach der Corona-Krise weiter an, sodass es insbesondere für Vereine ohne finanzstarke Investoren im Rücken immer schwieriger wird internationale Stars zu verpflichten. Um allerdings weiterhin nach den ganz großen sportlichen Zielen streben zu können, gewinnt die eigene Nachwuchsarbeit immer mehr an Bedeutung.

Diese Entwicklung hat auch der FC Bayern erkannt und verfolgt seit diesem Sommer eine neue Strategie, um zukünftig weitere Top-Talente wie beispielsweise einen Jamal Musiala hervorzubringen.

Im Jahr 2019 verpflichtete der deutsche Rekordmeister den damals 16-jährigen Musiala aus der Jugend-Abteilung des FC Chelsea. Musiala galt schon damals als ein vielversprechendes Offensiv-Talent und durchlief beim deutschen Rekordmeister die Nachwuchsmannschaften der U17 und der U19 bis er dann auch regelmäßig bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam. Seit Juli 2020 spielt Musiala regelmäßig bei den Profis und ist bereits jetzt schon fester Bestandteil unter Julian Nagelsmann. Ein Weg, den in Zukunft noch weitere Talente aus dem FC Bayern-Campus gehen sollen.

Frühzeitige Verpflichtung internationaler Top-Talente

In diesem Sommer haben die Münchener neben Top-Spielern wie Sadio Mané und Matthijs de Ligt auch den 17-Jährigen Mathys Tel verpflichtet. Der junge Franzose gilt als einer der größten Stürmer-Talente Europas und wechselte für knapp 20 Millionen Euro von Stade Rennes an die Isar. Um diese hohen Summen für talentierte Spieler in Zukunft zu umgehen, möchten die Bayern noch frühzeitiger junge nationale sowie internationale Top-Talente an den FC Bayern-Campus holen.

Wie der „BILD“-Fußballchef Christian Falk berichtet, hat Sportvorstand Hasan Salihamidzic im Sommer den Campus-Verantwortlichen diese neue Strategie vorgegeben und schon jetzt konnten die ersten Top-Talente fest verpflichtet werden.

So haben sich die Münchener mit Adam Aznou und Javier Fernandez zwei vielversprechende Talente aus Spanien gesichert. Der junge Fernandez kommt ablösefrei von Atletico Madrid und ist bereits jetzt schon Kapitän der spanischen U16-Nationalmannschaft. Auch der 16-Jährige Aznou vom FC Barcelona gilt als einer der größten Talente auf der Linksverteidiger-Position. Mit Taichi Fukui hat man sich zudem ein vielversprechendes Talent aus Japan gesichert.

Neben dem internationalen Markt, verfolgt der FC Bayern allerdings auch weiterhin intensiv den deutschen Transfermarkt. Mit der Verpflichtung von Noel Aseko konnte sich der Rekordmeister die Dienste von einem talentierten Mittelfeldspieler sichern. Den 16-Jährigen haben die Münchener angeblich für eine Millionen Euro von Hertha BSC loseisen können. Mit dem 14-jährigen Yll Gashi steht ein weiterer Hertha-Youngster kurz vor einem Wechsel nach München.

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18 Comments
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Servus beieinander,
schön wenn man mehr Wert auf die eigene Jugend legt.
Aber was ist mit den aktuellen Talenten?
Werden ausgeliehen oder verkauft oder man holt jemanden für teures Geld, der dann auch auf der Bank sitzt, Josip Stanišić kann ein Lied davon singen.
Was aus Talenten wie Paul Wanner oder den angeblichen Mbappe 2.0 namens Mathys Tel wird muss man mal abwarten.
Ich sehe keinen Sinn darin schon Jugendliche mit vielen Vorschusslorbeer aus aller Welt an den Campus zu holen.
Beispiele für bei großen Clubs gescheitert Talente gibt es genug.
Die Jungs können sich in ihren Heimatvereinen sicher besser entwickeln.

In der Vergangenheit hat man stark auf Talente aus der Region gesetzt. Das hat auf jeden Fall deutlich weniger gebracht, als die neue Strategie. Denn die Konkurrenz hat schon ziemlich lange international gescoutet. Real Madrid hat vorgemacht wie es geht. Chelsa und City ja auch, wobei die.es mit der loan army übertrieben haben. Auch das war ein Grund warum Bayern da finanziell oft nicht mithalten konnte.
Schau her, mit Brazzos neuer Strategie haben wir uns die hälfte der Transferoffensive finanziert. Ohne die hätte man deLight aus der kalten Hose finanzieren müssen.
Und auch für die Jungs ist das eIne große Chance. Die, die in jungen Jahren zum FCB geholt werden haben oft auch beim „Scheitern“ noch Profis werden und so ihr Geld in der Zukunft verdienen. Zudem haben sie wie Zirkzee z.B. danb einen CL Titel in der Tasche und haben einmal mit Weltstars wie Mane, Kimmich oder Neuer zusammengespielt. Das kannst dann noch deinen Enkeln erzählen. Ob die dann 14Jahre sein müssen, weiß ich nicht. Aber mit 16/17 kann man den Sprung ins Internat schon wagen.

Stimme Dir zu. Talente, die nicht den Sprung in die 1. Mannschaft schaffen, werden verkauft und bringen gute Erlöse (C. Richards, O. Richards, Zirkzee, Nianzou). Zusätzlich räumt man sich die Möglichkeit ein, Spieler mit einer Rückkaufklausel zurückzuholen. Dieses Modell läuft in Spanien schon seit Jahren sehr erfolgreich.

das ist moderner Menschenhandel – nicht nur beim FC Bayern und gehört verboten.

wieso Menschenhandel ? die Spieler unterschreiben Verträge, genauso wie in jeder anderen Firma. Es ist doch auch im Interesse der jungen Spieler (und auch deren Familien) den bestmöglichen Ausbildungsplatz und die bestmögliche Entwicklungschance zu nutzen. Wie bei jedem jungen Menschen auch in anderen Berufen. Wenn die A-Bank keine geeignete freie Stelle hat, dann geht man halt zur B-Bank oder zur C-Bank.
Es ist, soweit mir bekannt, noch kein Spieler mit der Peitsche zur Unterschrift gezwungen worden. Also, lieber Hans, überdenk mal Deine Einstellung.

Nur weil wir viele gute, vielversprechende Talente haben, heisst es nicht, dass sich am Ende auch alle durchsetzen. Wenn wir pro Saison einen wie Jamal Musiala bekämen, wäre das schon ein Traum.

Ich finde die Strategie ganz gut. Gerade die beiden genannten Talente haben grosses Potenzial.

Revolutionär! Talente entdecken bevor es die anderen tun. Einfach eine geniale neue Strategie

Du sagst es …

Wow, der Brazzo hats drauf.

War gar nicht mal als Kritik gegen unser Management gemeint. Ich finde den Artikel ehrlich gesagt ein bisschen aus der Luft gegriffen. Das ist doch nicht neu bei Bayern. Musiala und Arrey-mbi hat man so vor drei Jahren geholt

Alles gut, der FCB ist dahingehend auch ein wenig gezwungen, da ansonsten irgendwann horrende Summen gezahlt werden müssen und es eben die internationale Konkurrenz genauso macht. Trotzdem darf‘ man den regionalen Bezug nie aus den Augen verlieren. Man muss es in Zukunft auch weiterhin schaffen, diese Schweinsteigers, Lahms und Müllers hervorzubringen, denen durch den Bezug an erster Stelle der Verein und nicht das eigene Ego vorne anstehen.

Last edited 1 Monat zuvor by Renso

Eine gute Idee -Top Talente aus zu bilden, schafft es einer von ca. 20 Talenten dann hat man später Geld viel Geld gespart, besonders bei Stürmern, beim – Einkauf!

das macht ja irgendwo Sinn und ein international aggierender Verein, bzw. FussballAG, muss sich auch international orientieren und positionieren.
Aber ich Frage mich, was insgesamt in Deutschland, nicht nur beim FC Bayern, falsch gemacht wird. Wenn tolle Talente „entdeckt“ werden, dann kommen sie meist aus Frankreich, oft aus England, Spanien oder Holland.
Selbst deutsche Nationalspieler, z.Bsp. Gnabry wurden überwiegend in England ausgebildet. Von Musiala ganz zu schweigen.
Irgend was machen wir hier in Deutschland falsch. Selbst die „kleinen“ Niederlande bringen eigenen Nachwuchs en masse hervor. Da kann man nur daneben stehen und staunen – und später für viel Geld verpflichten.
Ein Spiegelbild dieser Entwicklung sind die letzten Ergebnisse der Nationalmannschaft. Es hat nicht „nur“ am Trainer gelegen, daß die letzten Turniere, auch Nationscup, teilweise blamabel absolviert wurden. Und die zuletzt gefeierten Siege gegen teils unterklassige Mannschaften waren sooo toll auch nicht. Die Spiele gegen die großen endeten trotz ansprechender Leistung immer unentschieden. Es fehlt die Breite auf hohem Niveau, aus der sich dann die Leistungsträger wie früher Schweinsteiger, Lahm, Völler, Matthäus etc. entwickeln und herausheben können
Offensichtlich verpassen wir in unserem Land einiges an der Entwicklung und Sichtung junger Talente. Oder wir sind definitiv keine große Fussballnation mehr, bzw. bald nicht mehr. Traurig, aber wahr, befürchte ich, wenn nicht bald gegengelenkt wird.

Ein sehr guter Beitrag. Kann ich zu 100 Prozent beipflichten. Zur Zeit gibt es in unserer NM keine Topstars mit dem Prädikat Weltklasse.
Wir müssen zur WM wieder über das Team und dem bekannten deutschen Kampf-und Rumpelfußball kommen. Wie gehabt 2006 als Vize-WM. Die goldenen Jahre sind erst einmal vorbei.
Einen schönen Tag an alle Freunde des Runden Leders

Gut erkannt, mir fällt das auch schon eine Weile lang auf. Und es müsste eigentlich ja anders herum sein. wir in Deutschland haben mit Abstand die breiteste Basis (die meisten Vereine) und der DFB ist meines Wissens immer noch der größte Verband innerhalb der FIFA. Damit wäre nach gesundem Menschenverstand die größte Konzentration an Talent im DFB vorhanden.
Also muss es an der Entwicklungsmethode liegen, wie Talent gefördert wird. Und wenn ‚oben‘ nichts mehr ankommt, dann sind es wohl zu viele und zu strenge ‚Filter‘. Das mag daran liegen, dass es mittlerweile ungezählte ‚Jugend-Leistungszentren‘ überall gibt. Ich behaupte, dass sogar jeder 4.Ligaverein über eine solche Einrichtung verfügt- natürlich 1.,2. und 3.Liga auch!
Und jedes dieser LZ hat eigene Kriterien, was ein Talent ist und wer es in die erste Mannschaft schafft. Der ‚Ausschuss‘ ist enorm.
Im Gegensatz zu eher zentralistisch organisierten Ländern wie Spanien (Real, Barca), Frankreich (PSG) und Niederlande (Ajax) fehlt es in Deutschland m.M.n. an der Spitze der ‚Pyramide‘. Das könnte der FC Bayern sein, ist es aber leider nicht immer – siehe Florian Wirtz, Florian Neuhaus, Johnny Burkardt.
Diese Talente schaffen es zwar auch bis ‚oben‘, werden aber dann im rauen Ligabetrieb bereits in jungen Jahren verheizt. Ein schönes Beispiel dafür ist Florian Neuhaus!
Man mag von den ‚Eliteschulen‘ in Frankreich, Spanien, Niederlande halten was man will, aber ihr Erfolg spricht dafür, dass man einheitliche Kriterien, räumliche Konzentration und zeitliche Entkopplung für die Jugendarbeit ansetzt und nicht in 50 LZ verzettelt.
Dann ‚Filtern‘ wir unsere Talente auch nicht mehr so stark weg.
Es ist nicht auszuschließen, dass den FCB-Verantwortlichen ähnliche Gedanken durch den Kopf gingen, als sie die neue Talent-Strategie beschlossen.

es gibt keinen Filter.gute junge Spieler wie Wirtz, Musiala oder Davies setzen sich durch

Aber natürlich gibt es die!
Lassen wir mal Musiala und Davies beseite, die wurden anderswo ausgebildet – wir sprechen hier von Deutschland.
Und ich spreche hier von den Tausenden von Jungspielern, die in den LZ ausgefiltert werden, weil sie in den individuellen Regeln eines der 50 verschiedenen LZ ‚versagt haben – meist weit vor der Zeit.
Hermann Gerland, der Tiger, sagte am Montag in Blickpunkt Sport BR: ‚Wenn Du Jugendarbeit machen willst, dann brauchst Du nicht nur ein Auge für das, was der Junge (oder das Mädchen) schon kann, sondern besonders dafür, was noch entwickelt werden kann und muss.‘ Und ich glaube, dass es genau daran hapert!
Es wird im regionalen LZ zu früh ausgefiltert und es bleibt keine Zeit mehr für die Entwicklung!
Ich habe ja gesagt, dass es die besonders Guten (trotzdem) noch nach ‚oben‘ schaffen, sogar Florian Wirtz genannt.
Und was ist ihm passiert? Das was ich ‚zu früh verheizt‘ nenne!

Tel hat gestern gezeigt das er es packen kann. Dann wären die 20 mio auf jeden Fall schonmal top angelegt.

Last edited 1 Monat zuvor by Kaiserfranz
Jonas Gerhartz
Jonas ist seit klein auf leidenschaftlicher Bayern-Fan. Wo der FC Bayern ist, ist Jonas nicht weit. Er verfolgt intensiv die aktuellen Entwicklungen rund um den FCB und hat durch sein laufendes "Sportjournalismus & Sportmarketing" Studium eine Leidenschaft fürs Texten über seinen Herzensverein entwickelt.