Bundesliga

FC Bayern vs. Borussia Dortmund: Der Klassiker im Head-to-Head-Vergleich

Foto: FCBinside

Der FC Bayern befindet sich in den entscheidenden Wochen der Hinrunde. Nach zuletzt vier sieglosen Spielen in Serie, konnten die Roten beim 4:0 gegen Bayer Leverkusen endlich wieder einen Glanzpunkt in der Bundesliga setzen. Beim 5:0 in der Champions League gegen Viktoria Pilsen folgte die Bestätigung, dass der FCB wieder auf dem Gaspedal steht. Die Vorzeichen sind folglich gut, dass die Münchner auch beim Klassiker gegen den punktgleichen BVB auftrumpfen können. Aus den jüngsten Aussagen der Bayern-Stars ist jedenfalls viel Vorfreude und Selbstvertrauen herauszulesen. Am Samstagabend (ab 18:30 Uhr, live auf Sky) müssen nun auch Taten folgen. Wir vergleichen die beiden Teams Head-to-Head, um euch zu zeigen, welche Elf aktuell besser besetzt ist.



Tor:

Manuel Neuer hat zwar zu Saisonbeginn ein wenig gewackelt und insbesondere mit dem Ball am Fuß ungewohnte Schwächen offenbart, fand zuletzt aber wieder zu seiner guten Form. In dieser zählt er natürlich zu den stärksten Torhütern der Welt, was er zuletzt gegen Leverkusen beweisen konnte. Hinzu kommt seine gigantische Ausstrahlung sowie seine Erfahrung in Top-Spielen. Neuer hat in acht BL-Spielen drei Mal seinen Kasten sauber gehalten.

Beim BVB gibt es auf der Torhüter-Position noch ein kleines Fragezeichen. Die Nummer 1, Gregor Kobel, fehlte zuletzt verletzt und ein Comeback gegen die Bayern gilt als fraglich. Der Schweizer, der sicherlich zu den Top-Bundesliga-Torhütern zählt, hat jedenfalls keinen Wettkampf-Rhythmus. Sein Vertreter Alexander Meyer brillierte zuletzt gegen Sevilla, patzte allerdings gegen Manchester City. Der frühere Stammkeeper von Regensburg hat nicht die Routine und Klasse von Neuer.

Immerhin: Gregor Kobel hat in drei Spielen keinen Gegentreffer kassiert. Meyer behielt in drei Einsätzen einmal eine weiße Weste.

Vorteil Bayern: BVB 0:1 FCB

Abwehr:

Die Abwehrkette der Bayern stellt sich aufgrund der Verletzung von Lucas Hernández faktisch von selbst auf. Julian Nagelsmann wird mit ziemlicher Sicherheit Benjamin Pavard, Dayot Upamecano, Matthijs de Ligt und Alphonso Davies ins Rennen schicken. Mit sechs Gegentoren in der Bundesliga und einer weißen Weste im DFB-Pokal und der Champions League kann man die Defensive der Münchner durchaus als stabil ansehen. Insbesondere Upamecano hat im Vergleich zum Vorjahr einen Sprung gemacht, aber auch Pavard und Davies liefern sehr stabile Leistungen ab. 70-Millionen-Mann de Ligt kommt seiner Top-Form von Spiel zu Spiel näher. Zu große Sorgen muss man sich um die Bayern-Hintermannschaft nicht machen.

Beim BVB könnte Mats Hummels zurückkehren, was für das Team enorm wichtig wäre. Der Routinier spielt derzeit stärker als Ex-FCB-Profi Niklas Süle und Nico Schlotterbeck, weshalb für einen der beiden wohl nur die Bank bleibt. Außen sind Thomas Meunier und Raphael Guerreiro gesetzt. Der Portugiese ist auf dem Weg nach vorne eine Waffe, wohingegen Meunier ähnlich wie Pavard seine Qualitäten in der Defensive hat, aber nicht ganz so konstant ist. Dortmund hat in Liga und Champions League in Summe 13 Gegentore – und damit rund doppelt so viele wie der FC Bayern – kassiert.

Vorteil Bayern: BVB 0:2 FCB

Mittelfeld:

Hinter Joshua Kimmich steht noch ein Fragezeichen. Der Münchner Mittelfeld-Leader konnte sich am Freitag zwar freitesten, laut Julian Nagelsmann hat man aber noch keine finale Entscheidung getroffen, ob er die Auswärtsreise mit antreten wird. Klar ist aber: Sollte der 27-Jährige spielbereit sein, wird ihn Nagelsmann auch aufstellen.

Im Duell zwischen Marcel Sabitzer und Leon Goretzka hat wahrscheinlich der Österreicher die leicht besseren Karten. Sabitzer agiert taktisch sehr klug, hält sich zurück, um Kimmich den Rücken freihalten zu können und leistet sich wenige Fehler mit und gegen den Ball. Goretzka glänzte zuletzt gegen Viktoria Pilsen, jedoch misslang es dem Duo Kimmich und Goretzka häufiger, den richtigen Mix aus Offensivdrang und Absicherung an den Tag zu legen. Sollte Kimmich ausfallen, wären Sabitzer und Goretzka gesetzt. Dies wäre sicherlich nicht ideal, weil die Kreativität und Mentalität des Mittelfeld-Chefs fehlen würde.

Beim BVB ist Jude Bellingham aktuell ganz klar das Herzstück der Mannschaft und trotz seiner Jugend in die Kategorie Weltklasse einzuordnen. An seiner Seite spielt mutmaßlich Salih Özcan, der sich enorm entwickelt hat, aber noch nicht ganz stabil abliefern kann. Das zeigten zum Beispiel seine unterschiedlich starken Halbzeiten gegen Sevilla. Womöglich lässt Edin Terzic noch Emre Can von der Leine, der aggressiv und zweikampfstark ist, sich aber immer wieder Fehler leistet. Hier einen klaren Vorteil für ein Team auszusprechen, ist schwierig und hängt von der Entwicklung bei Kimmich ab.

Unentschieden: BVB 1:3 FCB

Offensive:

Während bei Kimmich noch keine Entscheidung gefallen ist, wird Thomas Müller definitiv ausfallen. Auch der Ur-Bayer hat die Isolation verlassen, kämpft jedoch noch mit Erkältungssymptome und ist laut Nagelsmann nicht einsatzbereit.

Auch wenn der Ausfall von Müller schmerzt, haben die Bayern in der Offensive ausreichend Optionen. Die kleine Tor-Krise scheint das Team hinter sich gelassen zu haben und das Leistungspotenzial der Akteure ist gigantisch. Insbesondere Jamal Musiala und Leroy Sané sind derzeit enorm stark drauf und können jederzeit den Unterschied machen. Glücklicherweise hat auch Sadio Mané seine Form rechtzeitig gefunden und könnte auch ein entscheidender Faktor sein. Neben Serge Gnabry steht zudem auch Kingsley Coman zumindest für einen Joker-Einsatz bereit. Aus Sicht von Nagelsmann kann der Franzose „30 bis 40 Minuten spielen“, nach dem er zuletzt wochenlang mit einem Muskelfaserriss ausfiel.

Beim BVB sieht es danach aus, als würde Marco Reus rechtzeitig fit werden. Für Schwarz-Gelb wäre es wichtig, wenn der Dreh- und Angelpunkt der Offensive mit dabei ist. Vorne in der Spitze sollte der zuletzt formstarke Moukoko gesetzt sein, wenngleich diesem noch etwas an Routine und Zweikampfhärte fehlt. Ein Auge müssen die Münchner auch auf den zuletzt starken Brandt und den pfeilschnellen Adeyemi haben. Die Mischung aus Erfahrung (Reus, Brandt) und Jugend (Adeyemi, Moukoko) ist vielversprechend, die Qualität aber verglichen mit jener der Bayern als geringer zu betrachten. Der FCB hat mit 23 Bundesliga-Toren auch mehr als doppelt so viele Treffer im Vergleich zum BVB (11) erzielt.

Vorteil Bayern: BVB 1:4 FCB

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Mit Vergleich der Spieler gewinnt man kein Spiel

Hat das irgendjemand behauptet?😉

@Wilfried

Das stimmt natürlich, Bayern hätte sicherlich den Vergleich gegen Villareal 18:0 gewonnen, wenn man die Einzelspieler inkl. Ersatzspieler verglichen hätte. Leider hätten sie aber den Trainerverglich 0:1 verloren…
Die Vergleiche sind aber trotzdem eine schöne Spielerei.

@Vjeko

Der Vergleich ist eine prima Idee von Euch!
Damit könnt Ihr gut eigenen Content produzieren.
Die Bild Zeitung machte das früher sehr gerne (Max Merkel) auf Einzelspielerbasis. Vielleicht ist das eine Idee, immer dann wenn es gegen große Teams (BVB, Champins L.) geht.

Heute kann Musi beweisen, dass er der Spieler ist, der den Unterschied macht……..

apfelmusi oder pflaumenmusi?
bloss ned hasi nehmen, des hot der bosnische germanistikstudent schon für den salihamidzic reserviert, wenns des nehmst, kriegst 30 minuslikes in 10 sekunden, musst schon aufpassen was machst.

Dominik Hager

Dominik Hager

Redakteur
Der FC Bayern begleitet Dominik bereits seit vielen Jahren durch sein Leben. Als gelernter Sportjournalist hat Dominik den FCB sogar zum Teil seines Berufs gemacht. Auf fcbinside.de deckt Dominik alle relevanten Themen bei den Profis ab.