Bayern-Bosse waren nicht über Sommers Ausstiegsklausel informiert

Sebastian Mittag
Foto: IMAGO

Yann Sommer wurde vor der Saison vom FC Bayern an Inter Mailand verkauft. Die handelnden Personen wurde dabei offenbar von einer Ausstiegsklausel im Vertrag kalt erwischt.

Beim FC Bayern war im vergangenen Frühling einiges in Bewegung. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic wurden freigestellt. Um die Transfers für die nächste Saison zu tätigen, wurde der sogenannte „Ausschuss Sport“ ins Leben gerufen. Der neue CEO Jan Christian-Dreesen, FCB-Präsident Herbert Hainer, Bayern-Patriarch Uli Hoeneß, der frühere Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Thomas Tuchel sollten sich gemeinsam um Neuverpflichtungen und Spielerverkäufe kümmern.  

Auch in anderen Unternehmen kann es holpern, wenn leitende Mitarbeiter plötzlich gehen oder gehen müssen. Und Informationen können dabei verloren gehen.

Ärger hinter den Kulissen wegen Klausel bei Yann Sommer?

Das passierte offenbar auch in den stürmischen Zeiten in der Bayern-Führungsetage. Nach Informationen der Sport BILD gab es beim Wechsel von Torwart Yann Sommer zu Inter Mailand hinter den Kulissen Ärger. Der „Ausschuss Sport“ wurde demnach von der Ausstiegsklausel in Sommers Vertrag in Höhe von 6,75 Millionen Euro kalt erwischt. Das Gremium sei darüber nicht umfassend informiert gewesen.

Sommer war erst im Januar 2023 von Borussia Mönchengladbach zu den Bayern gekommen. Der Schweizer Nationaltorwart war kurzfristig als Vertretung für Manuel Neuer verpflichtet worden, der sich im Winter bei einem Ski-Unfall mit einem Unterschenkelbruch schwer verletzt hatte.

Die Münchner hatten für den Keeper laut übereinstimmender Medienberichte ihrerseits eine Ablöse von acht Millionen Euro plus Boni an die Gladbacher bezahlt. Möglicherweise hatten die Verantwortlichen im „Ausschuss Sport“ gehofft, zumindest diese Summe bei einem Verkauf von Sommer wieder reinholen zu können.

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