Vor dem Champions-League-Spiel gegen Schachtar Donezk ruft die aktive Fanszene der Bayern zum Boykott wegen zu hoher Ticketpreise auf. Zehntausende Ticketbestellungen werden storniert. So reagiert der FC Bayern.
Am 10. Dezember muss der FC Bayern in der Champions League bei Schachtar Donezk ran. Wegen des Ukraine-Kriegs kann der Klub seine Heimspiele nicht zu Hause austragen und weicht in die Arena auf Schalke aus.
Dort werden die Münchner im Spiel gegen Schachtar wohl auf einen großen Teil des Fan-Supports verzichten müssen. Wegen der hohen Ticketpreise hat die aktive Fanszene der Bayern zu einem Boykott des Auswärtsspiels aufgerufen.
„Bayern-Fans, lasst euch nicht verarschen und boykottiert das Auswärtsspiel bei Schachtar Donezk“, hieß es in dem Aufruf.
Und sehr viele Anhänger des Rekordmeisters kamen diesem Boykottaufruf nach. Rund 36.000 Ticketbestellungen beim FC Bayern für das Spiel wurden storniert.
Preise für Bayern-Fans viel teurer
Grund für den Protest ist das dynamische Preissystem, das Donezk bei den Tickets für das Bayern-Spiel anwendet. Diese Preisgestaltung führt dazu, dass die Ticketpreise abhängig von der Nachfrage erheblich ansteigen können. Im Fall des Spiels gegen die Bayern liegt der Preisaufschlag deutlich über dem, was Fans der bisherigen Gegner Young Boys Bern und Atalanta Bergamo bei Spielen gegen Donezk auf Schalke zahlen mussten.
Vom FC Bayern gab es bisher noch keine öffentliche Reaktion auf den Boykott der Fans und die vielen Stornierungen.
Nach Informationen von FCBinside sind die Verantwortlichen des Rekordmeisters aber bemüht, mit Schachtar Donezk ins Gespräch zu kommen, ob man die Preispolitik nicht überdenken möchte. Bisher gab es allerdings noch kein Feedback von den Ukrainern dazu.
Den Bayern ist bewusst, dass der fehlende Support von der Tribüne auch für die Mannschaft bemerkbar wäre und Anfeuerung im Stadion noch einmal die letzten Prozente aus den Spielern herauskitzeln kann.
Donezk dementiert Kontaktaufnahme
Laut Donezk gab es bisher noch keine Kontaktaufnahme: „Wir haben noch kein offizielles Feedback vom FC Bayern bezüglich der Ticketpreise bekommen“, teilte der Klub auf Anfrage von SPOX mit. „Wir bekunden jedoch unsere Bereitschaft, unter Berücksichtigung der Interessen aller Fußballfans Lösungen für dieses Problem zu finden.“
Vonseiten der UEFA darf Schachtar die Preisgestaltung für das Spiel jedoch so handhaben. Für die Champions League gibt es zwar eine Obergrenze von 60 Euro für Eintrittskarten für Auswärtsfans. Das bedeutet in der Praxis allerdings nur, dass ein bestimmtes Kontingent der Tickets diese Grenze einhalten muss – und das ist selbst im Fall des Donezk-Spiels der Bayern gegeben.