Harry Kane hat beim FC Bayern bereits zahlreiche persönliche Bestmarken aufgestellt. Seit vergangenem Freitag ist eine weitere hinzugekommen: Beim 7:0 gegen Union Berlin erzielte der Engländer sein 100. Bundesliga-Tor – und benötigte dafür gerade einmal 98 Spiele.
Kein Spieler in der Geschichte der Bundesliga erreichte diese Marke schneller. Kane löste damit Dieter Müller ab, der für seine ersten 100 Treffer 129 Partien benötigt hatte. Wenig später legte der Bayern-Torjäger gegen Union sogar noch Treffer Nummer 101 nach.
Doch Kane hat längst das nächste große persönliche Ziel im Blick. Nach einer herausragenden vergangenen Saison mit 61 Toren in 51 Pflichtspielen für Bayern und zahlreichen Erfolgen zählt der 33-Jährige zu den Kandidaten auf den Ballon d’Or.
Kane: „Das wäre ein wunderbares Gefühl“
Im Gespräch mit dem französischen TV-Sender TF1 machte Kane keinen Hehl daraus, wie viel ihm die Auszeichnung bedeuten würde. „Ja, es ist ein Ziel, der beste Spieler der Welt zu sein. Das wäre ein wunderbares Gefühl“, erklärte der Bayern-Star. Der Ballon d’Or sei „die größte individuelle Auszeichnung, er ist etwas Besonderes“.
Gleichzeitig verwies Kane auf die prominente Konkurrenz. „Mbappé, Dembélé, Yamal, Rodri – alles Topspieler“, sagte der Stürmer. Auch seinen Bayern-Teamkollegen Michael Olise brachte er ins Spiel: „Da ist auch Michael Olise, der eine großartige Saison und eine starke Weltmeisterschaft gespielt hat.“
Kane selbst kann ebenfalls auf eine außergewöhnliche Spielzeit zurückblicken. „Die vergangene Saison wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“, erklärte er und verwies auf seine Tore für Bayern und England sowie die gewonnenen Titel.
„Ich spreche auf dem Platz“

Einen offensiven Wahlkampf in eigener Sache will Kane dennoch nicht führen. Während rund um die Vergabe des Ballon d’Or längst öffentlich über die verschiedenen Kandidaten diskutiert wird, verfolgt der Engländer einen anderen Ansatz.
Er wolle später „als jemand in Erinnerung bleiben, der die Mannschaft über alles stellt und seine Mitspieler respektiert“. Für Kane steht fest, dass niemals ein Spieler „größer als seine Mannschaft, sein Verein oder sein Land“ sei.
Sein persönliches Motto im Rennen um die Auszeichnung fällt entsprechend knapp aus: „Ich spreche auf dem Platz.“
Beim FC Bayern wird Kanes Kandidatur dagegen durchaus offensiv unterstützt. Ehrenpräsident Uli Hoeneß erklärte: „Harry hätte es extrem verdient. Wenn er es dieses Jahr nicht verdient, wann dann?“
Auch Max Eberl sieht den Torjäger ganz vorne. „Kane ist eigentlich die klare Wahl“, betonte der Sportvorstand. Gleichzeitig gefällt ihm offenbar Kanes zurückhaltender Umgang mit der Debatte: „Es muss ja Wahlkampf gemacht werden“ – doch „am besten sind die Spieler, die keinen Wahlkampf brauchen.“
Am 26. Oktober fällt die Entscheidung. Die Verleihung findet ausgerechnet in London statt – in Kanes Heimatstadt.

