Krise beim FC Bayern? Davon war am Samstagabend nichts zu sehen. Mit einem beeindruckenden 6:1-Heimsieg gegen RB Leipzig hat der deutsche Rekordmeister die passende Antwort auf die jüngsten Diskussionen geliefert. Nach den Unentschieden gegen Augsburg und Viking Stavanger präsentierte sich die Mannschaft von Vincent Kompany wieder in Bestform. Drei Erkenntnisse aus der Bayern-Gala.
1. Luis Díaz ist endgültig zurück

Drei Tore, eine Vorlage und eine überragende Vorstellung: Luis Díaz war gegen Leipzig der Mann des Abends. Der Kolumbianer brachte die Bayern früh in Führung und legte im zweiten Durchgang zwei weitere Treffer nach.
Dabei hatte der 29-Jährige zuletzt immer wieder mit seiner Chancenverwertung gehadert. An Einsatzbereitschaft und Laufstärke mangelte es dem Flügelspieler nie, doch vor dem gegnerischen Tor fehlte häufig die nötige Konsequenz.
Gegen Leipzig war davon nichts mehr zu sehen. Díaz spielte mit einer Selbstverständlichkeit, die ihn bereits in der vergangenen Saison ausgezeichnet hatte, als er in 51 Pflichtspielen auf 49 Torbeteiligungen kam.
Für die Bayern könnte der Zeitpunkt kaum besser sein. Am Mittwoch wartet Arsenal in der Champions League. Da Michael Olise gesperrt fehlt, wird Díaz noch stärker gefordert sein.
2. Kimmich liefert die passende Antwort auf seine Kritiker

Auch Joshua Kimmich hatte zuletzt reichlich Kritik einstecken müssen. Besonders seine Rolle im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft wurde öffentlich hinterfragt.
Gegen Leipzig zeigte der 31-Jährige allerdings eindrucksvoll, warum er für den FC Bayern unverzichtbar ist.
Kimmich bestimmte das Tempo, verteilte die Bälle und setzte seine Mitspieler immer wieder mit präzisen Zuspielen in Szene. Besonders sehenswert war sein Pass auf Díaz vor dem frühen Führungstreffer.
Der Mittelfeldchef war vor allem in der ersten Stunde nahezu omnipräsent und verlieh dem Münchner Spiel die nötige Struktur.
Nicht ohne Grund nahm ihn Lothar Matthäus nach der Partie demonstrativ in Schutz. „Auf einen Spieler wie ihn kann man einfach nicht verzichten“, betonte der Rekordnationalspieler.
3. Bayerns größter Gegner bleibt die eigene Nachlässigkeit

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Münchner durchaus verwundbar sind. Allerdings waren die Probleme häufig hausgemacht.
Gegen Schalke fehlte die Effizienz, gegen Augsburg führten individuelle Fehler zu Gegentoren. Auch beim 3:3 in Stavanger ließ Bayern trotz zahlreicher Möglichkeiten wichtige Punkte liegen.
Gegen Leipzig präsentierte sich die Kompany-Elf dagegen deutlich konzentrierter. Die Münchner waren aggressiv im Gegenpressing, kombinierten zielstrebig und nutzten ihre Chancen konsequent.
Das Ergebnis war eine der überzeugendsten Saisonleistungen.
Die entscheidende Erkenntnis: Wenn Bayern seine offensive Qualität mit der nötigen Konzentration verbindet, ist die Mannschaft nur schwer zu stoppen.
Ob der Rekordmeister diese Leistung auch gegen internationale Topgegner abrufen kann, wird sich bereits am Mittwoch zeigen. Dann wartet mit Arsenal der nächste echte Härtetest.

