Ex-Talent startet durch: Hat sich Bayern bei diesem Verkauf verzockt?

Sebastian Mittag
Foto: IMAGO

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Maurice Krattenmacher sorgt in Elversberg für Furore und trifft sogar gegen den FC Bayern. War der Verkauf des 21-Jährigen die richtige Entscheidung?

Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Klub setzte Maurice Krattenmacher das nächste Ausrufezeichen. Beim 1:2 der SV Elversberg gegen den FC Bayern erzielte der 21-Jährige mit einem sehenswerten Distanzschuss den zwischenzeitlichen Ausgleich. Es war bereits sein drittes Bundesliga-Tor der noch jungen Saison.


Schon eine Woche zuvor hatte Krattenmacher beim spektakulären 4:3 in Mönchengladbach nach seiner Einwechslung doppelt getroffen. Der Offensivspieler, der im Sommer für rund zwei Millionen Euro fest von Bayern nach Elversberg wechselte, scheint beim Aufsteiger genau das Umfeld gefunden zu haben, das er für seine Entwicklung benötigt.

Auch bei seinem ehemaligen Arbeitgeber registriert man die Entwicklung. „Der scheint momentan einen Lauf zu haben. Da schießt er einen Ball nach dem anderen schöner rein, wie es nur geht“, lobte Max Eberl nach dem direkten Duell.

Krattenmacher dreht in Elversberg auf

Dass Krattenmacher ausgerechnet gegen Bayern traf, wirft zwangsläufig eine Frage auf: Hätte man dem Youngster nicht doch eine Chance in München geben sollen?

Ganz so einfach ist die Bewertung nicht. Krattenmacher gehörte Bayern zwei Jahre lang, kam für die Profis aber nie in einem Pflichtspiel zum Einsatz. Nach einer erfolgreichen Leihe zum SSV Ulm verlief die vergangene Saison bei Hertha BSC mit zwei Toren und einer Vorlage deutlich enttäuschender.

Gleichzeitig ist die Konkurrenz beim FC Bayern enorm. Mit Lennart Karl traf in Elversberg sogar ein anderes junges Offensivtalent, das Kompany aktuell regelmäßig bei den Profis einsetzt. Allen Talenten gleichzeitig genügend Spielzeit für ihre Entwicklung zu verschaffen, ist schlicht unmöglich.

Krattenmacher selbst erklärte zuletzt, warum der Schritt nach Elversberg für ihn wichtig war: „Natürlich ist es von jedem jungen Spieler ein Traum, beim FC Bayern zu spielen. Aber gerade in meinem Alter ist es für mich entscheidend, regelmäßig auf dem Platz zu stehen und mich so weiterzuentwickeln. Deshalb bin ich überzeugt, dass Elversberg für mich jetzt genau der richtige Ort ist.“

Maurice Krattenmacher
Foto: IMAGO

Genau darin liegt das Dilemma der Münchner Talentstrategie. Bayern will möglichst viele junge Spieler auf hohem Niveau entwickeln. Einige schaffen den Sprung in die eigene Mannschaft, andere sollen über Leihen oder Verkäufe ihren Weg in den Profifußball finden. Neben Krattenmacher erzielte der Klub im Sommer auch mit Talenten wie Noel Aseko, Jonah Kusi-Asare, Jonathan Asp Jensen und Wisdom Mike Transfereinnahmen.

Dass einzelne Spieler anschließend bei anderen Vereinen aufblühen, gehört zu diesem Modell dazu. Bei Krattenmacher kommt hinzu, dass sich Bayern laut übereinstimmenden Berichten eine Rückkaufoption gesichert haben soll.

Ob die Münchner bei Krattenmacher richtig entschieden haben, lässt sich nach drei Bundesliga-Spieltagen ohnehin noch nicht abschließend beurteilen. Sein Traumstart zeigt aber, dass Bayern bei seiner Talentstrategie auch lernen muss, loszulassen – selbst wenn es manchmal schmerzt.

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