Der FC Bayern gehört seit Jahren zu den Klubs, die einen großen Teil ihrer Profis für die Nationalmannschaften abstellen. Wie groß die Belastung für die Münchner tatsächlich ist, zeigt nun eine neue Auswertung der UEFA.
Im am Freitag veröffentlichten European Club Talent Competition Landscape Report hat der europäische Fußballverband mehr als 700 Vereine seiner Mitgliedsverbände untersucht. Dabei wurden unter anderem Transferentwicklungen, Zuschauerzahlen sowie der Einsatz von Spielern und Trainern analysiert.
In einer Kategorie steht der deutsche Rekordmeister ganz oben: Bei der vergangenen Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kamen Bayern-Profis zusammengerechnet auf 5.800 Einsatzminuten. Kein anderer europäischer Top-Klub erreichte einen höheren Wert.
17 Bayern-Profis bei der WM im Einsatz
Insgesamt 17 Spieler aus dem damaligen Bayern-Kader liefen während des Turniers für ihre jeweiligen Nationalmannschaften auf. Lediglich Manchester City stellte mit 19 Profis noch mehr WM-Fahrer. Bei der tatsächlichen Spielzeit lagen die Engländer mit insgesamt 5.558 Minuten allerdings hinter den Münchnern.
Auf den weiteren Plätzen folgen Paris Saint-Germain mit 16 Spielern und 4.819 Minuten sowie der FC Arsenal mit 15 Akteuren und 4.735 Minuten. Auch der FC Barcelona mit 4.397 Minuten blieb deutlich hinter dem Bayern-Wert.
Die Zahlen unterstreichen gleichzeitig die starke Präsenz der Bundesliga bei der WM. Neun Prozent sämtlicher absolvierter Spielminuten entfielen laut UEFA auf Profis aus Deutschlands höchster Spielklasse. Nur die Premier League kam mit 16 Prozent auf einen höheren Anteil. Spanien und Frankreich erreichten jeweils sieben Prozent, Italien sechs Prozent.

Bayern-Kader besonders lange zusammen
Auch Borussia Dortmund war bei der WM prominent vertreten. Elf BVB-Profis waren für ihre Nationalmannschaften im Einsatz. Damit stellte Dortmund sogar mehr Spieler ab als Real Madrid und der FC Liverpool, die jeweils auf zehn kamen.
Der UEFA-Bericht liefert zudem einen interessanten Einblick in die Kaderplanung des FC Bayern. Bei der sogenannten „Squad stability“ wurde untersucht, wie lange die Profis vor Beginn der Saison 2025/26 durchschnittlich bereits für ihren jeweiligen Verein spielten.
Auch hier nimmt der Rekordmeister eine besondere Stellung ein. Während die Bundesliga mit durchschnittlich 2,1 Jahren den höchsten Wert aller untersuchten Ligen erreichte, kamen die Bayern sogar auf 3,3 Jahre.
Langjährige Leistungsträger wie Manuel Neuer trugen wesentlich zu diesem Wert bei. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass der FC Bayern trotz regelmäßiger Transfers über Jahre hinweg auf einen vergleichsweise stabilen Kern setzte.

