Jonas Urbig bekommt bei der deutschen Nationalmannschaft direkt die nächste Bewährungschance. Nur drei Tage nach seinem Debüt beim 2:0 gegen Serbien wird der Torhüter des FC Bayern auch im Nations-League-Spiel gegen Griechenland in Thessaloniki zwischen den Pfosten stehen.
Damit kommt der 23-Jährige bereits zu seinem zweiten Länderspiel. Bemerkenswert: Urbig ist der einzige Torhüter, der im ersten Lehrgang unter Jürgen Klopp zwei Partien absolvieren darf.
Eigentlich hatte einiges für Finn Dahmen gesprochen. Der Augsburger war als einziger Keeper während des gesamten Lehrgangs dabei. Dennoch entscheidet sich Klopp erneut für Urbig. Eine neue Nummer eins beim DFB sieht der Bundestrainer darin ausdrücklich nicht.
Klopp erklärt seine Entscheidung für Urbig
Zum Auftakt gegen die Niederlande hatte Marc-André ter Stegen das Tor gehütet. Klopp bezeichnete ihn anschließend zumindest vorerst als seine Nummer eins. Beim 0:1 gegen Griechenland kam Alexander Nübel zum Einsatz. Gegen Serbien folgte schließlich Urbigs Debüt.
Dass ausgerechnet der Bayern-Keeper nun ein zweites Spiel erhält, hat laut Klopp einen einfachen Grund: die fehlende Spielpraxis auf Vereinsebene.
„Es ist so, dass alle Jungs, die wir dabeihaben, regelmäßig spielen“, erklärte der Bundestrainer. „Bei Jonas ist das anders. Deshalb haben wir geplant, dass er noch ein Spiel bekommt.“
Während Dahmen beim FC Augsburg regelmäßig zum Einsatz kommt und Noah Atubolu bei Eintracht Frankfurt die Nummer eins ist, muss sich Urbig beim FC Bayern weiterhin hinter Manuel Neuer einordnen.
Klopp zeigte sich mit seinen Keepern dennoch insgesamt sehr zufrieden: „Alle Torhüter haben in diesem Lehrgang überragend trainiert.“
Einen besonderen Status für Urbig möchte er aus der erneuten Nominierung für die Startelf ausdrücklich nicht abgeleitet wissen. „Mit einem Nummer-1-Status hat das nichts zu tun.“
Mit einem Augenzwinkern fügte Klopp hinzu: „Normalerweise kriegen Nationalspieler Spielpraxis in ihren Vereinen. Bei uns ist das anders. Bei uns gibt es all inclusive.“
Urbig kann sich erneut beim DFB zeigen

Für Urbig ist die Entscheidung dennoch eine große Chance. Beim FC Bayern kommt er hinter Neuer nur unregelmäßig zum Einsatz. Beim DFB erhält er innerhalb weniger Tage 180 Minuten auf internationalem Niveau.
Sein Debüt gegen Serbien verlief weitgehend ruhig. Deutschland verteidigte beim 2:0 sehr konsequent, sodass Urbig nur selten gefordert wurde. Jetzt könnte er gegen Griechenland deutlich mehr Möglichkeiten bekommen, sich auszuzeichnen.
Bei der restlichen Aufstellung lässt sich Klopp nicht in die Karten schauen. Weitere Veränderungen gegenüber dem Serbien-Spiel sind durchaus möglich.
Das Ergebnis besitzt für den Bundestrainer allerdings eine hohe Bedeutung. Nach der 0:1-Niederlage im ersten Duell soll in Thessaloniki die Revanche gelingen. „Wir wollen eine Mannschaft auf den Platz bringen, die eine große Chance hat, dieses Spiel zu gewinnen“, betonte Klopp.
Gleichzeitig zeigte sich der 59-Jährige von seinem gesamten Kader angetan: „Alle, die in diesem Camp dabei waren, haben es verdient, zu spielen. Das Niveau im Training war echt hoch. Ich freue mich sehr auf die Zukunft mit dieser Mannschaft.“
Für Urbig beginnt diese Zukunft schon am Sonntagabend mit seinem zweiten Länderspiel – und der nächsten Gelegenheit, sich im offenen Konkurrenzkampf der deutschen Torhüter zu präsentieren.

