Die Vertragsverlängerung von Max Eberl beim FC Bayern wurde offiziell als geschlossene Entscheidung präsentiert. Hinter den Kulissen gab es offenbar deutlich mehr Diskussionen als zunächst bekannt. Vor allem Karl-Heinz Rummenigge hatte Bedenken. Nun wurde bekannt, warum der langjährige Vorstandsboss der Münchner Zweifel an Eberl hatte.
Der Vertrag des Sportvorstands wurde vorzeitig bis 2029 verlängert. Wie BILD-Fußballchef Christian Falk berichtet, verweigerte Rummenigge bei der entscheidenden Abstimmung im Aufsichtsrat allerdings seine Zustimmung.
Demnach waren acht der neun Mitglieder für die Verlängerung. Rummenigge, der als einziges Aufsichtsratsmitglied nicht persönlich anwesend und digital zugeschaltet war, enthielt sich. Der langjährige Bayern-Boss hat mittlerweile selbst bestätigt, dass er dem neuen Eberl-Vertrag nicht zugestimmt hat.
Rummenigge dachte sogar über ein Nein nach
Offenbar waren Rummenigges Zweifel bereits vor der Sitzung bekannt. Bayern-Präsident Herbert Hainer soll deshalb am Morgen der Abstimmung telefonisch das Gespräch mit seinem langjährigen Weggefährten gesucht haben.
Rummenigge erwog nach eigener Aussage sogar, gegen die Verlängerung zu stimmen. Letztlich entschied er sich für eine Enthaltung.
Ein wesentlicher Kritikpunkt soll die Transferbilanz des vergangenen Sommers gewesen sein. Besonders auf der Verkaufsseite hatten sich die Bayern deutlich mehr erhofft.

Rummenigge hatte zuletzt selbst öffentlich erklärt, dass João Palhinha, Sacha Boey, Bryan Zaragoza und Alexander Nübel eigentlich verkauft werden sollten. „Zusammen hatten wir ein Paket erwartet, das zwischen 60 und 70 Millionen Euro bringen sollte. Am Ende hat es 20 Millionen gebracht“, erklärte der 71-Jährige.
Vor allem bei Boey gelang es den Münchnern nicht, einen passenden Abnehmer zu finden. Für Rummenigge war die Differenz zwischen den geplanten und tatsächlich erzielten Transfererlösen offenbar ein Grund, Eberls Arbeit kritisch zu hinterfragen.
Nur zwei weitere Jahre für Eberl
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Laufzeit des neuen Vertrags. Eberl wurde lediglich für zwei weitere Jahre bis 2029 gebunden.
Laut Falk gilt dies intern als Kompromiss. Demnach sollen Rummenigges Bedenken eine Rolle dabei gespielt haben, dass Eberl keinen längerfristigen Vertrag erhielt.
Ungeachtet der internen Diskussionen genießt der 53-Jährige grundsätzlich weiterhin großen Rückhalt beim deutschen Rekordmeister. Seit seinem Amtsantritt im März 2024 verantwortet er gemeinsam mit Sportdirektor Christoph Freund die sportliche Ausrichtung der Münchner.
Der Prozess der Verlängerung zeigt allerdings, dass es innerhalb der Bayern-Führung durchaus unterschiedliche Bewertungen seiner bisherigen Arbeit gibt. Gerade bei Transfers und der wirtschaftlichen Kaderplanung wird Eberl offenbar genau beobachtet.

