Lennart Karl gehört zu den größten Zukunftshoffnungen des FC Bayern. Trotzdem haben die Münchner mit dem Youngster bislang noch nicht über einen neuen Vertrag gesprochen.
Lennart Karl hat sich beim FC Bayern längst aus der Rolle des Nachwuchstalents herausgespielt. Der 18-Jährige kommt inzwischen auf 45 Pflichtspiele für die Münchner, erzielte dabei zehn Tore und bereitete neun weitere Treffer vor. Zuletzt feierte der Flügelspieler unter Jürgen Klopp sogar sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft.
Umso überraschender ist, dass die Bayern-Bosse bei Karls langfristiger Zukunft bislang noch nicht konkret geworden sind. Nach Informationen der Sport BILD haben die Verantwortlichen um Sportvorstand Max Eberl und CEO Jan-Christian Dreesen bislang weder mit Karl noch mit dessen Berater Michael Ballack Gespräche über eine weitere Vertragsverlängerung geführt.
Zeitdruck besteht zwar nicht unmittelbar. Karls Fördervertrag wandelte sich mit seinem 18. Geburtstag automatisch in einen Profivertrag um und verlängerte sich dabei bis 2029. Dennoch gehört der Youngster zu den Spielern, deren Zukunftsplanung beim FC Bayern in den kommenden Monaten eine wichtige Rolle spielen dürfte.
Ein Grund für das bisherige Zögern liegt offenbar in der Situation auf dem rechten Flügel. Dort ist Michael Olise unter Vincent Kompany klar gesetzt. Die Münchner wollen den Franzosen langfristig halten und planen laut Sport BILD, ihm nach Abschluss der Gespräche mit Harry Kane einen neuen Vertrag bis 2032 anzubieten. Olise soll dabei perspektivisch in die Gehaltsklasse der absoluten Topverdiener um Kane und Jamal Musiala aufsteigen.
Olise spielt bei Karls Zukunft eine entscheidende Rolle
Für Karl ist die Personalie Olise unmittelbar mit seiner eigenen Perspektive verbunden. Verlängert der Franzose langfristig in München, dürfte der Weg zu einem Stammplatz auf der rechten Seite auf absehbare Zeit blockiert sein. Auch ein Ausweichen ins Zentrum wäre schwierig, weil dort Musiala fest eingeplant ist.
Genau deshalb wollen die Bayern offenbar zunächst Klarheit bei ihren großen Vertragsbaustellen schaffen. Absolute Priorität besitzt aktuell noch die Verlängerung mit Kane. Danach sollen Olise und Karl stärker in den Fokus rücken.
Wie hoch die Bayern den Youngster langfristig einschätzen, könnte sich auch finanziell zeigen. Karl soll derzeit rund zwei Millionen Euro pro Jahr verdienen. Würde der Klub ihm perspektivisch die Rolle als Nummer eins auf dem rechten Flügel zutrauen, könnte er laut Sport BILD in eine Gehaltsstufe aufsteigen, in der zwischen zehn und 14 Millionen Euro jährlich gezahlt werden.

Auch deshalb dürfte die sportliche Perspektive bei den kommenden Gesprächen mindestens genauso wichtig werden wie das Gehalt. Internationale Topklubs haben Karl bereits im Blick. Real Madrid beschäftigt sich schon länger mit dem Bayern-Talent. Karl absolvierte im Alter von zehn Jahren sogar ein Probetraining bei den Königlichen und erklärte Anfang des Jahres bei einem Fanklub-Besuch: „Irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein.“
Noch gibt es für den FC Bayern keinen akuten Grund zur Unruhe. Karls Vertrag läuft langfristig bis 2029, zudem hat sich der Youngster bei den Profis kontinuierlich weiterentwickelt. Die entscheidende Frage wird jedoch sein, welche Rolle ihm die Münchner für die kommenden Jahre anbieten können.
Spätestens nach den Verhandlungen mit Kane und Olise dürfte deshalb auch bei Karl Bewegung in die Sache kommen. Dann müssen die Bayern entscheiden, ob sie ihren Shootingstar frühzeitig noch langfristiger binden – und ihm gleichzeitig eine klare Perspektive für den Weg zum Stammspieler aufzeigen.

