Der FC Bayern muss im Champions-League-Kracher gegen den FC Arsenal auf Michael Olise verzichten. Der Franzose fehlt nach seinem Platzverweis gegen Viking Stavanger gesperrt. Eigentlich wäre Lennart Karl der logische Ersatz für den Offensivstar. Doch ausgerechnet vor dem wichtigen Duell mit den Londonern steht hinter einem Startelfeinsatz des 18-Jährigen ein Fragezeichen.
Karl hat in dieser Saison bereits mehrfach sein enormes Potenzial unter Beweis gestellt. Mit seiner Dribbelstärke und seinem Mut im Eins-gegen-eins kann der Youngster auch auf internationalem Topniveau für besondere Momente sorgen.
Allerdings läuft es für den Bayern-Profi derzeit nicht rund. Seit seinem Muskelbündelriss kurz vor der Weltmeisterschaft sucht Karl nach seiner Bestform. Auch beim jüngsten Länderspiel gegen Griechenland konnte er nur selten entscheidende Akzente setzen.
„Aktuell vermutlich nicht“: Zweifel an Karl wachsen
SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger äußerte im Podcast „Die Bayern-Woche“ deutliche Zweifel daran, ob Karl gegen Arsenal bereits wieder eine tragende Rolle übernehmen kann. „Leider Gottes muss man sagen, dass er es aktuell vermutlich nicht kann. Dafür gibt es Erklärungen. Wir wissen um seine Verletzung. Da spielte auch der Kopf eine Rolle – Karl hat ja selbst zugegeben, dass er mental ein bisschen Zeit gebraucht hat“, erklärte Kumberger.
Der Journalist bezeichnete Karls jüngste Auftritte als viel „brotlose Kunst“.
Für Trainer Vincent Kompany stellt sich damit eine schwierige Frage: Soll er dem Nachwuchsspieler weiterhin Vertrauen schenken oder im wichtigen Champions-League-Spiel auf eine andere Lösung setzen?
„Man kann Karl auch einfach spielen lassen, bis es wieder klappt. Die Frage ist, ob die Bayern ausgerechnet gegen die Londoner die Gelegenheit und die Zeit dafür haben“, betonte Kumberger.
Kompany hat mehrere Alternativen für Olise

Neben Karl könnte auch Serge Gnabry die Position auf dem rechten Flügel übernehmen. Allerdings hat der Nationalspieler ebenfalls eine längere Verletzungspause hinter sich.
Eine weitere Möglichkeit wäre eine taktische Umstellung. Mit Tom Bischof und Nene Brown stehen Kompany zwei Spieler zur Verfügung, die auch im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden können.
Brown durfte bereits im Supercup und zu Saisonbeginn auf der Zehnerposition spielen. „Da muss Vincent Kompany etwas grübeln. Brown und Bischof können dort spielen. Vielleicht ist das die Lösung, aber das wäre durchaus ein kleines Misstrauensvotum gegenüber Gnabry und Karl“, erklärte Kumberger.
Ob Kompany tatsächlich auf Karl verzichtet, bleibt abzuwarten. Klar ist allerdings, dass der Olise-Ausfall die Münchner vor eine Herausforderung stellt.
Für Karl könnte das Arsenal-Spiel zur großen Bewährungsprobe werden – sofern er die Chance erhält, sich von Beginn an zu beweisen.

