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„Ich war um vier Uhr wach“: Matthäus warnt Kompany vor Belastung

Von Sebastian Mittag · · 3 Min Lesezeit

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Nach Vincent Kompanys Zusammenbruch spricht Lothar Matthäus über den enormen Druck auf Trainer – und erinnert sich an eigene schlaflose Nächte.

Der Zusammenbruch von Vincent Kompany hat beim FC Bayern eine Debatte über die enorme Belastung im Traineralltag ausgelöst. Nun hat sich auch Lothar Matthäus dazu geäußert. Der frühere Bayern-Profi und heutige TV-Experte kennt den Druck aus eigener Erfahrung als Trainer und schildert, wie sehr der Beruf auch außerhalb des Platzes nachwirken kann.

„Die Trainer stehen viel unter Druck. Es ist ja nicht so, dass du nur zum Training gehst. Ich habe auch ein paar Jahre trainiert. Dann bist du selbst teilweise auch schlecht am Schlafen, weil dir viele Gedanken durch den Kopf gehen, die du dann auch in deine Träume in der Nacht mitnimmst. Dann wachst du auf, dann kannst du mal nicht einschlafen, weil dir sehr viel durch den Kopf geht“, sagte Matthäus bei Sky 90.

Gerade bei Kompany könne er sich vorstellen, dass diese Belastung besonders groß ist. Der Bayern-Coach gilt als akribischer Arbeiter, der sich intensiv mit Details beschäftigt. Matthäus sagte dazu: „Und natürlich ist er jemand, der auch ins Detail geht. Ich glaube, dass er von morgens bis abends an den Fußball denkt. Und natürlich ist der Druck sehr groß.“

Matthäus berichtet von eigenen schlaflosen Nächten

Matthäus machte zugleich deutlich, dass der Druck auf Trainer nicht erst mit dem Anpfiff beginnt und nach dem Abpfiff endet. Entscheidungen über Taktik, Aufstellung und Gegneranalyse beschäftigen die Verantwortlichen oft weit über den Arbeitstag hinaus.

„Weil du diese ganze Verantwortung trägst, und es ist ja nicht weniger geworden. Ich habe vor 20 Jahren irgendwann mal Mannschaften trainiert, nicht auf dem allerhöchsten Niveau, aber trotzdem in der Öffentlichkeit und in der Verantwortung gestanden. Da schaut dir jeder zu. Deswegen willst du keine Fehler machen, du willst ja perfekt sein. Du willst dir danach auch nicht irgendwo etwas nachreden lassen, dass du irgendwas falsch gemacht hast: die Taktik, den falschen Spieler aufgestellt oder den Gegner vielleicht nicht so analysiert, wie es sein muss“, erklärte Matthäus.

Vincent Kompany
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Wie sehr ihn dieser Perfektionismus selbst beschäftigt habe, schilderte der Rekordnationalspieler mit einem persönlichen Beispiel: „Und diese Gedanken gehen dir vor allem nachts durch den Kopf, wenn du wach wirst und nichts um dich herum passiert. Dann war es so, dass ich um vier Uhr wach war und irgendwann um sieben Uhr Kaffee getrunken habe und drei Stunden an Fußball gedacht habe. Das ist mir häufig passiert, weil ich mich immer selbst hinterfragt habe: Machst du alles richtig?“

Beim FC Bayern steht derzeit allerdings nicht die schnelle Rückkehr Kompanys im Mittelpunkt, sondern dessen vollständige Genesung. Matthäus begrüßt diese Haltung ausdrücklich. „Man gibt ihm viel Zeit. Das ist selbstverständlich für mich, dass einem kranken Menschen, der Hilfe benötigt und Zeit braucht, diese Zeit und diese Hilfe gegeben werden.“

Kompany befindet sich nach seinem Zusammenbruch weiterhin in medizinischer Betreuung. Der Klub hat bereits klargemacht, dass er erst dann wieder an die Seitenlinie zurückkehren soll, wenn er vollständig gesund ist. Bis dahin übernimmt sein Trainerteam die sportlichen Aufgaben.

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