
Nach Ballon-d’Or-Triumph von Kane: Muss Bayern jetzt Millionen nachzahlen?
Harry Kane hat mit dem Gewinn des Ballon d’Or Fußballgeschichte geschrieben. Der 33-Jährige wurde am Montagabend in London erstmals zum besten Fußballer der Welt gekürt und krönte damit eine herausragende Saison. Auch für den FC Bayern ist die Auszeichnung ein besonderer Erfolg. Finanziell können die Münchner dabei sogar von einer überraschenden Vertragsregelung profitieren.
Denn obwohl Kane im Sommer 2023 für rund 100 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zum deutschen Rekordmeister wechselte, müssen die Bayern nach seinem Ballon-d’Or-Triumph keine zusätzliche Ablösesumme an die Spurs überweisen.
Wie Sky berichtet, wurde beim damaligen Transfer keine entsprechende Bonusklausel vereinbart. Das ist durchaus bemerkenswert, schließlich sind leistungsabhängige Nachzahlungen bei großen Transfers längst üblich.
Tottenham verzichtete auf Ballon-d’Or-Klausel
Bei hochkarätigen Transfers sichern sich abgebende Vereine häufig zusätzliche Einnahmen, wenn ein Spieler bestimmte sportliche Erfolge erreicht. Dazu können Meisterschaften, Champions-League-Titel oder individuelle Auszeichnungen wie der Ballon d’Or gehören.
Im Fall von Harry Kane verzichtete Tottenham offenbar auf eine solche Regelung für den Gewinn des Goldenen Balls. Nach Informationen von Sky existiert im Transfervertrag zwischen Bayern und Tottenham keine entsprechende Vereinbarung.
Das bedeutet: Obwohl Kane mit 73 Toren in der vergangenen Saison die Grundlage für seinen historischen Triumph legte, wird keine zusätzliche Zahlung an seinen ehemaligen Arbeitgeber fällig.
Besonders überraschend ist dies, weil der englische Nationalspieler bereits während seiner Zeit bei Tottenham öffentlich davon gesprochen hatte, eines Tages den Ballon d’Or gewinnen zu wollen.
Ob die Spurs einen solchen Erfolg bei den damaligen Verhandlungen tatsächlich für unrealistisch hielten, ist allerdings nicht bekannt.
Andere Bonuszahlungen für Kane werden dennoch fällig
Vollständig abgeschlossen sind die finanziellen Verpflichtungen aus dem Kane-Transfer damit allerdings nicht.
Laut Sky wurden durchaus weitere erfolgsabhängige Bonuszahlungen vereinbart. Diese sind unter anderem an nationale Titel und einen möglichen Gewinn der Champions League gekoppelt.
Dass Vereine bei individuellen Auszeichnungen ebenfalls finanziell profitieren können, zeigen andere prominente Transfers.
So sicherte sich RB Leipzig beim Wechsel von Yan Diomande zu Real Madrid offenbar eine entsprechende Klausel. Sollte der Flügelspieler während seiner Zeit bei den Königlichen eines Tages den Ballon d’Or gewinnen, würde eine zusätzliche Zahlung im einstelligen Millionenbereich fällig.
Auch der FC Bayern kennt solche Vertragsmodelle aus der Vergangenheit. Beim Transfer von Renato Sanches im Jahr 2016 soll Benfica Lissabon eine Bonuszahlung für den Fall eines späteren Ballon-d’Or-Gewinns vereinbart haben. Diese wurde allerdings nie fällig.
Für die Münchner ist Kanes Ballon-d’Or-Triumph damit nicht nur sportlich, sondern auch finanziell eine erfreuliche Nachricht.
