
Kim verdrängt Tah! Neue Abwehr-Hierarchie beim FC Bayern?
Beim FC Bayern zeichnet sich eine neue Hierarchie in der Innenverteidigung ab. Min-jae Kim hat Jonathan Tah offenbar den Rang abgelaufen. Sky-Experte Didi Hamann sieht den Südkoreaner mittlerweile klar in der Startelf – und erklärt, warum es für Tah schwierig werden könnte.
Die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung des FC Bayern hat sich zuletzt deutlich verändert. Während Jonathan Tah über weite Strecken als wichtiger Bestandteil der Defensive galt, scheint Min-jae Kim inzwischen die Nase vorn zu haben. Beim jüngsten Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund saß Tah sogar über die kompletten 90 Minuten auf der Ersatzbank.
In der Sky90-Talkrunde wurde die Personalentscheidung ausführlich diskutiert. Besonders Didi Hamann sieht darin ein klares Zeichen für eine veränderte Rangordnung innerhalb der Bayern-Abwehr. Der ehemalige Nationalspieler ist überzeugt, dass Kim seinen Konkurrenten mittlerweile überholt hat.
„Er hat die letzten Wochen Kim vorgezogen und Kim hat ihn überholt“, erklärte Hamann mit Blick auf die jüngsten Entscheidungen in der Innenverteidigung. Für den 53-Jährigen ist diese Entwicklung durchaus nachvollziehbar. Schließlich habe der Südkoreaner nach seinem Wechsel aus Neapel zunächst Schwierigkeiten gehabt, die hohen Erwartungen beim deutschen Rekordmeister zu erfüllen.
„Er ist im Moment einfach der Bessere“

Mittlerweile hat sich das Bild allerdings verändert. Hamann sieht Kim aktuell vor Tah und begründet dies vor allem mit dessen Leistungen auf dem Platz.
„Er ist im Moment einfach der Bessere, macht keine Fehler, er ist schneller als Tah“, betonte der Sky-Experte. Besonders die Geschwindigkeit des Südkoreaners könne im Konkurrenzkampf ein entscheidender Vorteil sein.
Hinzu kommt, dass Hamann den 29-Jährigen grundsätzlich für einen außergewöhnlich guten Verteidiger hält. Neben seinen defensiven Qualitäten verwies er auch auf dessen Torgefahr bei Standardsituationen.
Für Tah bedeutet das eine schwierige Situation. Zwar werde der deutsche Nationalspieler aufgrund des engen Spielplans weiterhin Einsatzzeiten erhalten, in den besonders wichtigen Partien sieht Hamann jedoch eine andere Besetzung vorne.
„Solange der Kim sich nichts zuschulden kommen lässt, ist er mit Upamecano in der Innenverteidigung gesetzt“, stellte der frühere Bayern-Profi klar.
Sammer spricht von einem „Luxusproblem“
Unterstützung erhielt Hamann von Sky-Kommentator Wolff Fuss. Auch dieser sieht Kim derzeit in der besseren Verfassung. „Im Moment ist Kim nach Upamecano der Formstärkste“, erklärte Fuss. Entsprechend sei es nachvollziehbar, dass dieses Duo aktuell den Vorzug erhalte.
Eine etwas andere Einschätzung vertrat Matthias Sammer. Der frühere Bayern-Sportvorstand wollte sich nicht auf eine feste Rangfolge zwischen den drei Innenverteidigern festlegen. Vielmehr betonte er die außergewöhnliche Qualität, über die die Münchner auf dieser Position verfügen.
Für Sammer ist die aktuelle Konkurrenzsituation deshalb kein Problem, sondern vielmehr ein Vorteil. Der FC Bayern könne sich glücklich schätzen, mit Dayot Upamecano, Min-jae Kim und Jonathan Tah gleich drei hochkarätige Innenverteidiger im Kader zu haben. „Ansonsten sind sie froh, dass sie ein Luxusproblem haben, in meinen Augen“, erklärte der 59-Jährige.
