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3 Gründe warum der FC Bayern Renato Sanches diesen Sommer verkaufen muss

Renato Sanches
Foto: daykung / Shutterstock.com

In den vergangenen Tagen gab es (mal wieder) zahlreiche Diskussionen und Spekulationen rund um die sportliche Zukunft von Renato Sanches beim FC Bayern. Der 22-jährige Portugiese ist nach wie vor ein „Problemfall“ in München und dessen Zukunft beim deutschen Rekordmeister ist ungewisser den je. Die jüngsten Entwicklungen und Aussagen deuten jedoch darauf hin, dass Sanches die Bayern diesen Sommer verlassen könnte. Wir haben drei Gründe weshalb ein Sanches-Verkauf die beste Lösung für den FC Bayern ist.

Die Geschichte rund um Renato Sanches wird zu einer Never Ending Story für den FC Bayern. 2016 wechselte der Mittelfeldspieler für satte 35 Millionen Euro zum deutschen Rekordmeister, damals galt der Portugiese noch als eines der vielversprechendsten Fussball-Talente in Europa. Knapp drei Jahre später ist der einstige „Golden Boy“ zum Problemfall in München geworden. Weder unter Carlo Ancelotti, Jupp Heynckes oder aktuell unter Niko Kovac konnte sich Sanches bei den Bayern durchsetzen. Auch die zwischenzeitliche Leihe zu Swansea City hat nicht den erhofften Effekt gebracht.

Während die Verantwortlichen in München in der Vergangenheit krampfhaft an Sanches festgehalten haben, scheint ein Verkauf diesen Sommer die beste Lösung (für beide Parteien) zu sein. Wir haben drei Gründe warum das so ist.

1. Der FC Bayern ist kein Ausbildungsverein

Renato Sanches wechselte als „ungeschliffener Diamant“ im zarten Fussballer-Alter von 18 Jahren zum FC Bayern. Der Portugiese hatte damals schon in Ansätzen bei Benfica Lissabon und in der portugiesischen Nationalmannschaft gezeigt welches Potential in ihm steckt. Doch Fakt ist, Sanches kam als Talent nach München und ist in drei Jahren nicht über diesen Status hinausgekommen. Die Gründe dafür sind vielfältig, neben der Tatsache, dass Sanches nie sein Potential abrufen konnte wie vor seinem Wechsel nach München, muss man fairerweise auch darauf hinweisen, dass der FC Bayern schlichtweg kein Ausbildungsverein für junge Talente ist. Der permanente Erfolgsdruck, national und international, der große Konkurrenzkampf im Kader und das „unruhige Umfeld“ in München sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Bayern schon seit Jahrzehnten ein Problem damit haben junge Talente zu entwickeln und ihnen den Durchbruch bei den Profis zu ermöglichen. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie z.B. einst Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Holger Badstuber oder aktuell Joshua Kimmich. Die Anzahl jener die in jungen Jahren in München gescheitert sind, ist jedoch deutlich höher.

Sanches braucht (kontinuierliche) Einsatzzeiten und vor allem Ruhe um sich als Spieler weiter zu entwickeln bzw. sein Potential auszuschöpfen. In München wird er beides nicht bekommen.

2. Der Druck ist zu groß

35 Millionen Euro hat der FC Bayern im Sommer 2016 an Benfica Lissabon überwiesen um sich die Dienste von Renato Sanches zu sichern. Medienberichten zufolge setzte sich der Rekordmeister damals im Rennen um Sanches gegen zahlreiche europäische Top-Klubs durch. Der Youngster kam damals als „größtes europäisches Fussball-Talent unter 21 Jahren“ nach München und wurde auch bei der EURO 2016 zum besten Nachwuchsprofi gewählt.

Die Vorschusslorbeeren die Sanches damals von allen Seiten bekam waren immens. In Kombination mit dem extrem großen Preisschild auf dem Rücken, gab es nicht wenige Stimmen die damals davor warnten, den Druck auf das Nachwuchstalent nicht zu groß werden zu lassen. Auch bei den Bayern-Fans waren die Erwartungen groß, nach den ersten Auftritten und Schwächephasen kehrte jedoch die Ernüchterung ein. Sanches bekamt relativ schnell den Stempel „Fehleinkauf“ aufgedrückt und sowohl der Spieler, als auch die Verantwortlichen in München gerieten plötzlich in Erklärungsnöte.

Der Druck der auf Renato Sanches lastet ist offensichtlich zu groß und das merkt man deutlich wenn Sanches auf dem Platz steht. In den meist wenigen Minuten die er erhält, will Sanches zu viel. Er strotzt voller Energie und will sich beweisen. Fehlpässe, überhartes Einsteigen und überhastete Aktionen sind das Ergebnis. Ein ruhigeres Umfeld, in denen Fehler erlaubt und toleriert werden, wäre sicherlich effizienter für dessen spielerische Entwicklung.

3. Das Verhältnis zu Niko Kovac und das respektlose Verhalten von Sanches

Rückblickend betrachtet war Renato Sanches in erster Linie ein Transfer der Bayern-Chefetage. Der Portugiese wechselte im Sommer 2016 an die Isar, genau zu jener Zeit als Pep Guardiola die Bayern in Richtung Manchester City verließ. Sanches war somit weder ein Wunschspieler von Guardiola, noch von dessen Nachfolger Carlo Ancelotti. Der Italiener setzte zu Beginn der Saison 2016/17 noch auf Sanches, vermutlich auch auf Druck der Bayern-Bosse. In den ersten acht Bundesliga-Spielen kam er sechs mal zum Einsatz und durfte sogar fünf mal starten. Unter Jupp Heynckes spielte Sanches jedoch nahezu keine Rolle mehr und wurde im Sommer 2017 schließlich an Swansea City verliehen.

Auch unter Niko Kovac hat sich die Situation von Sanches nicht wirklich verbessert. Auch wenn der Kroate immer wieder öffentlich betont welches Potential in Sanches steckt und wie viel er von ihm und seinen Fähigkeiten hält, spiegelt sich dies nicht wirklich in den Einsatzzeiten wieder. Im April dieses Jahres kritisierte Sanches Kovac erstmals öffentlich, als er im Interview mit dem kicker verriet, dass er unglücklich in München sei und Kovac ihm nicht erklären würde, warum er nicht spielen darf. Ende Juni folgte dann der nächste verbale Angriff auf Kovac und die Bayern, als Sanches bei einem Freundschaftsspiel in Lindau im Kabinengang lauthals schrie, dass er nie wieder für den FC Bayern spielen wird und damit offensichtlich einen Abgang forcieren wollte.

Der jüngste Vorfall ereignete sich nach dem 2:2-Unentschieden beim Bundesliga Auftaktspiel gegen Hertha BSC Berlin, bei dem Sanches in der 85. Minute eingewechselt wurde. Nach dem Abpfiff verschaffte sich der Heißsporn erneut im Kabinengang Luft und betonte gegenüber Journalisten, dass er den Verein um eine Wechselfreigabe gebeten hat, die Bayern dies aber ablehnen würden.

Es ist spürbar, dass Sanches keine Lobby mehr in München hat. Die einst schützende Hand von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß ist nach den zahlreichen Vorfällen nicht mehr vorhanden und auch Trainer Niko Kovac schenkt dem Portugiesen scheinbar nicht jenes Vertrauen welches er benötigt. Es ist mehr als fraglich ob Sanches unter Kovac zu jenem Spieler wird, den man 2016 noch in ihm gesehen hat.

Renato Sanches: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende

Renato Sanches ist unzufrieden mit seiner Rolle beim FC Bayern, durch die Verpflichtung von Philippe Coutinho hat sich der Konkurrenzkampf zudem nochmals zugespitzt im Mittelfeld des FCB. Der Portugiese wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht so viel Einsatzzeiten erhalten wie er benötigt und sich vorstellt. Sollten die Bayern ein „attraktives Angebot“ erhalten, 15-20 Millionen Euro, scheint ein Transfer diesen Sommer nicht ausgeschlossen zu sein. Eine erneute Leihe indes scheint keine Option mehr zu sein. Auch wenn die Bayern einen großen finanziellen Verlust durch einen Verkauf generieren, ist es mittlerweile Zeit die Ära Renato Sanches ein für alle mal in München zu beenden.