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Bahnt sich neuer Ärger beim FCB an? Niko Kovac sitzt auf einem Pulverfass

Niko Kovac und Thomas Müller
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Die jüngsten Personalentscheidungen von FCB-Coach Niko Kovac sorgten in den vergangenen Tagen für zahlreiche Schlagzeilen in München. Im Fokus dabei stehen allen voran Thomas Müller und Javier Martinez. Auch wenn es derzeit sehr ruhig wirkt beim deutschen Rekordmeister, könnte sich neuer Ärger anbahnen. Kovac sitzt auf einem Pulverfass und muss in den kommenden Wochen mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit seinen Spielern zeigen.

Die 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim hat für viel Unruhe beim FC Bayern gesorgt. Nicht nur die Tatsache, dass man die erste Saisonniederlage kassiert hat stand dabei im Fokus, sondern auch die personellen Entscheidungen von Bayern-Coach Niko Kovac. Der 47-jährige Kroate hat mit Thomas Müller und Javier Martinez zwei neue „Problemfälle“ und scheint noch nicht so recht zu wissen wie damit umgehen soll.

Wie geht es mit Müller und Martinez beim FCB weiter?

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Durch die Verpflichtung von Philippe Coutinho vergangenen Sommer hat Thomas Müller seinen einstigen Stammplatz unter Niko Kovac verloren. Dieser hat vor dem Hoffenheim-Spiel, in einem Nebensatz, deutlich gemacht welche Rolle Müller in Zukunft beim deutschen Rekordmeister inne hat: „Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen.“ Mit dieser Aussage hat sich Kovac keinen gefallen getan. Auch weil Müller kurze Zeit später, nach seiner Einwechslung und Torvorlage für Robert Lewandowski, gezeigt hat, dass er nach wie vor in der Lage ist das bayerische Offensivspiel zu bereichern. Nach dem Spiel versuchte Kovac die Wogen zu glätten: „Wenn jemand nicht spielt, und wir ihn brauchen, kommt er. Und Thomas ist gekommen und hat noch mal Schwung reingebracht.“

Aber nicht nur Müller dürfte mit seiner aktuellen Situation beim deutschen Rekordmeister unzufrieden sein, auch Javier Martinez spielt derzeit keine wirklich Rolle unter Kovac. Der 31-jährige Spanier stand in keinem Bundesliga-Spiel in der Startelf und kam auf lediglich drei Einwechslungen. Gegen Hoffenheim saß er, zum wiederholten Male, 90 Minuten auf der Bank. Nach dem Spiel machten die Bilder die Runde im Netz, die einen sichtlich geknickten Martinez zeigten. Der Baske galt früh als unantastbar im defensiven Mittelfeld und kam auch in der Vorsaison bei Kovac deutlich häufiger zum Einsatz.

Hat Kovac Angst vor einer erneuten Rotation?

Die Probleme rund um Müller und Martinez hat Kovac selbst zu verantworten. Kurios ist dabei die Tatsache, dass der FCB-Coach scheinbar seine einstige Rotations-Marschroute vollkommen verworfen hat. Noch vor knapp einem Jahr gab der Kroate jedem Bayern-Profi eine Chance und verteidigte seine permanenten Spielerwechsel: „Schauen Sie sich doch mal die anderen Mannschaften an, die international spielen – alle rotieren. Es geht einfach nicht, jeden dritten Tag drei, vier, fünf, sechs Wochen hintereinander zu spielen. Das geht nicht!“

Kovac wurde damals sehr stark für seine häufigen Wechsel kritisiert, vielen führten die damalige „Herbst-Krise“ auch auf die zu starke Rotation zurück. In dieser Saison rotiert Kovac deutlich moderater, gegen Hoffenheim stand nahezu die identische Elf auf dem Platz wie wenige Tage zuvor gegen die Tottenham Hotspur in der Champions League. Dabei wäre das Spiel gegen die TSG ideal geeignet gewesen um frustrierten Spielern wie Müller und Martinez eine echte Chance zu geben.

Auch wenn sich Müller und Martinez bisher nicht öffentlich zu ihrer Degradierung geäußert haben, dürfte es dennoch in beiden gewaltig brodeln. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis beide ihr Schweigen brechen und ihrem Unmut freien Lauf lassen. Der Stürmer und der Mittelfeldspieler sind verdiente Bayern-Profis und Niko Kovac muss in den kommenden Wochen vor der Winterpause deutlich mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen, als er das in den vergangenen Wochen getan hat. Ansonsten droht dem FCB-Coach neuer Ärger.