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Steuert der FC Bayern der nächsten „Herbstkrise“ entgegen?

Niko Kovac
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Nach dem durchwachsenen Unentschieden in Augsburg und dem Kreuzbandriss von Niklas Süle ist die Lage beim FC Bayern angespannt. Niko Kovac gerät, wie im Vorjahr, unter Druck und die Münchner steuern der nächsten „Herbstkrise“ entgegen.

Die Stimmung beim FC Bayern ist nach dem 2:2-Unentschieden gegen den FC Augsburg und vor allem nach der Hiobsbotschaft rund um Niklas Süle und dessen Kreuzbandriss alles andere als berauschend. Für viele FCB-Fans fühlt es sich derzeit wie ein Deja-vu an, die aktuelle Situation erinnert immer mehr an den Herbst im vergangenen Jahr.

Zahlen lügen nicht: Bayern legt schlechtesten Saisonstart seit neun Jahren hin

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Mit 15 Punkte nach 8 absolvierten Spielen liegt der FC Bayern derzeit auf Rang 3 in der Bundesliga-Tabelle. Manuel Neuer & Co. haben nur einen Zähler Rückstand auf Tabellenführer Borussia Mönchengladbach. Auf den ersten Blick klingt das gar nicht mal so schlecht. Die Realität sieht jedoch anders aus, denn mit Blick auf die Zahlen, Daten und Fakten ist dies der schlechteste Saisonstart seit neun Jahren. Im Vorjahr hatte der FCB zum gleichen Zeitpunkt einen Zähler mehr auf dem Konto, damals betrug der Rückstand auf die Tabellenspitze (Borussia Dortmund) jedoch bereits vier Zähler.

Nach zuletzt zwei sieglosen in Spielen in Folge in der Liga kursiert das Wort „Krise“ mal wieder an der Säbener Straße. Weniger die Ergebnisse sind dafür verantwortlich, sondern viel mehr die gesamte Gemengelage. Der FCB hat gegen bis dato formschwache Teams wie Hoffenheim und Augsburg aus zwei Spielen nur einen Zähler geholt. Während man gegen Hoffenheim vollkommen verdient die erste Saisonniederlage kassiert hat, war das 2:2-Unentschieden gegen den FCA komplett selbstverschuldet. Ein Tor nach 30 Sekunden und eines in der Nachspielzeit, sowie zahlreiche ungenutzte Torchancen zwischendurch, waren am Ende ausschlaggebend dafür aus, dass man gegen den Tabellen-Sechzehnten nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus gekommen ist.

Kovac spricht von aller Schuld frei und nimmt die Spieler in die Pflicht

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Für Niko Kovac könnte es in den kommenden Wochen (mal wieder) unangenehm werden. Der 48-jährige Kroate zeigte sich nach dem Augsburg-Spiel relativ unaufgeregt und verwies, wie so oft, auf die mangelhafte Chancenverwertung seiner Mannschaft und betonte, dass man insgesamt betrachtet aber dennoch eine „gute Leistung“ abgerufen hätte.

Kurios ist die Tatsache, dass der Kroate sich und sein Verhalten von aller Schuld freispricht, so wie vor einem Jahr. Auch damals nahm Kovac seine Spieler in die Pflicht. Nach dem Unentschieden gegen Augsburg lobte er die Vorbereitung des Trainerteams und fügte hinzu: „Umsetzen müssen es die Spieler.“ Mit solchen Aussagen macht sich Kovac sicherlich keine Freunde in der Kabine. Gerade in Zeiten in denen es zahlreiche unzufriedene Spieler wie Thomas Müller, Javier Martinez oder Jerome Boateng gibt.

Rummenigge & Co. schweigen noch

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Auch wenn es viele Parallelen zum Vorjahr gibt, eine Sache scheint sich nicht zu wiederholen. Die Bayern-Bossen halten sich bisher mit öffentlichen Aussagen über Kovac und die aktuelle Lage beim FCB sichtbar zurück. Noch-Präsident Uli Hoeneß verließ am Am Samstag schweigend das Stadion. Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der nicht zwingend ein Befürworter von Kovac ist, gab nur ein knappes Statement ab: „Ich habe Zeit, aber ich rede nicht.“

Lediglich Kovac-Freund Hasan Salihamidzic trat nach dem Spiel in Augsburg vor die Presse, stärkte seinem Trainer dabei jedoch den Rücken, in dem er, wie Kovac wenige Minuten zuvor, die mangelhafte Chancenverwertung als Hauptgrund für das Ergebnis ausfindig machte. Es wird spannend zu sehen wie lange Rummnigge & Co. noch schweigen.