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Die Lehren vom Kovac-Aus: Erfolg alleine reicht nicht aus beim FC Bayern

Niko Kovac
Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Das Aus von Niko Kovac wirft viele Fragen beim FC Bayern auf. Im Fokus derzeit steht zwangsläufig die Suche nach einem neuen Cheftrainer. Ob und wann die Verantwortlichen in München einen entsprechenden Kovac-Nachfolger präsentieren werden ist derzeit noch vollkommen offen ist. Mit Blick auf die vergangenen knapp 1,5 Jahre unter dem Kroaten, werden sich Karl-Heinz Rummenigge & Co. jedoch vermutlich Zeit lassen bei der Auswahl eines geeigneten Kandidaten.

Erik ten Hag, Jose Mourinho, Mauricio Pochettino, Massimiliano Allegri oder Ralf Rangnick, die Liste an potenziellen Nachfolgern für Niko Kovac beim FC Bayern ist lang und wird in den kommenden Tagen und Wochen sicherlich nochmals anwachsen. Unabhängig davon wer am Ende das Rennen machen wird, nach den beiden gescheiterten Experimenten mit Carlo Ancelotti und Niko Kovac werden die Verantwortlichen in München diesmal sicherlich ganz genau hinschauen ob der Wunschkandidat tatsächlich zum deutschen Rekordmeister passt.

Das Anforderungsprofil für den neuen FCB-Cheftrainer ist kompliziert

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Der FC Bayern zu trainieren ist Fluch und Segen zu gleich. Die vielen genialen Fussballer und idealen sportlichen und finanziellen Voraussetzungen auf der einen Seite, stehen einem enormen Erfolgsdruck und hohen Ansprüchen auf der anderen Seite gegenüber. In diesem Spannungsfeld ist Niko Kovac gescheitert, der 48-jährige hatte mit dem Gewinn des Double augenscheinlichen Erfolg. Hinter den Kulissen brodelte es jedoch bereits seit Tag 1 von Kovac an der Säbener Straße.

Mit Blick auf die Zahlen, Daten, Fakten zur Kovac-Zeit in München hat der Kroate vieles richtig gemacht. Am Ende zählen aber nicht nur Punkte und Titel beim FC Bayern, sondern auch die Art und Weise wie man diese erreicht. Kovac wurde in den vergangenen knapp 1,5 Jahren stets nachgesagt, dass er keine eigene Spielphilosophie etabliert hat. Unter Kovac stand der FCB weder für einen begeisternden Offensivfussball, noch präsentierte man sich als defensives Bollwerk. Zudem wurde Kovac für seinen Umgang mit den Spielern kritisiert, jüngstes Beispiel hierfür waren Thomas Müller und Javier Martinez. Auch bei der Förderung von Nachwuchstalenten wie z.B. Renato Sanches wurde Kovac ein gewisses Defizit nachgesagt.

Last but not least hat Kovac sowohl die eigenen Fans, als auch die Verantwortlichen in München in zwei Lager gespaltet wie kaum ein anderer Bayern-Trainer vor ihm. Während Noch-Präsident Uli Hoeneß stets als Kovac-Befürworter auftrat und sicherlich maßgeblich an dessen Verpflichtung im Sommer 2018 beteiligt war, präsentierte sich Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge als Kovac-Skeptiker und zeigte seinem Trainer öffentlich immer wieder die kalte Schulter.

Auch bei den Fans gab es jeweils ein Lager von Kovac-Fans und -Gegnern. Jene die zum Ende der vergangenen Saison in München und Berlin seinen Namen skandierten und andere wiederum, die in den sozialen Medien nach jedem schlechten Auftritt das Kovac-Aus forderten.

Fasst man all das zusammen, was Kovac in seiner Zeit in München „falsch“ oder „schlecht“ gemacht hat, wird einem schnell bewusst, dass es alles andere als einfach wird einen neuen und vor allem geeigneten Trainer zu finden. Einen der sportlich an die Guardiola-Ära anknüpfen kann, die Erfolge und Fan-Sympathien von Jupp Heynckes zurückbringt und einen a la van Gaal der die eigenen Talente fördert.