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Thiago, Tolisso und Coutinho: Die Luxusprobleme von Hansi Flick

Coutinho und Thiago
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Der FC Bayern hat auch das vierte Pflichtspiel unter Interimscoach Hansi Flick eindrucksvoll gewonnen. Der 6:0-Auswärtserfolg bei Roter Stern Belgrads stellt Flick vor eine neue Herausforderung, der 54-jährige hat nun die Qual der Wahl in Sachen Personal.

Hansi Flick hat den FC Bayern in den vergangenen knapp vier Wochen nahezu komplett auf den Kopf gestellt. Der 54-jährige hat nicht nur einen eindrucksvollen Trainer-Einstand mit vier Siegen in Folge ohne Gegentreffer hingelegt, Flick hat vor allem auch das „labile“ Mannschaftsgefüge unter Kovac wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Unter Flick haben sich die einstigen Kovac-Reservisten Thomas Müller, Javier Martinez und Leon Goretzka binnen weniger Spielen zu Leistungsträgern verwandelt. Gegen Düsseldorf und Belgrad hat er zudem die vermeintlichen „Flick Verlierer“ wieder in das Team integriert.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Gegen Belgrad hat Hansi Flick seine halbe Mannschaft umgebaut. Mit Kingsley Coman, Thiago, Leon Goretzka und Jerome Boateng brachte er vier Spieler von Anfang an die gegen Fortuna Düsseldorf wenige Tage zuvor noch auf der Ersatzbank saßen. Alle vier zeigten anspruchsvolle Leistungen und empfohlen sich für mehr Einsatzzeiten.

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Vor allem Thiago war sichtlich bemüht Flick davon zu überzeugen, dass es ein Fehler war ihn in den drei Spielen zuvor als Edeljoker auf der Bank versauern zu lassen. Der Spanier agierte in Belgrad als einziger echter Sechser und meisterte diese Aufgabe mit Bravour. Thiago ging keinen Zweikampf aus dem Weg, trieb das Spiel immer wieder an und war im Mittelfeld als Anspielstation omnipräsent. 132 Ballaktionen und 117 Pässe sprachen am Ende für sich.

Aber auch Coutinho und Tolisso drängten sich gestern Abend auf. Der Brasilianer durfte zwar nicht auf seiner Lieblingsposition hinter Robert Lewandowski spielen, er überzeugte aber auch auf dem Flügel, auf denen er quasi permanent mit Coman und später Perisic rotierte. Das 1:0 von Goretzka bereitete er mit einer starken Hereingabe vor. Auch am 3:0 von Lewandowski war er mit einem sehenswerten Solo beteiligt. Besonders erfreulich, der 27-jährige nahm sich die Kritik von Flick zu Herzen und arbeitete, wir schon in Düsseldorf, immer wieder mit nach hinten.

Der Franzose Tolisso glänzte bereits am Samstag in Düsseldorf mit einem Treffer und trug sich auch am Dienstagabend kurz vor dem Schluss mit dem 6:0 erneut in die Torschützenliste ein. Der Weltmeister musste sich zuletzt, genau wie Coutinho und Thiago, mit einem Bankplatz vergnügen und zeigte mit seinen Leistungen in Düsseldorf und Belgrad die richtige Antwort auf dem Platz.

Auch Alaba-Vertreter Jerome Boateng sammelte gestern ordentlich Pluspunkte bei Flick. Der 31-jährigre war defensiv zwar nicht gefordert, wurde aber immer wieder ins Aufbauspiel integriert und fiel mit einigen guten Diagonalpässen auf.

Joshua Kimmich, Thomas Müller und Serge Gnarby erhielten gestern alle samt eine Verschnaufpause. Es wird spannend zu sehen auf welche Spieler Flick am kommenden Samstag beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen setzt. Momentan scheint es so, als sei es fast egal wer spielt.