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Bayern möchte in China durchstarten und sucht nächsten Thomas Müller

Der FC Bayern auf Talensuche in Asien
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Der FC Bayern hat den chinesischen Markt immer mehr im Fokus. Die Zeiten, in denen die Bayern nur in Europa nach Talenten fahnden, sind vorbei. Nun sollen Spieler aus Fernost folgen.

Vor rund vier Jahren hat der FC Bayern sein Büro in Shanghai eröffnet. Rouven Kasper, der die China-Vertretung leitet, sagte in einem Interview mit „Apertura Sports“: „China ist mit 1,4 Milliarden Einwohnern sehr bevölkerungsstark. Andererseits haben wir uns gefragt, wo wir den Fußball gut entwickeln und mitentwickeln können. Da gibt es in China eine enorme Motivation – und auch eine politische Ansage.“

Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist ein großer Fußballfan, Gönner und auch Förderer. Er träumt davon, China zum WM-Ausrichter zu machen – eventuell für 2030 oder 2034. Die neue Klub-WM wird ab 2021 bereits im Reich der Mitte stattfinden. Unter Jinping wurde Fußball sogar Pflichtfach in den Schulen. „Und wer weiß, dass hier im Moment Hunderttausende bis Millionen von Jungs anfangen, Fußball zu spielen, der weiß auch, dass Schritt für Schritt Passion reinkommt und mehr Qualität in der Ausbildung“, so Kasper.

Doch wie kann der FC Bayern München vom fußballerischen Aufschwung in China profitieren? Die Münchner betreiben oder bauen bereits Fußballschulen in Shenzhen, Qingdao und Taiyuan. Lokale Sportlehrer werden dort von Bayern-Coaches ausgebildet. Der Klub richtet in China außerdem regelmäßig Jugendturniere aus. Die besten Nachwuchsfußballer werden zu einem Weltfinale nach München eingeladen. „Im besten Fall finden wir den neuen Thomas Müller von China“, träumt Kasper.

„Noch in den Kinderschuhen“ – Asien-Pläne langfristig angelegt

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„Richtige Rohdiamanten“ möchte man in Fernost finden, so Rouven Kasper. Dafür kooperiert der FC Bayern auch mit dem chinesischen Bildungsministerium. Kaspers Mitarbeiter haben laut eigenen Angaben ein Netzwerk aufgebaut, das den Klub immer wieder mit Informationen zu Talenten versorgt. „Von denen haben wir schon zwei, drei mal nach München geholt“, berichtet Kasper. „Das ist alles noch in den Kinderschuhen. Wir sind für ein Land wie China noch nicht ansatzweise perfekt aufgestellt – aber wir sind schon mal da. Wir fahren hier eine langfristige Strategie. Für uns ist wichtig, ob in den nächsten fünf bis 15 Jahren etwas passiert.“

Vom Büro in Shanghai aus eröffnen sich dem FC Bayern München auch weitere Möglichkeiten. „Von dort aus haben wir die Möglichkeit, auch in den umliegenden Regionen Kontakte zu knüpfen, und das machen wir auch“, so Jörg Wacker, Vorstand für Internationalisierung und Strategie im Interview mit der „tz“. Der FC Bayern betreibt auch in Südkorea, Thailand, Japan und Singapur Fußballschulen.