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Die Transfer-Krise steht bevor: Diese Mega-Deals drohen zu platzen

Kai Havertz und Timo Werner
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Wegen der zunehmenden Corona-Krise erwarten Transfer-Experten einen Markteinbruch für die kommenden Sommer-Wechselperiode. Die Zeit der Mega-Deals könnte damit ein für alle Mal vorbei sein. Die Klubs stehen vor einer schwierigen Kaderplanung, auch in der Fussball Bundesliga.

Auch wenn es derzeit noch vollkommen offen ist ob und wann der reguläre Spielbetrieb in den europäischen Top-Ligen fortgeführt werden kann, treiben die Vereine ihre Kaderplanungen für die kommende Saison weiter voran.

Dabei stehen der FC Bayern & Co. vor großen Herausforderungen, da derzeit niemand konkret abschätzen kann wie hoch die finanziellen Einbußen tatsächlich ausfallen werden. Was jedoch bereits feststeht, die Corona-Krise wird sich auf den Transfermarkt und das bevorstehende Sommer-Transferfenster auswirken. Experten sind sich einig, dass alle Klubs den „Gürtel enger schnallen müssen“. Die Zeit der Mega-Deals scheint (vorerst vorbei zu sein).

Auch Dr. Gregor Reiter, Rechtsanwalt und Chef der deutschen Spielerberater, geht von einer Rezession in Sachen Transfers aus wie er gegenüber „SPORT1“ betonte: „Es wäre fahrlässig, wenn ein Klub-Boss in diesen Zeiten einen solchen Deal aushandelt. In dieser ungewissen Situation weißt du als Verein nicht, wie sich dein Markt entwickelt – du hast keine Planungssicherheit. Die Millionen-Transfers aus der Vergangenheit werden künftig wohl genau das sein: Vergangenheit!“

Nicht nur in Spanien, England und Frankreich droht ein Transfereinbruch, auch in der Bundesliga könnten mehrere „große Wechsel“ der Corona-Krise zum Opfer fallen.

Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Interessenten: FC Bayern, FC Liverpool

Kai Havertz
Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Bayer-Coach Peter Bosz hatte vor kurzem betont, dass Leverkusen Top-Talent Kai Havertz aller Voraussicht nach nicht mehr halten kann. Der Niederländer geht davon aus, dass der 20-jährige die Werkself am Ende der Saison verlassen wird.

Die Verantwortlichen bei Bayer hatten in der Vergangenheit Gesprächsbereitschaft signalisiert, jedoch nur wenn die finanziellen Konditionen stimmen. Demnach erhofft sich man eine Ablöse zwischen 100-120 Mio. Euro für den deutschen Nationalspieler. Stand heute ist es kaum vorstellbar, dass Leverkusen kommenden Sommer einen Abnehmer für diesen Preis finden wird. Der FC Bayern befindet sich zwar nach wie vor im Rennen um Havertz, die Münchner sind Berichten zufolge aber nicht gewillt einen dreistelligen Mio-Betrag für den Jungstars auszugeben. Auch der FC Liverpool dürfte sich nach dem frühen Ausscheiden aus UEFA Champions League, der anhaltenden Corona-Krise und dem vollen Kader Gedanken machen was ihnen Havertz tatsächlich wert ist.

Jadon Sancho (Borussia Dortmund), Interessenten: FC Liverpool, FC Chelsea, Manchester City, Real Madrid

Jadon Sancho
Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Neben Havertz steht vor allem der Mega-Deal von BVB-Shooting Star Jadon Sancho auf der Kippe. Der Wechsel des 19-jährigen Engländer im Sommer galt Gerüchten zufolge als sicher. Vor allem aus der Premier League gibt es viele Interessenten und auch Real Madrid soll sich intensiv mit dem Flügelstürmer beschäftigen. In Dortmund ist man nicht gewillt seinen Leistungsträger „ohne Kampf“ ziehen zu lassen und wenn, dann nur bei einer Ablöse zwischen 130-150 Mio. Euro.

Ähnlich wie bei Havertz gibt es derzeit vermutlich nur wenige Klubs die in der Lage sind solch einen Transfer zu stemmen und auch diese werden sicherlich zurückhaltender agieren als noch in den vergangenen Transferperioden.

Leroy Sane (Manchester City), Interessenten: FC Bayern

Leroy Sane
Foto: imago

Auch der geplante Wechsel von Leroy Sane zum FC Bayern ist im Zuge der Corona-Krise sicherlich nicht einfacher geworden. Auch wenn Sane Medienberichten zufolge nach wie vor den festen Willen hat Manchester City zu verlassen und zum deutschen Rekordmeister zu wechseln, gibt es bis dato weder eine Einigung zwischen den beiden Klubs, noch zwischen den Bayern und Sane.

Vergangenen Sommer waren die Bayern bereit bis zu 120 Mio. Euro für den deutschen Nationalspieler zu zahlen. Durch die schwere Knieverletzung und die Corona-Auswirkungen ist diese Summe sicherlich nicht mehr realistisch. Vorteil für die Bayern: Sane hat nur noch einen laufenden Vertrag bis 2021 bei den Sky Blues, so dass diese durchaus mit dem Rücken zur Wand stehen. Sollte man Sane im Sommere nicht ziehen lassen, könnte dieser den englischen Meister ein Jahr später ablösefrei verlassen.

Timo Werner (RB Leipzig), Interessenten: FC Liverpool, FC Bayern, FC Barcelona

Timo Werner
Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images

Last but not least könnte auch der Wechsel von Timo Werner gefährdet sein. Der 24-jährige Stürmer wäre aufgrund einer Ausstiegsklausel in Höhe von 60 Mio. Euro im Sommer relativ günstig zu haben, aber auch bei Werner gibt es keinerlei Garantien dafür, dass sich in Krisenzeiten ein Abnehmer findet.