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Neuer Ultra-Zoff in München: Bayern sperren eigene Fans aus

FC Bayern Fans
Foto: Mike Hewitt/Getty Images

Noch immer hat das Coronavirus die Fußball-Welt gut im Griff und die Stars des FC Bayern München sind gut beraten, sich mit individuellen Trainingsplänen fit zu halten. Ansonsten lassen die Profis via Instagram verlauten, was deren Alltag dominiert. So berichtet Thomas Müller von der Geburtshilfe, die er einem Fohlen gab und von den Gymnastik-Stunden im Garten, die vom Hund unterbrochen werden. Mitten in diese „Quarantäne-Idylle“ könnte nun aber eine Meldung platzen, welche für Aufruhr sorgen und diese Zeit noch unruhiger machen könnte, als sie, von Instagram abgesehen, ohnehin schon ist.


So hat sich die Süddeutsche Zeitung mit der Situation eines Bayern-Fans beschäftigt, welcher vom Verein ein Stadionverbot erhalten hat. Während in den Medien von Ausgangssperren die Rede ist, musste ein Mitglied der Fan-Gruppierung „Munich’s Red Pride“ eine Eingangssperre über sich ergehen lassen. Der entsprechende Brief war auf den 11. März datiert, doch der Fan erhielt die Meldung erst kürzlich. Auffällig ist dieses Verbot deshalb, weil es so radikal ist. Die Sperre gilt für die Säbener Straße, für die Bundesliga-Arena, für den Campus und für das Grünwalder Stadion.

Noch kurioser wird es allerdings, wenn man die Begründung des Vereins analysiert. Im Brief heißt es wörtlich: „Aufgrund Ihrer nachweislichen Beteiligung bzgl. des unerlaubten Einbringens und Einsatzes eines Banners bei der Spielbegegnung FC Bayern II – FC Halle am 17.2.2020 (…)“. Einerseits ist die Formulierung „FC Halle“ durchaus unprofessionell, andererseits wirkt auch die Maßnahme überzogen. Denn auf dem entsprechenden Banner hieß es: „Bayern-Amateure gegen Montagsspiele“. Ein vergleichsweise gezügelter Protest, wenn man ihn mit den harschen Worten in Richtung Dietmar Hopp vergleicht, welche die Vorwochen medial geprägt hatten.

Die Süddeutsche Zeitung legt in diesem Zusammenhang den Verdacht nahe, dass es sich bei diesem Fan um eine „persona non grata“ gehandelt haben könnte. Der Fan stand dem Fanclub „Club Nr. 12“ nahe. In diesem Kontext hatte man sich äußerst kritisch mit dem FCB-Engagement aus Katar auseinandergesetzt und einen katarischen Zwangsarbeiter im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu Wort kommen lassen. Ob hier ein kausaler Zusammenhang besteht? Der Fan will das Verbot jedenfalls nicht auf sich sitzen lassen und vertraut nun auf das Know-How eines Anwalts, welcher keine Rechtsgrundlage hinsichtlich des Verbots sieht. Auf Rummenigge und Co. könnten in den nächsten Tagen also noch etwas mehr Arbeit zukommen.