FC Bayern News

Kommentar: Deshalb muss der FC Bayern mit Flick verlängern

Hansi Flick
Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Es war der 02.11.2019. Der FC Bayern wurde gerade mit 1:5 von Eintracht Frankfurt aus dem Stadion geschossen, die Tabellenspitze aus Mönchengladbach und Leipzig bereits enteilt. 
Am Sonntagabend zog der Rekordmeister den Schlussstrich. Niko Kovac wurde ausgerechnet nach einer Niederlage gegen seinen alten Arbeitgeber entlassen. Hans-Dieter Flick übernahm.

Die erste Frage nach einer Entlassung ist logischerweise: „Wer übernimmt jetzt?“ Bei den Bayern galt Arsene Wenger lange als mögliche Lösung bis Saisonende, doch dazu kam es nicht.

Flick – Furioser Start

Als Interimslösung wurde Hansi Flick vorgestellt. Der ewige Co-Trainer, der seinen großen Triumph bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien feiern durfte. Er galt als sehr menschlich und beliebt bei seinen Spielern, doch unter seiner Art Fußball spielen zulassen wusste keiner so ganz, was man erwarten darf.

In seiner ersten Pressekonferenz als Cheftrainer vor der Partie gegen Olympiakos Piräus in der Champions League gab er bereits einen Einblick in seinen taktischen Stil. Er sprach von „Angriffspressing“ und „Spielkontrolle“ über 90 Minuten. Während man gegen Ende der Amtszeit von Niko Kovac keinen klaren Plan gesehen hat, sowohl offensiv als auch defensiv, er aber lieber die Spieler in die Kritik nahm, anstelle auch einmal Fehler bei sich zu suchen, ließ Flick seinen Worten Taten folgen. Es war beileibe kein glamouröser Fußball, den man gegen Piräus zusehen bekam, allerdings passte die Spielweise wieder zum FC Bayern. Spielkontrolle, hohe Passgenauigkeit, aggressives Gegenpressing bei Ballverlust. Alles Elemente, die in der Vergangenheit verloren schien.

90 Minuten Spitzenfußball bekamen die Bayern anschließend im Topspiel gegen Borussia Dortmund zusehen. Die Flick-Elf war in jedem Bereich überlegen, zogen das Tempo bis zum Spielende durch und ließen lediglich einen Torschuss der Borussia zu.
Das Thema Wenger war mittlerweile abgehakt und Flick erhielt die Garantie bis mindestens zum Winter.

Im Anschluss präsentierte sich der Rekordmeister insbesondere in den ersten Halbzeit brutal stark. Sie begannen eine Siegesserie, die durch zwei Niederlagen gegen Gladbach und Leverkusen getrübt wurde.
Doch auch hier fand Flick einen Ausweg. Er übertrug die Schuld der Niederlagen von den Spielern auf seine Person und sorgte dafür, dass die Mannschaft ihr Selbstvertrauen nicht verlor.
Im Anschluss fegte man die Konkurrenz weg, stand zurück auf Platz eins der Fußball Bundesliga und lieferte nebenbei die beste Champions League-Vorrunde aller Zeiten ab.

In der Rückrunde angekommen hielten die Bayern ihr Niveau, bis auf das Topspiel gegen Leipzig wurde jedes Duell gewonnen, das Highlight gab es in der Champions League gegen Chelsea. Es wird wohl als jenes Duell in Erinnerung bleiben, wo Flick die letzten Zweifler überzeugte. Der übrig gebliebene Rest, der Erik Ten Hag als langfristigen Bayern-Trainer sehen wollte, wurde hier eines besseren belehrt.
Gegen den großen Konkurrenten aus England, der im Jahre 2013 das „Finale Dahoam“ versaute, wurde im eigenen Stadion an die Wand gespielt.

Flick – Freund und Helfer

Wie oben genannt, mögen die Spieler ihren Trainer, eine wichtige Voraussetzung. Es sind die Kleinigkeiten, die ihm im Team so beliebt machen. Er spricht mit seinen Spielern, erklärt ihn seine Entscheidungen, macht ihnen Hoffnung und vieles mehr. Er versteht seine Jungs und ist auch immer für ein Spaß zu haben.
Es sind die Menschenfänger, mit denen die Bayern die größten Erfolge feierten. Ob Hitzfeld, Heynckes oder jetzt eben Flick.

Als Javi Martinez in der Hinrunde gegen die TSG Hoffenheim zum wiederholten male keine Einsatzminuten bekam, musste er nach Spielende getröstet werden. Der damalige Co-Trainer Hansi Flick nahm sich der Rolle an und trösteten den Spanier minutenlang. Wie bereits erwähnt, es sind die Kleinigkeiten.

Flick gibt seinen Spielern Chancen, auch nach schwächeren Leistungen. Er baut sie wieder auf, die besten Beispiele sind Thiago oder Thomas Müller. Er wirft auch ein Auge auf die Jugend und gönnt den Talenten des Rekordmeisters Einsatzzeiten. Kurz gesagt: Er macht seine Spieler besser.

Aufgrund dieser Tatsachen sollte es nur eine Lösung geben: Flick muss einen längerfristigen Vertrag bekommen.