Bundesliga

Friedensangebot ohne Wirkung: Das sagt die Fan-Szene zum Hopp-Statement

Dietmar Hopp
Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Dietmar Hopp hat den Ultra-Gruppierungen am vergangenen Wochenende im Aktuellen Sportstudio des ZDF ein Friedensangebot unterbreitet. Die Fan-Szene reagierte jedoch eher zurückhaltend auf die Aussagen des 79-jährigen.

Kurz vor der Corona-Krise sorgten die organisierten Ultra-Gruppierungen in der Fussball Bundesliga für zahlreiche Negativschlagzeilen, als diese den TSG-Mäzen Dietmar Hopp mit beleidigenden Anfeindungen und Beschimpfungen attackierten.

Der 79-jährige äußerte sich, etwas überraschend, im ZDF-Interview und zu diesem Thema und reichte den Ultras dabei die Hand. Der Auftritt von Hopp hat jedoch scheinbar nicht die gewünschte Wirkung erzielt.

„Unglücklich und unpassend“

„Mich würde es natürlich freuen, wenn diejenigen, die mich grundlos seit 13 Jahren beschimpfen, irgendwann einmal damit aufhören. Mich zum Gesicht des Kommerzes zu machen, ist nicht nachvollziehbar. Ich würde euch gerne mal meine Geschichte mit der TSG Hoffenheim erzählen, die nun schon 66 Jahre andauert. Ich will das aber alles gerne vergessen, wenn es von nun an Geschichte ist“, so formulierte Hopp am Samstagabend sein Friedensangebot an die Ultras.

Der Sprecher der Interessensgemeinschaft der Fanorganisationen „Unsere Kurve“ Rainer Vollmer verlangt nicht nur Worte, sondern auch Taten. „Ich bin gespannt, ob den Worten auch Taten folgen. Unmittelbar nach den Protesten hatte Herr Hopp ja einige Giftpfeile abgeschossen.“ Vollmer kritisierte zudem den Auftritt von Hopp: „Ich fand den Auftritt unglücklich. In so einer Situation ein solches Fass wieder aufzumachen, ist unpassend. Wir haben aktuell andere Sorgen“.

Das Bündnis ProFans hingegen scheint nicht bereit zu sein auf Hopp zu zugehen, wie die Aussagen von Sprecher Sig Zelt erahnen lassen: „Er hat bis heute nicht verstanden, worum es im Kern der Proteste wirklich ging“. Demnach geht es den Ultras vor allem um die Kollektivhaftung durch den Deutschen Fußball-Bund und nicht um die Person Hopp.

Auch Jan-Henrik Gruszecki, vom Bündnis Südtribüne sieht es ähnlich. „Das Thema Dietmar Hopp ist uns derzeit egal. Das Statement allerdings spricht für sich“.