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Rummenigge kritisiert europäische Top-Klubs: „Man hat jahrelang über seinen Möglichkeiten hinaus gelebt“

Karl-Heinz Rummenigge
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Die anhaltende Corona-Krise stellt viele Klubs in Europa vor große Herausforderungen, vor allem mit Blick auf die finanziellen Auswirkungen. Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat sich im Interview mit der italienischen „Corriere dello Sport“ über die aktuelle Lage im europäischen Fussball geäußert und dabei auch die „großen Klubs“ kritisiert.



Die Coronavirus-Pandemie hat den Fussball in Europa nach wie vor fest im Griff. Der Ball ruht und viele Klubs droht im Zuge der aktuellen Krise der finanzielle Kollaps. Medienberichten zufolge droht auch vielen Bundesliga-Vereinen eine Insolvenz, sollte der Spielbetrieb nicht bald wieder aufgenommen werden.

Auch der FC Bayern kämpft gegen die Corona-Krise an, hat jedoch keine existenziellen Probleme wie manch anderer „Top-Klub“. FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich im Gespräch mit der „Corriere dello Sport“ über die angespannte Lage in Europa und kritisierte dabei auch das Verhalten vieler Klubs in der Vergangenheit.

„Zu viele Klubs haben sich unhaltbare Schulden angehäuft“

Laut Rummenigge würden viele Vereine in der aktuellen Krise nun die Quittung dafür erhalten, dass man in den Jahren zuvor auf „zu großen Fuß gelebt“ hat: „Viele Klubs, auch die wichtigsten, sind in großen Schwierigkeiten. Der Fußball hat in den vergangenen zehn Jahren weit über seine Möglichkeiten hinaus gelebt und die Kosten ständig erhöht“.

Auch wenn Rummenigge keine Namen nannte, ist der 60-jährige froh, dass die Bayern den Transfer- und Gehaltswahnsinn nie mitgemacht haben: „Zu viele Klubs haben sich unhaltbare Schulden angehäuft, indem sie alle Risiken selbst eingegangen sind. Bayern hat eine Philosophie, die es nie geleugnet hat: Auf dem Markt haben wir immer bar bezahlt, mit unserem eigenen Geld, ohne Zugang zu Krediten, keine Bank kann bei uns einen Kredit beanspruchen“.

Der Bayern-Boss hofft zudem, dass die FIFA und die UEFA „Hand in Hand“ den Ligen und Klubs in dieser Phase zur Seite stehen und die politischen Grabenkämpfe untereinander außen vorlassen. Rummenigge nimmt vor allem FIFA-Präsident Gianni Infantino in die Pflicht: „Ich hoffe, dass er wesentliche Schritte unternehmen wird, um den Ligen durch einen Solidaritätsfonds zu helfen. Entscheidend ist, dass das Geld nicht in die falschen Hände gerät. Wir brauchen Klarheit und Entschlossenheit“.