Bundesliga

Hainer spricht sich für Lockerung der 50+1-Reglung aus: „Das sollte man den Vereinen selbst überlassen“

Herbert Hainer
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Ausgelöst durch die anhaltende Corona-Krise haben die Diskussionen rund um die Lockerung der 50+1-Reglung in der Bundesliga neuen Schwung erhalten. Immer mehr Klubs und Verantwortlichen zeigen sich offen für eine Anpassung der Regel. Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer befürwortet eine Lockerung der 50+1-Reglung.

Die Coronavirus-Pandemie stellte viele Bundesliga-Klubs für immense wirtschaftliche Herausforderungen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge droht sogar mehreren Erstligavereinen eine Insolvenz, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.

Viele Funktionäre haben sich in den vergangenen Tagen und Wochen für eine Lockerung der 50+1-Reglung ausgesprochen und sehen darin einen Ausweg aus der Krise. Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer hat sich nun für eine Anpassung der Regel ausgesprochen.

Hainer möchte den Vereinen die Wahl lassen

In der „ZDF Sportreportage“ äußerte sich Hainer wie folgt dazu: „50+1 hat bestimmten Vereinen nicht geholfen. Aber ich bin der Meinung, dass man es den Vereinen selbst überlassen sollte, wie viele Anteile sie abgeben. Man kann das in die Eigenverantwortung der Vereine geben“.

Während in vielen anderen europäischen Top-Ligen Investoren bereits die Mehrheit an Vereinen besitzen, verhindert die 50+1-Regel im deutschen Fussball, dass Geldgeber mehr als die Hälfte der Anteile eines Klubs übernehmen. Hainer hatte sich bereits im Februar, vor der Corona-Krise, für eine Abschaffung der 50+1-Regel stark gemacht.

Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte sich zuletzt über eine möglicher Lockerung der 50+1-Regel geäußert, dabei jedoch gewarnt, dass man in der aktuellen Lage nicht schwach werden dürfte. Laut Watzke könnte es im Zuge der Corona-Krise „zur großen Stunde der 50+1-Kritiker kommen, die dann alles versuchen werden, um den deutschen Fußball auch nach angelsächsischem Vorbild zu organisieren“.