FC Bayern Campus

Campus-Chef Sauer über die Nachwuchs-Transferstrategie: „Wir gehen selektiv vor, nicht aggressiv“

Jochen Sauer
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Der FC Bayern hat seine Nachwuchsentwicklung in den vergangenen Jahren deutlich vorangetrieben. Ein Meilenstein war vor allem der Bau und die Eröffnung des „Bayern Campus“. Das eigene Nachwuchszentrum spielt Campus-Chef Jochen Sauer auch eine entscheiden Rolle bei der Neuverpflichtungen vielversprechender Talente.



Der FC Bayern arbeitet derzeit mit Hochdruck an den Planungen für die kommende Saison. Dabei steht nicht nur die Profimannschaft von Hansi Flick im Fokus, auch im Nachwuchs- und Jugendbereich sind die Münchner sehr aktiv auf dem Transfermarkt. Mit Junioren-Nationalspieler Lenn Jastremski (Wolfsburg) hat man erst vor kurzem einen Transfer unter Dach und Fach gebracht. Berichten zufolge steht auch Armindo Sieb (Hoffenheim) kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern.

Nachwuchs-Chef Jochen Sauer hat sich im Gespräch mit „SPORT1“ über die Transferstrategie der Münchner bei der Verpflichtung junger Talente geäußert. Der 47-jährige verriet dabei worauf die Bayern bei jungen Nachwuchstalenten achten.

„Durch den Campus sind wie sehr attraktiv geworden“

Sauer hat vor kurzem seinen auslaufenden Vertrag beim FC Bayern verlängert und ist, gemeinsam mit Herman Gerland, verantwortlich für den Nachwuchsbereich beim deutschen Rekordmeister. Die Münchner haben den Anspruch in Zukunft mehr eigene Spieler bei den Profis zu etablieren. Laut Sauer liegt der Fokus nicht konstant neue Talente zu verpflichten: „Wir versuchen, so viele eigene Spieler wie möglich in den Herrenbereich durchzubringen. Wenn wir einen Spieler dazuholen, muss dieser deutlich mehr Qualität haben als jemand, der schon bei uns spielt. Ein potentieller Neuzugang muss in seinem Jahrgang zu den Top 3 bis 5 gehören. Ansonsten ist er für uns nicht interessant“.

Neben dem neuen Bayern Campus hat der FCN laut Sauer noch einen weiteren Vorteil im Vergleich zu vielen anderen Klubs in Deutschland: „Durch den Campus und unsere gute Infrastruktur ist es für viele Spieler attraktiver geworden, nach München zu kommen. Mit der Dritten Liga gibt es eine weitere Entwicklungsplattform, die viele andere Vereine nicht bieten können. Für junge Spieler ist diese Profiliga sehr attraktiv“.

Zudem betont Sauer, dass es beim FCB nicht um Quantität geht, sondern um Qualität: „Wir gehen nicht wahnsinnig aggressiv vor, sondern eher selektiv. Wenn ein Spieler das Team besser machen kann, dann versuchen wir ihn zu verpflichten“.

„Wir fokussieren uns bei Neuzugängen meistens auf den deutschen Markt“

In Sachen Scouting sind die Bayern schon seit geraumer Zeit international unterwegs. Die wichtigsten Auslandsmärkte sind laut Sauer derzeit aber Frankreich und England. Aber auch im asiatischen und im US-amerikanischen Raum haben die Münchner ihre Scouts im Einsatz. Trotz des „globalen Ansatzes“, schaut man sich stets zuerst in Deutschland um: „Wir fokussieren uns bei Neuzugängen meistens auf den deutschen Markt“.

Ein weiterer Pluspunkt der Bayern: sie haben durchaus namenhafte und prominente Trainer in den U-Bereichen: „Zeigen Trainer wie Klose oder Demichelis ihnen diesen Weg, also Ex-Profis, die selbst auf allerhöchstem Niveau gespielt haben, dann ist das für den Spieler natürlich noch glaubwürdiger“.

Mit Joshua Zirkzee hat sich in der laufenden Saison ein Campus-Talent in sehr guter Verfassung bei den Profis präsentiert. Mit Oliver Batista Meier haben die Münchner zudem ein weiteres „Feuer im Eisen“, welches in der kommenden Saison mehr Spielzeiten bei den Profis erhalten soll. Das Ziel ist klar: die Bayern wollen langfristig wieder Eigengewächse wie Thomas Müller, David Alaba oder einst Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber bei Profis etablieren.