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Teamcheck FC Bayern „Die Abwehr“: Wer darf im Abwehrzentrum ran?

Lucas Hernandez und Jerome Boateng
Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Nun ist es offiziell: die Bundesliga wird ab dem 16. Mai fortgesetzt werden. Der FC Bayern tritt dabei erstmals wieder am Sonntag, den 17. Mai in Erscheinung. Um 18:00 Uhr gastiert der amtierende deutsche Meister in Berlin bei Union. Welche Mannschaft wird Hansi Flick dabei ins Rennen schicken? Welche Spieler haben ihre Form aufgrund der besonderen Bedingungen in der Corona-Zeit steigern können? Wer kann letztlich von der langen Auszeit profitieren, wer hat hingegen das Nachsehen?



Als Gewinner der Corona-Zeit kann zweifellos Niklas Süle bezeichnet werden. Der Innenverteidiger erlitt bereits den zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere und stand kurz davor, die Europameisterschaft aufgrund der Verletzung verpassen zu müssen. Durch Corona hat sich alles verändert. Nicht nur findet die EM erst 2021 statt, Süle hat auch relativ wenig Zeitdruck, was den weiteren Verlauf der Saison anbetrifft. In Ruhe konnte Süle an seiner Fitness arbeiten.

Niklas Süle
Foto: imago images

Inzwischen befindet er sich am Ende der Reha-Phase. Ehe er zurückkehren kann, werden aber noch einige Wochen vergehen. Dennoch kann Hansi Flick zur entscheidenden Phase der Saison wieder aus dem Vollen schöpfen. Süle in Bestform würde bedeuten, dass sich am Defensiv-Gefüge der Bayern so einiges verändern könnte. Sollte Süle neben Boateng in der Zentrale auflaufen, könnte Alaba wieder hinten links eingesetzt werden. Doch was geschieht dann mit Shooting Star Davies? Kommt Alaba etwa wie Kimmich im Mittelfeld zum Zug? Oder sitzt Boateng trotz zuletzt guter Leistungen dann auf der Bank? Und was ist eigentlich mit Lucas Hernández?

Hernández‘ Härtetest

Der Franzose konnte die hohe Ablösesumme, die man für den Verteidiger ausgab, bislang nicht rechtfertigen. Schuld daran war aber natürlich auch die Tatsache, dass er nach seiner schweren Verletzung erst wieder fit werden musste. Die Verantwortlichen des Rekordmeisters werden den 24-Jährigen in den kommenden Wochen genau observieren. Aufgrund der Dichte der Spiele wird er von Hansi Flick mit Sicherheit den einen oder anderen Einsatz bekommen. Sollte Hernández dabei nicht überzeugen können, könnte er als 80-Millionen-Missverständnis abgestempelt werden. Wechselgerüchte (Real Madrid) kursieren bereits. Der Mann, der in dieser Bundesliga-Saison bislang elf Mal zum Einsatz kam, dürfte insgesamt von der Corona-Situation aber auch profitiert haben, denn nun befindet er sich auf einem körperlich einwandfreien Level.

Lucas Hernandez
Foto: imago images

Jérôme Boateng ließ in der Corona-Pause keinen Zweifel daran, dass er seine Fitness nicht vernachlässigte, denn regelmäßig ließ er seine Fans auf den sozialen Kanälen daran teilhaben, wie professionell er sein Training angeht. Boateng galt einst als abgeschrieben, hat unter Hansi Flick aber bewiesen, dass er nach wie vor einen Mehrwert für die Mannschaft darstellt. Er muss die guten Leistungen der bisherigen Spiele bestätigen, denn mit Hernández und Süle im Rücken schläft die Konkurrenz auf seiner Position nicht.

Flicks Qual der Wahl

Auf der rechten Abwehrseite behielt Benjamin Pavard die Nase vor Alvaro Odriozola klar vorn. Das lag aber auch daran, dass der Spanier noch wie ein Fremdpartikel wirkte, was auch nicht sonderlich verwunderte, da er bei Real Madrid kaum zum Einsatz kam und meistens noch nicht einmal im Kader stand. Pavard, der einst von Hoeneß als Top-Transfer geadelt wurde, wird seine Position wohl weiter bekleiden dürfen, denn Joshua Kimmich scheint sich im Mittelfeld festgespielt zu haben. Für den Spanier geht es darum, nicht zum Flop-Einkauf zu verkommen. Denn ohne die üblichen Einsätze wird man in München kaum daran interessiert sein, den Spanier fest zu verpflichten.

Die linke Abwehrseite der Bayern stellt Hansi Flick vor interessante Aufgaben. Da Niklas Süle wieder fit wird und auch Lucas Hernández sein Potenzial unter Beweis stellen muss, stellt sich die Frage, ob David Alaba seinen Platz in der Innenverteidigung behalten wird. Gerade in den wichtigen Spielen wäre es eventuell von Vorteil, zwei gelernte Innenverteidiger auf dem Rasen stehen zu haben. Alaba, der sich in den letzten Jahren zu einem der besten Linksverteidiger entwickelte, würde dann wieder auf seiner alten Position spielen. Doch was ist mit Alphonso Davies? Der Kanadier zwar zweifellos der Gewinner der bisherigen Bayern-Saison. Damit das aber auch so bleibt, muss er seine Spritzigkeit weiter unter Beweis stellen. Dennoch hat Flick mit Süle, Boateng, Alaba, Hernández und Davies die Qual der Wahl, wer innen und wer links hinten eingesetzt wird. Spielt der Österreicher am Ende vielleicht sogar im Mittelfeld? Wird Davies doch wieder als Flügelspieler eingesetzt werden?

Durch die Corona-Pause konnten die ehemals verletzten Spieler an ihrer Form arbeiten und so ist das Kader-Niveau des FCB ausgeglichener denn je. Alles beginnt mehr oder weniger bei null. Vielleicht zeichnet sich schon im Spiel gegen Union ab, wer in der Abwehr als Gewinner der verrückten Quarantäne-Zeit hervorgehen wird.

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