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Alaba über den Kampf gegen Rassismus: „Ein Hashtag unter einem Post reicht nicht“

David Alaba
Foto: imago images

Der FC Bayern hat bereits im März dieses Jahres mit seiner Aktion „Rot gegen Rassismus“ ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung, Beleidigungen, Intoleranz und Rassismus gesetzt. Ausgelöst durch den Todesfall George Floyd haben die Münchner am vergangenen Wochenende erneut klare Kante im Kampf gegen den Rassismus gezeigt. David Alaba äußerte sich im Gespräch mit der „BILD Zeitung“ über die aktuellen Geschehnisse und seine persönlichen Erfahrungen mit Rassismus.

Der tragische Todesfall George Floyd hat weltweit für Aufsehen und Entsetzen gesorgt. Auch in der Fußball Bundesliga haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Spieler und Klubs ein deutliches Zeichen im Kampf gegen den Rassismus gesetzt.

Bayern-Profi David Alaba hat sich im Interview mit der „BILD Zeitung“ erstmals ausführlich über das Thema Rassismus geäußert.

„Das Thema Rassismus beschäftigt mich leider ein Leben lang“

In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Diskussionen darüber inwiefern Bundesliga-Profis auf dem Feld bzw. während eines Spiels mit „politischen Botschaften“ ein Signal setzen dürfen im Kampf gegen den Rassismus. David Alaba hat hierzu eine klare Meinung: „Jeder sollte für das stehen, woran er glaubt und seine eigene Meinung vertreten. Mich haben beispielsweise die Gesten von Jadon Sancho, Weston McKennie und Marcus Thuram gefreut“.

Der gebürtige Österreicher wurde bereits während seiner Kindheit mit Rassismus konfrontiert, leider hält dieser Zustand bis heute an: „Ich hatte in meinem Leben immer wieder Berührungspunkte mit dem Thema Rassismus, in meiner Jugendzeit, in meiner Kindheit, auch heute noch. Das Thema Rassismus beschäftigt mich leider ein Leben lang“.

Als erfolgreicher Fußball-Profi spürt Alaba, dass er weniger mit dem Thema Berührung kommt, dennoch ist Rassismus für ihn immer präsent: „Durch meinen Status werde ich in der Öffentlichkeit nicht mehr so mit dem Thema Rassismus konfrontiert wie beispielsweise viele Freunde von mir, die mir davon erzählen“.

Der Todesfall George Floyd hat weltweit einen „neuen Kampf“ gegen Rassismus ausgelöst. Aus Sicht von Alaba ist es traurig, dass dies erst durch solch einen tragischen Auslöser dazu gekommen ist.

„Man muss miteinander kämpfen“

Auch wenn der Anklang, vor allem in den sozialen Medien, durch den Hashtag #blacklivesmatter sehr groß ist, betont Alaba, dass der Kampf gegen Rassismus darüber hinaus geht: „Ein Hashtag ist ein Symbol, das in Ordnung ist – aber das ist zu wenig. Ein Hashtag unter einem Post reicht nicht (…) Man muss miteinander gegen das Thema Rassismus kämpfen“.

Laut Alaba werden die aktuellen Geschehnisse auch in der Bayern-Kabine unter den FCB-Spielern thematisiert und diskutiert: „Das Thema ist aktuell sehr präsent, dementsprechend haben wir innerhalb der Kabine darüber gesprochen. So kam es auch zu unserer Reaktion mit der Binde ,Black Lives Matter‘ am Arm in Leverkusen: Das war eine Idee aus der Mannschaft heraus. Wir als Spieler sind in einer Position, in der wir vorangehen und unseren Beitrag leisten wollen“.