Bundesliga

Verwirrung um Fan-Rückkehr in der Bundesliga: Politik ist sich uneinig wie es weitergeht

Allianz Arena
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Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie werden Großveranstaltungen in Deutschland bis mindestens Ende Oktober verboten bleiben, darauf haben sich Bund und Länder diese Woche verständigt. Davon ist auch die Fußball Bundesliga betroffenen. Die Regelung lässt allerdings auch Ausnahmen zu, die jedes Bundesland selbst auslegen kann. Dies führt bereits jetzt schon zur Verwirrung in Sachen Fan-Rückkehr.

Während sich die laufende Bundesliga Saison dem Ende zuneigt, laufen im Hintergrund bereits die Vorbereitungen für die neue Saison 2020/21. Im Fokus der Planungen steht dabei auch die Frage ob und wann die Fans in die Stadien zurückkehren können.

Der FC Bayern und Borussia Dortmund haben in den vergangenen Tagen bereits angedeutet, dass sie sich mit „ersten Konzepten“ diesbezüglich beschäftigen. Entscheidend dafür ist doch ob die Politik ihr grünes Licht erteilt. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen scheint eine zeitnahe Rückkehr der Zuschauer jedoch nicht realistisch zu sein.

Bundesländer sind sich uneinig

Am Mittwoch haben sich Bund und Länder auf eine Verlängerung des Verbots für Großveranstaltungen in Deutschland verständigt. Demnach sollen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern mindestens bis Ende Oktober verboten werden. Darunter fallen auch Spiele der Fußball-Bundesliga.

Das Problem: Die konkrete Umsetzung der Corona-Verordnung ist Ländersache und diese scheinen sich bereits jetzt schon uneinig zu sein, wie man das Verbot konkret umsetzen wird. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hält Spiele in der Fußball Bundesliga mit Zuschauern für möglich und äußerte sich gegenüber der „BILD Zeitung“ wie folgt dazu: „Es ist denkbar, dass man auch Sport-Großveranstaltungen organisiert. Es müsse aber weiterhin möglich sein Kontakt zu vermeiden, eventuell nachzuverfolgen und die Infektionsgefahr für die Spieler gering zu halten“.

Tschentscher beruft sich dabei auf eine „Hintertür“ in der jüngsten Vereinbarung, welche besagt, dass Großveranstaltungen durchgeführt werden können, wenn eine „Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln möglich sei“. Wie konkret so etwas umgesetzt werden kann bei Fußball-Spielen mit 10.000 bis 20.000 Zuschauern im Stadion ist derzeit offen.

DFL und DFB arbeiten bereits an „entsprechenden Konzepten“

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier möchte einen Einzelgang der Länder vermeiden, was mit Blick auf die Bundesliga ohnehin nicht möglich ist. Der CDU-Politiker forderte diese Woche ein „bundesweit einheitliches Vorgehen“. Dazu sei ein Konzept des Deutschen Fußball-Bunds oder der Deutschen Fußball-Liga notwendig.

Auch Dagmar Freitag, die Sportausschussvorsitzende des Bundestages, betonte gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“, das Sport-Großveranstaltungen eine besonders große Herausforderung sind. Im Sport geht es sehr „emotional zu“ und „wo Emotionen hochkochen, fallen Abstandsregeln vermutlich sehr schnell.“

Weder die DFL noch der DFB wollten sich diese Woche zu möglichen Folgen der neuen Regelung für Großveranstaltungen für die nächste Saison äußern. Auf FAZ-Anfrage teilte der DFB jedoch mit, dass „die entsprechenden Konzepte noch in der Entwicklung und Abstimmung sind.“