Bundesliga

„Task Force Zukunft Profifußball“ – DFL kündigt Veränderungen im deutschen Fußball an

DFL
Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Mit der Initiative „Unser Fußball“ hat sich diese Woche eine neues Fan-Bündnis innerhalb der Bundesliga gegründet. Dieses fordert einen zügigen „Wertewandel im deutschen Profifußball“. Auch die Deutsche Fußball-Liga hält Veränderungen für notwendig und hat angekündigt, diese im Rahmen der Task Force „Zukunft Fußball“ ab Herbst in Angriff zu nehmen.

In den vergangenen Monaten wurde viel über die Auswirkungen und vor allem die (langfristigen) Folgen der Corona-Krise für den deutschen Fußball diskutiert. Fans, Klubs und die Liga sind sich einig: Unabhängig wie diese konkret aussehen werden, ein weiter so darf und wird es im deutschen Profifußball nicht geben.

Das neue Fan-Bündnis „Unser Fußball“, welches erst diese Woche gegründet wurde, erhöht nun den Druck auf die DFL und den DFB und fordert eine zeitnahe Ausarbeitung von Reformplänen und eine schnelle Umsetzung dieser.

Es geht um viel mehr als finanzielle Maßnahmen

Bei der Vergabe der neuen Bundesliga TV-Rechte ist die DFL nochmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die finanziellen Einbußen, bedingt durch die Corona-Krise, belaufen sich (im Vergleich zur letzten Vergabe) „nur“ auf 260 Mio. Euro. Experten haben mit einem deutlichen schlechteren Ergebnis gerechnet.

Dennoch wird sich die DFL in den kommenden Wochen und Monaten intensiv mit der Frage beschäftigen, wie es zukünftig mit dem deutschen Profifußball weitergeht. 13 der 36 Profiklubs drohte, laut einer DFL-internen Auswertung, im Zuge der Corona-Krise eine Insolvenz. Darunter befinden sich auch Liga-Größen wie der FC Schalke 04. Als grundlegendes Problem gelten vor allem die Spielergehälter und die hohen Ablösesummen.

Neben wirtschaftlichen Fragestellungen müssen sich die DFL und der DFB auch mit den Geschehnissen Ende Februar beschäftigen, als es zu massiven Fan-Protesten in der Fußball Bundesliga gekommen war, welche ihren unschönen Höhepunkt in Schmähplakaten und  zahlreichen Diffamierungen gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp gefunden haben. Die Corona-Krise hat eine konsequente Aufarbeitung dieser Vorfälle verhindert. Der Vorwurf, der Profifußball entferne sich immer weiter von seiner Basis, wurde nach wie vor inhaltlich nicht aufgearbeitet.

DFL kündigt Dialog auf allen Ebenen an

Während die Fan-Proteste in den vergangenen Monaten in den Hintergrund gerückt sind, erhalten diese durch das Bündnis „Unser Fußball“ eine neue Plattform. Mehr als 1700 Fanclubs aus ganz Deutschland haben die Erklärung bereits unterzeichnet. Hinzu kommen knapp 8000 Einzelpersonen. Alle samt fordern „einen glaubhaften Grundsatzbeschluss sowie die Einleitung konkreter Reformen“. Zudem soll der Reformprozess nicht erst im Herbst beginnen, so wie es die DFL angekündigt hat, das Bündnis fordert „Vereine und Verbände auf, vor dem Beginn der kommenden Saison zu handeln“.

Die DFL hat mittlerweile auf die Gründung des neuen Fan-Bündnisses reagiert und angekündigt, dass man den „stetigen Dialog auf allen Ebenen“ suchen wird und die Notwendigkeit von Reformen bestätigt. Wie schnell der Ligaverband den „Wertewandel in der Bundesliga“ angehen wird bleibt abzuwarten.