Bundesliga

Fan-Rückkehr droht zum Streitthema in der Bundesliga zu werden

Allianz Arena
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In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Spekulationen und Gerüchte über eine mögliche Fan-Rückkehr in der Fußball Bundesliga. Sachsen hat als erstes Bundesland angekündigt die Zuschauer-Beschränkungen zu lockern. RB Leipzig hat bereits grünes Licht erhalten ab dem 1. September mehr als 20.000 Zuschauer erneut in die Red Bull Arena zu lassen. Die Rückkehr der Fans in die Stadien droht jedoch zum Streitthema innerhalb der Liga zu werden.

Wann dürfen die Fans wieder in die Stadien? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit nicht nur die DFL, sondern alle 36 Profi-Klubs. Es ist ein offenes Geheimnis, dass im Hintergrund bereits Gespräche geführt werden und an ersten Konzepten gearbeitet wird.

Mit Sachsen hat nun das erste Bundesland Nägel mit Köpfen gemacht. Ab dem 1. September sind in Sachsen Fans in die Stadien wieder erlaubt, unter den Voraussetzungen, dass eine Kontaktnachverfolgung erfolgt, Abstandsregeln eingehalten werden und ein Hygienekonzept besteht. Damit könnte RB Leipzig zum Auftakt der neuen Bundesliga Saison bereits vor mehr als 20.000 Zuschauern spielen.

Leipziger Zuschauer-Konzept sorgt für Diskussionsbedarf

Um die Auflagen der lokalen Behörden einzuhalten sieht das Zuschauer-Konzept in Leipzig jedoch reichweichende Maßnahmen vor. Unter anderem sollen personalisierte Tickets mit Namen und Handy-Nummern vergeben werden, Maskenpflicht und feste Einlasszeiten sind ebenfalls Pflicht. Dauerkarten-Besitzer haben ein Vorrecht und die verfügbaren Karten werden gelost.

Das Problem: Laut der Landespolitik in Sachsen, greifen die Lockerungen erst, wenn eine Einigung mit dem DFB und allen anderen Beteiligten erzielt wird. Heißt im Klartext: Einen Alleingang von RB Leipzig wird es nicht geben. RB-Vorstandsboss Oliver Mintzlaff äußerte sich wie folgt dazu: „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung der Politik. Wichtig ist aber nun, dass wir auch im Sinne der Gemeinschaft der Bundesliga eine einheitliche Lösung für alle Klubs finden. An diesem Konzept wird die DFL weiter federführend arbeiten“.

Die Leipziger-Lösung sorgt bereits jetzt schon für Diskussionsbedarf in der Bundesliga. Grund: Vereine wie Borussia Dortmund wehren sich gegen den Einsatz von personalisierten Tickets und fürchten den Zwist mit den eigenen Fans.

In Frankfurt und bei Union Berlin sieht man die Teilöffnung der Stadien kritisch. Während die Eintracht Angst hat mit zu vielen Auflagen die eigenen Dauerkarten-Besitzer zu vergraulen, betonte Union-Klubsprecher Christian Arbeit, dass man nicht „einer reduzierten Lösung in den Prozess“ starten möchte.

Auch wenn alle den Willen haben so schnell wie möglich wieder vor Zuschauern zu spielen, ist es derzeit vollkommen offen ob und bis wann man alle Einzelinteressen unter einen Hut bringt. DFL-Boss Christian Seifert hatte unlängst betont, dass man mit Hochdruck an einer Lösung arbeitet, der 50-jährige deutete aber zugleich an, dass man diese zum Saisonstart vermutlich nicht erreichen wird.