Bundesliga

TV-Gelder-Zoff: Bundesliga droht durch Eurosport-Kündigung ein Millionen-Schaden

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Aktuellen Medienberichten zufolge droht ein neuer TV-Gelder-Zoff in der Fußball Bundesliga. Die außerordentliche Kündigung des ehemaligen Rechteinhabers Eurosport könnte einen Millionen-Schaden verursachen. Zudem ist derzeit noch nicht geklärt, wer in der kommenden Saison die Freitagsspiele in der Bundesliga übertragen wird.

Während in den vergangenen Wochen die Vergabe der neuen Bundesliga TV-Rechte im medialen Fokus stand, kämpft die Deutsche Fußball-Liga im Hintergrund weiterhin um eine Millionen-Zahlung vom ehemaligen Rechteinhaber Eurosport. Der TV-Sender hat seinen laufenden Vertrag mit der DFL außerordentlichen gekündigt. Neben wirtschaftlichen Auswirkungen hat dies auch zur Folge, dass derzeit noch nicht feststeht, wer zur neuen Saison die Freitagsspiele übertragen wird.

DFL wartet auf ein Urteil im Eurosport-Streit

Im Rahmen der Corona-Krise konnte sich die DFL mit allen Rechteinhabern auf eine Lösung in Sachen TV-Gelder verständigen. Lediglich Eurosport machte während Corona-Zwangspause Gebrauch von einem Sonderkündigungsrecht und hat keinerlei Interesse mehr an der Bundesliga.

Der Streit mit dem US-Konzern Discovery, der Muttergesellschaft von Eurosport, ist mittlerweile vor dem Schiedsgericht gelandet. Beide Parteien warten auf eine Urteilsverkündung. Wann diese erfolgen wird ist derzeit jedoch offen. Klar ist aber: Der DFL droht ein Verlust von mehreren Millionen Euro. Zudem läuft die Liga Gefahr, dass sie kurzfristig einen neuen TV-Partner suchen muss.

Medienberichten zufolge liegt der Streitwert bei 70 Mio. Euro. Sollte die DFL den Rechtsstreit gewinnen, muss Eurosport diesen Betrag an die Klubs auszahlen und wäre aller Voraussicht nach auch kommende Saison weiterhin Vertragspartner der DFL. Im Falle einer Niederlage, muss die Liga mit massiven finanziellen Einbußen rechnen und die DFL muss sich zeitgleich auf die Suche nach einem neuen Partner machen.

In Summe geht es um 45 Live-Spiele, darunter 30 Partien am Freitag sowie jeweils fünf am Sonntag und Montag. Zudem gehören vier Relegationsspiele und der Supercup dazu. Das Problem: Durch die Kündigung von Eurosport hat auch Streamingdienst-Anbieter DAZN seine TV-Rechte verloren.

Sollte es zu einer neuen Vergabe des Eurosport-Pakets kommen, wäre DAZN jedoch in der Pole Position und vermutlich auch der einzige Interessent. Sky darf aus kartellrechtlichen Gründen nicht mitbieten und US-Internetriese Amazon scheint nach seinen ersten Versuchen während der Corona-Krise kein Interesse mehr an der Bundesliga zu haben.