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Heynckes-Assistent Hermann lobt Klose-Beförderung

Miroslav Klose
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Will man etwas über die Rolle eines Co-Trainers in einer Profimannschaft erfahren, unterhält man sich am besten mit Peter Hermann. Denn der war nicht nur viele Jahrzehnte als zweiter Mann hinter einem Cheftrainer in der Bundesliga tätigt, sondern dies auch äußerst erfolgreich. Als Jupp Heynckes‘ Co-Trainer zeichnete er 2013 mit verantwortlich für den größten Erfolg des FC Bayern in seiner jüngeren Geschichte, den Gewinn des Triples. Im „kicker“ blickt Peter Hermann mit viel Wohlwollen auf die interne Beförderung von Miroslav Klose vom U17-Coach zum Co-Trainer.

Wie sich die Zeiten im Fußball verändern und die Dinge professionalisieren, kann man gut am Trainerstab ableiten. „Als ich angefangen habe, gab es einen Cheftrainer und mich als Co-Trainer“, blickt der heute 68-jähirge Peter Hermann im Gespräch mit dem „kicker“ zurück: „Da habe ich sogar noch kurzzeitig den Torwarttrainer übernommen. Das hat sich natürlich positiv verändert.“ Denn in einem Trainerstab mit Hermann Gerland, Danny Röhl, Toni Tapalovic für die Keeper und Dr. Holger Broich als Fitness-Chef muss sich Miroslav Klose als neuester Zugang nicht mehr um alles kümmern. Vielmehr soll ein speziell abgestecktes Aufgabengebiet für den Rekordtorschützen der deutschen Nationalmannschaft gefunden werden.

„Ich kann zwar nicht beurteilen, wie die Aufgaben jetzt bei Bayern definiert sind“, meint Hermann, „aber: Wenn man jetzt einen Miroslav Klose hat, der da mitmacht, ist das nur förderlich“. Einerseits erklärt Hermann das mit der Profivergangenheit des WM-Rekordtorschützen, andererseits mit seiner hervorragenden Ausbildung als Trainer: „Er war ein Top-Spieler, der sich nicht zu schade war, nicht direkt bei den Profis anzufangen, sondern in der Jugend. Das finde ich einen guten Weg. Da muss man vielleicht noch akribischer, noch mehr am ABC des Fußballs arbeiten. Man lernt den Beruf von der Pike auf. Es ist eine tolle Lösung mit Miro. Das finde ich richtig gut.“

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Stürmer-Coach Klose? „Das Spiel ist dafür viel zu komplex“

Bei seinem Dienstantritt sah man Miroslav Klose auffallend häufig im Einzelgespräch mit Robert Lewandowski. Klose betonte noch, dass eine genaue Fokussierung seiner Arbeit noch nicht geschehen ist. „Aber ich glaube schon, dass mein Fokus ein bisschen auf den Stürmern liegt.“ So einfach ist der moderne Fußball allerdings nicht mehr zu unterteilen, wendet Peter Hermann ein. Im heutigen Profifußball „kann man nicht sagen, dass sich ein Trainer nur um die Stürmer kümmert und einer nur um die Abwehrspieler. Das Spiel ist dafür viel zu komplex.“

Schließlich beginnt der Angriff bereits mit dem ersten Pass eines Abwehrspielers – oder beim FC Bayern sogar mit dem des offensiven Torhüters Manuel Neuer.  Und der erste Verteidiger ist die Sturmspitze, wenn sie ins Gegenpressing geht. Spezielle Expertise und Erfahrung auf Weltklasseniveau wie die von Miroslav Klose bringt eine Mannschaft aber dennoch natürlich voran. „Dafür sind größere Trainerstäbe und Spezialisten natürlich nützlich“, erläutert Hermann. „Wenn Miro Klose einem Spieler erklärt, wie man sich zum Beispiel bei Torabschlüssen besser verhalten kann, hört man schon genauer hin.“ Gerade für junge Angreifer wie Joshua Zirkzee ist ein Miroslav Klose im Trainerstab Gold wert.