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Nach Früchtl: Verleiht der FC Bayern auch Sarpreet Singh an Nürnberg?

Sarpreet Singh
Foto: Michael Titgemeyer/Getty Images

Der erste neuseeländische Profi beim FC Bayern München könnte bald – zumindest zeitweise – Geschichte sein. Denn nach einer überraschend starken Premierensaison bei der Zweitvertretung des FCB, könnte Sarpreet Singh per einjähriger Leihe an den Valzner Weiher zum 1. FC Nürnberg abgegeben werden. Der Club könnte sich zum neuen Ausbildungszentrum des früheren Konkurrenten aus München entwickeln. Mit Christian Früchtl wird bereits ein Torwarttalent vom FC Bayern nach Nürnberg verliehen.

Mit Dieter Hecking als Sportvorstand und dem jungen Trainer Robert Klauß hat der 1. FC Nürnberg endlich sein neues Führungsduo. Und die beiden sind mit viel Tatendrang an den Valzner Weiher gekommen. Christian Früchtl soll Druck auf Stammtorhüter Christian Mathenia aufbauen und diesen entweder zu seiner alten Leistungsstärke zurückbringen oder ihn eben zwischen den Pfosten ersetzen. Und auch im spielerisch arg limitierten Mittelfeld der Franken haben Hecking und Klauß eine Position erkannt, an der sie für die kommende Saison Hand anlegen und nachrüsten müssen.

Zunächst wurde über ein Interesse des FCN an Oliver Batista Meier spekuliert. Doch sowohl der Jungprofi hat dem Vernehmen nach andere Pläne, als auch Club-Coach Robert Klauß hat sein Auge vielmehr auf einen Mannschaftskameraden Batista Meiers bei der Reserve des FC Bayern geworfen: Sarpreet Singh. Mit Hanno Behrens, Johannes Geis, Fabian Nürnberger oder der Neuverpflichtung aus der Leipziger zweiten Reihe, Tom Krauß, verfügen die Nürnberger über einige zweikampfstarke und robuste Abräumer im Mittelfeld. Ein feiner Techniker ist aber keiner der hier genannten. Schon in der abgelaufenen Saison, die für den FCN in einer dramatischen Abstiegsrelegation und einen Klassenerhalt in letzter Sekunde mündete, war die fehlende Kreativität im Mittelfeld ein eklatantes Problem.

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Kommt mit Sarpreet Singh neuer Spielwitz zum 1. FC Nürnberg?

Bei der Reserve des FC Bayern München entwickelte sich Singh überraschend schnell zum zentralen Spieler. Erst im vergangenen Sommer wagte der jetzt 21-Jährige den enormen Sprung von Wellington Phoenix, der einzigen neuseeländischen Mannschaft in der australischen A-League, an die Säbener Straße zur Zweitvertretung des FCB. Die ersten vier Spieltage verpasste er zwar, da er am Trainingslager der Profis teilnahm. Doch nachdem Singh am fünften Spieltag sein Drittligadebüt feierte, verpasste er 14 Spiele lang keine einzige Minute. Bis er am 19. Spieltag wieder zur Profimannschaft berufen wurde. Insgesamt kam Singh, einer Rotsperre und zahlreichen Kaderberufungen zur Bundesligamannschaft des FC Bayern geschuldet, auf 22 Einsätze in der Dritten Liga. Bei diesen gelangen ihm beachtliche sieben Tore und ebensoviele Assists.

Mit der schnellen Akklimatisierung Singhs konnte vor der Saison nicht gerechnet werden. Erst 40 Spiele in der höchsten Spielklasse Ozeanies, der australischen A-League, standen für den Neuseeländer vor seinem Wechsel nach München zu Buche (neun Tore, acht Vorlagen). Dass er bei Bayern München schon in seinem ersten Jahr zu einer Säule der Reservemannschaft avancieren und seinen ersten Startelfeinsatz bei den Profis des deutschen Rekordmeisters (am 33. Spieltag gegen den SC Freiburg, außerdem eine Einwechslung) feiern würde, überraschte alle Experten. Nun könnte mit einem Leihwechsel nach Nürnberg die Chance folgen, sich auch in der Zweiten Bundesliga durchzusetzen.