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James rechnet mit Deutschland ab: „Habe mich gefragt, was ich eigentlich hier mache“

James Rodriguez
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Für den ehemaligen Bayernspieler James Rodriguez (29) bleiben es schwierige Zeiten. Nach seiner Rückkehr zu Real Madrid kam der Kolumbianer kaum noch zum Einsatz. Auch seine Zeit in Deutschland sind er im Nachhinein kritisch.

Wieso wollte James Rodriguez nicht beim FC Bayern München bleiben? „Es ist kalt dort. Die Deutschen sind auch kalte Leute, auch wenn ich beim FC Bayern fantastisch behandelt wurde“, so James gegenüber „Comutricolor“. „Der Klub hat mich sehr geliebt, aber es ist einfach kalt. Es gab Tage, da bin ich um neun Uhr morgens bei Eiseskälte in die Arbeit gegangen und ich habe mich gefragt: ‚Was mache ich eigentlich hier?'“

Nach zwei Leihjahren kehrte James im letzten Sommer zu Real Madrid zurück, obwohl ihn sein Klub gerne abgegeben hätte. Wechsel nach China, zum SSC Neapel oder zum Lokalrivalen Atletico wurden heiß diskutiert, zerschlugen sich allerdings. „Es ist frustrierend, denn ich weiß, dass ich die Qualitäten hätte, immer zu spielen“, so der Kolumbianer. In der vergangenen Saison kam er für Real Madrid nur in 14 Pflichtspielen (ein Tor, zwei Vorlagen) zum Einsatz. Allerdings plagten den 29-Jährigen auch einige Verletzungen.

2014 wechselte James Rodriguez für 75 Millionen Euro Ablöse nach einer starken Weltmeisterschaft mit Kolumbien von der AS Monaco zu Real Madrid. In seinem ersten Jahr konnte er voll einschlagen (29 Ligaspiele, 13 Tore, 13 Vorlagen). Doch er konnte dieses Niveau nicht ganz halten. Für Real Madrid lief James insgesamt in 125 Pflichtspielen auf (37 Tore, 42 Vorlagen). Für die Bayern absolvierte der Offensivmann in zwei Jahren 67 Partien (15 Tore, 20 Vorlagen).

„Ich will das nicht“ – diese Probleme hatte James Rodriguez in Deutschland

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Bei Real Madrid würde James gerne wieder eine größere Rolle einnehmen, „aber aufgrund anderer Leute kann ich das nicht“. Damit spielt der Kolumbianer wohl auf Trainer Zinedine Zidane (48) an, dessen Erfolg ihm allerdings recht zu geben scheint. Nach der Corona-Zwangspause holten die „Königlichen“ souverän die spanische Meisterschaft. „Wenn ich ein schlechter Spieler wäre und nicht spielen würde, wäre das ok und ich wäre ruhig. Aber ich bin jemand, der immer spielen, immer gewinnen will“, so James im Interview.

Der Wechselwunsch des 29-Jährigen scheint nun wieder größer zu werden: „Wenn ich zu einem anderen Klub gehe, kann ich wohl mehr spielen und noch einige Jahre glücklich sein. Wegen der Krise hat alles gestoppt, es gibt viele Klubs, die nicht mehr viel haben. Vielleicht geht es nach Italien, Spanien oder England. Vielleicht weiß ich das in ein paar Tagen, vielleicht aber auch erst in ein paar Wochen. Ich war schon in einigen guten Ligen. Es fehlen eigentlich nur noch Italien und die Premier League“, so James.

Nur nach Deutschland wird er wohl aller Voraussicht nach nicht mehr wechseln. Neben dem Wetter hat ihm auch die Mentalität zu schaffen gemacht: „Sie denken immer nur an die Arbeit. Sie sind wie Maschinen, das ist der Wahnsinn.“ Außerdem offenbarte James, dass er aufgehört hatte, Deutsch zu lernen: „„Ich habe dem Lehrer, den ich in den ersten vier Monaten hatte, gesagt: ‚Ich will weder meine noch deine Zeit verschwenden. Ich will das nicht.‘“