Champions League

Vier noch dabei: Wer ist besser – Triple-Bayern 2013 oder 2020er Mannschaft?

FC Bayern CL-Sieg 2013
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2013 sicherte sich der FC Bayern München mit einem Finalsieg gegen Borussia Dortmund in London das Triple. Die bittere Niederlage im Finale Dahoam gegen den FC Chelsea im Jahr zuvor war damit ausgemerzt. Eine legendäre Generation des FC Bayern und um ihren Kern auch der deutschen Nationalmannschaft war geboren. Nun hat die aktuelle Mannschaft die Gelegenheit den Helden von 2013 nachzueifern und ebenfalls das Triple mit einem Sieg über Paris Saint-Germain das Triple zu vervollständigen. Doch welche Mannschaft ist die stärkere? Vier Spieler von damals sind auch heute noch in der Aufstellung vertreten.

Neuer vs. Neuer: Wenn Alter auf einer Position ein Vorteil und kein Laster ist, dann auf der des Torhüters. Zu sehen ist dies bei Manuel Neuer. Schon 2013 war er einer der besten Keeper der Welt. Nachdem er aber durch ein schweres Verletzungstal gegangen ist, von vielen bereits in den Ruhestand geschickt wurde, sich aus diesem Loch aber wieder eindrucksvoll herausgekämpft hat, erreicht Neuer gerade auch persönlich noch einmal ein ganz neues Level. „Wenn ein Torwart älter wird, wird er keinesfalls schlechter“, urteilt Oliver Kahn. „Er wird im Grund immer ein Stück besser. Er ist jetzt 34, da kann man noch einige Jahre Torwart auf sehr hohem Niveau spielen. Manuel ist einfach einmalig.“ Und wenn es einer wissen muss, dann Oliver Kahn. Vorteil FCB 2020.

Davies vs. Alaba: Mit seiner Geschwindigkeit sorgt der erst 19-jährige Alphonso Davies für offene Münder bei den Zuschauern und Verzweiflung bei den Gegenspielern. Auch wenn er vermeintlich überspielt wurde, ein paar Meter Rückstand holt Davies in Sekundenschnelle auf. Doch der ein oder andere Stellungsfehler gehört auch (noch) zu Davies‘ Spiel. David Alaba war 2013 ebenfalls erst 20 Jahre alt, spielte aber wie ein Routinier. Im Zusammenspiel mit Franck Ribery waren die beiden die wohl beste linke Seite der Welt. Vorteil FCB 2013.

Alaba vs. Dante: 2013 war David Alaba Weltklasse als Linksverteidiger, 2020 ist er ebenso Weltklasse als Innenverteidiger. Aus der Verletzungsnot geboren, ist der Österreicher der Leader der Bayern-Abwehr geworden. Dante rückte 2013 lediglich für den verletzten Daniel van Buyten in die Mannschaft. Solide, aber sicherlich kein Vergleich zu David Alaba heute. Vorteil FCB 2020. 

Boateng vs. Boateng: Jerome Boateng stand 2013 als Innenverteidiger Nummer 1 im Aufgebot des FC Bayern. Er gewann das Triple, im Jahr darauf die Weltmeisterschaft, hielt seine Weltklasse über mehrere Jahre. Danach sank sein Stern beim FCB, Uli Hoeneß legte ihm öffentlich einen Abgang nahe. Doch Boateng blieb und ist aufgrund der Verletzungen von Niklas Stark und Lucas Hernandez in diesem Jahr wieder wichtig geworden – und stark. 2013 war er dennoch schneller und besser. Vorteil FCB 2013.

Kimmich vs. Lahm: Was für ein Duell. Philipp Lahm prägte die Position des modernen Außenverteidigers, reformierte die Position. Einer der größten Leader des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft. Neben dem Platz leise, auf dem Platz ein absolutes Vorbild. Joshua Kimmich sieht sich selbst im Mittelfeld, als Rechtsverteidiger hat er defensiv ab und an Wackler – auf Weltklasseniveau wohlgemerkt. Doch Philipp Lahm als Rechtsverteidiger zu überflügeln ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Vorteil FCB 2013.

Goretzka vs. Martinez: Leon Goretzka hat nicht nur körperlich enorm zugelegt, sondern auch taktisch. Als Box-to-Box-Spieler räumt er defensiv mit auf und ist extrem gefährlich in der Offensive. 2013 war aber Martinez der heimliche Star des FC Bayern. In Jupp Heynckes‘ Mannschaft war er der Staubsauger, stabilisierte die Mannschaft im Alleingang. Vorteil FCB 2013.

Thiago vs. Schweinsteiger: Fußballerisch ist Thiago über jeden Zweifel erhaben. Der 29-Jährige ist am Ball ein Magier, kann ganz allein einem Spiel seinen Rhythmus aufprägen. Bastian Schweinsteiger ist eine ganz andere Art Fußballer, mehr mit Herz als mit Hirn. Bastian Schweinsteiger verkörperte den FC Bayern wie kein anderer. Vorteil FCB 2013.

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Gnabry vs. Robben: Das Halbfinale gegen Olympique Lyon entschied Serge Gnabry fast im Alleingang. Zwei Treffer in der ersten Halbzeit ließen eine wacklige Anfangsphase vergessen machen. Doch solche Spiele sind noch zu selten von Gnabry. Arjen Robben schoss den FC Bayern 2013 zum Champions League Sieg über Dortmund. Und der Niederländer zeigte solche Ausnahmeleistungen am Fließband. Eine Konstanz, die sich Gnabry noch erarbeiten muss. Vorteil FCB 2013.

Müller vs. Müller: Thomas Müller ist Thomas Müller ist Thomas Müller. Einen zweiten wie ihn gibt es im Weltfußball nicht. Sein Spielstil hat sich von 2013 bis heute kaum verändert. Doch er musste mittlerweile auch ein Karrieretief durchschreiten, ist dadurch aber nur noch erfahrener geworden. Auf dem Platz hat sich Thomas Müller zu einer absoluten Führungspersönlichkeit entwickelt. Vorteil FCB 2020. 

Perisic vs. Ribery: Ivan Perisic erhielt im Halbfinale den Vorzug vor dem trickreicheren Kingsley Coman. Defensiv ist er die solidere Option, könnte daher auch im Finale gegen PSG in der Startelf stehen. Aber egal, ob Perisic oder Coman startet, dem Ribery von 2013 kann keiner der beiden das Wasser reichen. Fintenreich, flink, aber genauso zielstrebig und effektiv. Mit Arjen Robben bildete Publikumsliebling Ribery die wohl beste Flügelzange der Welt. Vorteil FCB 2013.

Lewandowski vs. Mandzukic: Der Kämpfer Mario Mandzukic passte gut in ein Team, das mit Robbery über enorme offensive Kreativität und Torgefahr von den Flügeln verfügte. Doch Robert Lewandowski ist das komplette Paket. Torjäger, kreativer Spielmacher, Vorkämpfer. Der routinierte Pole bündelt alles in einem Körper, der funktioniert wie eine Maschine. Nicht umsonst kämpfte Karl-Heinz Rummenigge dafür, dass die Weltfußballerwahl in diesem Jahr nicht ausfällt. Vorteil FCB 2020.

Fazit: In unserem Ranking triumphiert die FC Bayern Elf von 2013 mit 7:4 über die aktuelle Mannschaft. Man darf aber nicht vergessen: Viele Spieler des aktuellen Teams steheh erst am Anfang ihrer Blüte. Davies, Kimmich, Goretzka oder Gnabry haben noch unvorstellbares Entwicklungspotenzial und die Möglichkeit, die nächste goldene Mannschaft des bayerischen und deutschen Fußballs zentral zu prägen.