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Flick stärkt Löw den Rücken: „Müssen diese Aufgabe gemeinsam angehen“

Jogi Löw und Hansi Flick
Foto: Sascha Steinbach/Bongarts/Getty Images

Gut sechs Jahre ist es mittlerweile her, als das Erfolgsduo Joachim Löw und Hansi Flick die DFB-Elf in Brasilien zur Weltmeisterschaft führte. Während Löw derzeit von einigen Seiten Kritik erntet, ist der ehemalige Co-Trainer bei den Bayern der gefeierte Mann. Dieser nutzte bei der heutigen Pressekonferenz die Möglichkeit, seinem ehemaligen Kollegen den Rücken zu stärken.

Die Ausbootung des Erfolg-Trios Boateng, Hummels und Müller, die oft kritisierte Fünferkette und fehlende Resultate machen Joachim Löw derzeit zu einen umstrittenen Mann in Fußball Deutschland. Hansi Flick sieht das Problem jedoch nicht beim Bundestrainer persönlich, sondern nimmt alle Beteiligten in die Pflicht: „Jogi hat einen sehr guten Job gemacht. Wir Bundesliga-Vereine sind dafür da, dass wir Spieler ausbilden, die später in der Nationalmannschaft spielen. Diese Aufgabe müssen wir gemeinsam angehen“, fordert er.

In gewisser Weise ist es nämlich auch so, dass in der Nationalmannschaft geerntet wird, was in der Liga gesät wird. Schließlich verbringen die Spieler nur wenige Tage im Jahr im Kreise der Nationalmannschaft, was es schwierig macht Automatismen einzuspielen: „Ich weiß selbst, wie wichtig Trainingseinheiten sind, um seine Inhalte den Spielern zu vermitteln. Diese Einheiten hatte Jogi Löw nicht“, erklärt der ehemalige Co-Trainer. Demzufolge wirkten die Abläufe in den Partien wenig abgestimmt, egal ob sich das Löw-Team mit Vierer- oder Fünferkette agierte. „Ich habe mit der Nationalelf auch Momente erlebt, in denen wir etwas ausprobiert haben. Das ist auch die Pflicht eines Nationaltrainers“.

Flick fordert dazu auf, Ruhe zu bewahren

Im letzten Spiel gegen die Schweiz sah der Bayern-Coach durchaus positive Ansätze: „Rein vom fußballerischen war das Spiel gut. Man hat viele Chancen kreiert aber gegen den Ball viele Fehler gemacht“, so Flick. Nun ist der Bundestrainer in der Pflicht, die Schwierigkeiten in den nächsten Spielen abzustellen und das Team taktisch zu festigen. Schließlich warten bereits in der EM-Vorrunde mit Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal zwei echte Hammer-Lose. Für Flick ist es nun entscheidend, dass Löw die Vorbereitung ohne störende Nebengeräusche absolvieren kann: „Was da von außen interpretiert wird, tut dem Deutschen Fußball nicht gut“, befindet der 55-Jährige. Für Joachim Löw wohltuende Worte, nachdem unter anderem Lothar Matthäus, Olaf Thon oder Bastian Schweinsteiger zuletzt Kritik übten.