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Watzke über den FC Bayern: „Haben die beste Mannschaft der Welt“

Hans-Joachim Watzke
Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

Gut acht Jahre ist es mittlerweile her, dass Borussia Dortmund den letzten deutschen Meistertitel erringen konnte. Mit Ausnahme des Pokal-Triumphes im Jahr 2017, gelang den Schwarz-Gelben kein nennenswerter Titelgewinn mehr. Geschäftsführer Hans Joachim Watzke sieht den Grund jedoch nicht beim eigenen Team, sondern vor allem beim kaum zu bezwingenden Konkurrenten FC Bayern München.

Für den Großteil der Liga zu stark, für die ganz großen Erfolge jedoch zu schwach: Borussia Dortmund wandelte in den letzten Jahren meist zwischen den Welten. Für Geschäftsführer Watzke ist der Grund dafür klar. „Wir haben in den letzten Jahren keine Titel geholt, weil Bayern die beste Mannschaft der Welt hat. Das ist die Wahrheit“, legt er sich fest. Dabei relativiert Watzke sogar die Meisterschaften aus früheren Jahren. „Am Ende des Tages haben wir früher Meisterschaften gewonnen, weil Bayern noch nicht auf dem Niveau war. Damals konntest du mit 78 oder 80 Punkten immer Meister werden“, so der 61-Jährige.

Der Blick auf die letzten Jahre beweist jedoch, dass die Borussia mit der Punktzahl aus der Saison 2011/2012 (81 Punkte) noch zwei weitere Titel eingefahren hätte. So kamen die Münchner in den Saisons 2014/15 (79 Punkte) und 2018/19 (78) auf etwas weniger Zähler. Unrecht hat Watzke mit seiner These dennoch nicht, zumal die Bayern erst nach der 81-Punkte-Saison der Borussen, die 80-Punkte-Marke erstmals knackte. Insbesondere in den Spielzeiten 2013/14 (91 Punkte), 2014/15 (90 Punkte) 2015/16 (88 Punkte) zogen die Bayern einsam ihre Kreise. Aufgeben möchte der BVB-Geschäftsführer zwar nicht, so hört sich wahrer Optimismus dennoch anders an. „Wir müssen immer weiter versuchen, näher an die Bayern ranzukommen. Wir müssen aber nicht so tun, als gäbe es die Bayern nicht. Wenn es so einfach wäre: Warum schaffen es die anderen 16 Vereine nicht?“, so Watzke.

Watzke von Bayerns Müller beeindruckt: „Das imponiert mir“

Viele Experten sprachen vor der Saison von einer großen Chance für die Bayern-Rivalen. Wenngleich die Münchner auf weite Teile der Vorbereitung verzichten mussten und durch die vielen Pokal-Wettbewerbe mehr Spiele absolvieren müssen als die Konkurrenz, relativierte zuletzt ausgerechnet ein Bayern-Spieler den Terminstress. Die Rede ist von Thomas Müller, der das viel diskutierte Thema nicht nachvollziehen kann. Eine Einstellung, die auch BVB-Geschäftsführer Watzke gefällt. „Das imponiert mir. Vieles was unter Müdigkeit abgestempelt wird, spielt sich im Kopf ab. Wenn du dir einredest, dass du kaputt sein musst, wirst du dich weniger dagegen wehren können, als wenn du positiv herangehst“, gibt er dem Bayern Urgestein recht. Ein Vorteil für den BVB ist möglicherweise, dass man mit der jungen Garde um Sancho, Haarland, Bellingham und Reyna noch unverbrauchte Spieler zur Verfügung hat. Während Uli Hoeneß den Jungendkurs kritisierte, rechtfertigte Watzke diesen erneut. „Ich weiß nicht, ob er das aus der Ferne so gut beurteilen kann. Bayern hat viel mehr Geld, aber wir haben ja auch ein paar Titel gewonnen“, schlägt er zurück.