Bundesliga

Bundesliga-Klubs sprechen sich gegen einen Länderspiel-Boykott aus

Deutsche Nationalmannschaft
Foto: Martin Rose/Getty Images

TSG-Sportchef Alexander Rosen hat sich für einen Boykott der kommenden Länderspielphase im November ausgesprochen. Laut dem 41-Jährigen überlegen die Hoffenheimer ernsthaft ihre Nationalspieler im Zuge der Corona-Krise nicht mehr abzustellen. Viel Anklang für diese Idee findet Rosen innerhalb der Liga jedoch nicht.

Zwei Hoffenheimer hatten sich bei Länderspielen-Reisen im Oktober mit Corona infiziert, darunter auch Top-Torjäger Andrej Kramaic. Für die Verantwortlichen bei den Kraichgauern ist dies kein hinnehmbarer Zustand mehr, wie Rosen am Samstag gegenüber Sky betonte: „Zur Not müssen wir darüber nachdenken, die Jungs nicht gehen zu lassen“.

Spieler und Verantwortliche in der Liga sehen dies anders. Auch wenn man die Spielansetzungen der UEFA/FIFA kritisiert, wäre kaum jemand bereit dazu die Länderspiele zu boykottieren. Laut Leverkusen-Sportboss Rudi Völler ist ein Boykott nicht durchsetzbar: „Ein Boykott von Länderspielen ist gar nicht möglich. Ich persönlich finde die Abstellungsperioden gut, aber ein drittes Spiel in diesem Zeitraum ist grenzwertig. Ich kann aber die Verbände auch verstehen, dass es bei ihnen weitergehen muss“.

„Es ist wichtig, dass man gemeinsam einen Konsens findet“

Auch Bayern-Cheftrainer Hansi Flick schloss solch ein Vorgehen aus: „Alle meine Spieler spielen sehr gerne für die Nationalmannschaft. Weil es eine Ehre ist. Es ist wichtig, dass man gemeinsam einen Konsens findet“.

Die gleiche Meinung teilt auch Leverkusen-Torwart Lukas Hradecky: „Ich werde niemals meine Nationalelf boykottieren. Ich liebe es, für mein Land zu spielen. Aber die Fifa muss mehr Verständnis für Vereine aufbringen, sollte auf zusätzliche Test-Länderspiele verzichten“.

Gladbach-Manager Max Eberl verwies darauf, dass weder die nationalen Verbände einen Alleingang anstreben sollten, genauso wenig wie die UEFA und FIFA: „Ich bin ein bisschen zwiegespalten. Ich verstehe Rosen auf der einen Seite. Aber wir dürfen auch nicht die Arroganz haben, dass jetzt nur noch die Ligen spielen dürfen. Wir sind im Fußball eine große Solidargemeinschaft“.