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Bayern gegen Dortmund: Die spektakulärsten Bundesliga-Duelle des Klassikers

Arjen Robben und Neven Subotic
Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images

Bayern gegen Dortmund: Der ewig junge Klassiker feiert am Samstag seine 126. Auflage. Insgesamt 62-mal bezwangen die Münchner den BVB, 33-mal gewannen die Dortmunder. Wie es zu Spitzenspielen dazugehört, brachte die Vergangenheit einige spektakuläre Momente, an die man sich auch Jahre später gerne erinnert.

Wer an Dortmund gegen Bayern denkt, hat vermutlich erstmal die legendäre Wembley-Nacht vor Augen. Doch auch die Bundesliga-Partien hatten in der Vergangenheit einiges an Dramatik und Spannung zu bieten, wenngleich die Münchner in den letzten Jahren auch immer wieder Kantersiege landen konnten.

Super-Keeper Koller kann Bayern-Sieg nicht verhindern

Einen denkwürdigen Nachmittag erlebten die beiden Fanlager am 9. November 2002. Während die heutigen Duelle meist auch spielerische Leckerbissen sind, war dies ein zerfahrenes und von Kampf geprägtes Duell. Der BVB ging bereits in der achten Minute in Führung, nachdem Koller einen Abschluss von Ambrosio unhaltbar abfälschte. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben, bei dem der tschechische Stoßstürmer im Fokus stand.

Jan Koller
Foto: Stuart Franklin/Getty Images

Bis zur Halbzeit war das Spiel für die Münchner schwere Kost, die sich mit der harten Dortmunder Gangart schwertaten. Diese sollte jedoch bald auf die Borussen zurückfallen. Während Dede in der 36. Minute platzverweisgefährdet runter musste, flog Torsten Frings nach zwei derben Fouls innerhalb von zwei Minuten vom Platz. Die Münchner nutzten ihre Überzahl und kamen durch Santa Cruz zum Ausgleich. Nur vier Minuten später überschlugen sich die Ereignisse. Erst traf Pizarro zur 2:1 in Führung, dann sah Jens Lehmann, der den Peruaner irrtümlicherweise im Abseits sah gelb-rot, da er sich lautstark beim Schiedsrichter beschwerte. Besonders bitter: Da Dortmund bereits dreimal gewechselt hatte, musste ein Feldspieler ins Tor. So kam es zum sensationellen Torwart-Debüt des 2,02-Meter-Riesen Jan Koller, der sich sehr geschickt anstellte und ohne Gegentor blieb. Am Ende nützt es nichts: Koller wurde vom Kicker zum „Spieler des Spiels“ ausgezeichnet, Dortmund verlor trotzdem mit 1-2.

Der Beginn eines Dramas: Bayern lässt letzte Chance liegen

Wir schreiben den 11. April 2012, den Tag, an dem die Borussia die Vormachtstellung der Bayern auch in der Öffentlichkeit fürs Erste brach. Nachdem die Dortmunder bereits 2010/11 Meister wurde, standen die Münchner am 30. Spieltag mit sechs Zählern Rückstand erneut mit dem Rücken zur Wand. Doch der Rekordmeister kam wie in den vergangenen drei Duellen mit dem Klopp-Fußball der Borussen nicht zurecht. So schafften sie es erst nicht, die Abwehr der schwarz-gelben zu durchbrechen und gerieten in der 77. Minute sogar in Rückstand. Herbeigeführt ausgerechnet vom späteren Bayern-Torjäger Robert Lewandowski. Noch schmerzhafter dürfte den Münchnern jedoch die Szene in der 86. Minute in Erinnerung bleiben. Die letzte Chance auf den Meistertitel lies Arjen Robben mit einem verschossenen Elfmeter liegen, während sich Subotic mit einer herablassenden Geste jubelnd vor dem Holländer aufbaute. Ein Bild mit Symbolcharakter. Für die Münchner und Robben nur der Beginn eines Alptraums. So verloren die Bayern anschließenden sowohl das „Finale Dahoam“ gegen Chelsea als auch das Pokal-Finale mit einer 2-5-Pleite gegen den BVB.

Kimmichs Geniestreich lässt Bayern vorzeitig jubeln

FC Bayern vs. Borussia Dortmund
Foto: Federico Gambarini/Pool via Getty Images

Umgekehrt waren die Voraussetzungen bei der letzten Bundesliga-Begegnung am 26. Mai 2020. Nach 27 Spielen lagen die Münchner mit vier Punkten vor den Borussen. Diesmal war es also für den BVB die letzte Chance auf den Meistertitel. Doch auch die schwarz-gelben scheiterten an dieser Bürde. Während viele Duelle in der Vergangenheit auf Kampf beruhten, ging es diesmal auffällig ruhig zu. Es war ein taktisch geprägtes Spiel, bei dem insgesamt nur 15 Schüsse abgegeben wurden. Am Ende fand davon auch lediglich einer den Weg ins Ziel. Dieser dürfte jedoch als einer der schönsten Treffer in die Geschichtsbücher des Klassikers eingehen. So war es Joshua Kimmich, der die Partie in der 43. Minute mit einem herrlichen Lupfer aus 20 Meter entschied. Der sichtlich erstaunte Roman Bürki hatte dem Geniestreich des 25-Jährigen nichts entgegenzusetzen. Die Bayern gewannen und sicherten sich schlussendlich klar den Titel.