FC Bayern News

Brehme wird 60: Der Weltmeister von 1990 plaudert über seine Bayern-Zeit und Flick

Andy Brehme
Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Andreas Brehme hat zweifellos eine bewegte Karriere hinter sich, die er im Jahr 1990 krönte, indem er Deutschland zum Weltmeistertitel schoss. In seiner langen Profi-Laufbahn spielte er auch zwei Jahre für den FC Bayern als Teamkollege von Hansi Flick. Nun feiert der WM-Held seinen 60. Geburtstag. Im Interview mit fcbayern.com blickt er auf alte Zeiten zurück und erklärt, dass der Erfolg von Hansi Flick nicht von ungefähr kommt.

Im Alter von 25 Jahren wechselte Brehme vom 1. FC Kaiserslautern an die Isar. Zwar gehörte die Zeit bei den Bayern trotz des Titelgewinns im Jahr 1987 nicht zu seiner aller besten, so kam er in den zwei Jahren trotz allem auf insgesamt 57 Spiele für die Münchner. Nun verrät der 60-Jährige wie es zum Wechsel kommen konnte. Wir hatten ein Länderspiel in München und Karl-Heinz Rummenigge meinte: ‚Morgen fahren wir zu Uli Hoeneß nach Ottobrunn, vom Mannschaftshotel in Unterhaching ist das ein Katzensprung.‘ Ja, und da saßen wir bei Uli Hoeneß zu Hause und haben uns bald geeinigt. Ich wollte unbedingt zum FC Bayern, und ich bin bis heute froh und stolz, dass ich für diesen Verein spielen durfte“, verrät er. Neben großen Charakteren, wie Lother Matthäus, Jupp Heynckes und Udo Lattek, befand sich auch der aktuelle Bayern-Coach Hansi Flick zu dieser Zeit in München.

Brehme über Mitspieler Flick: „Er konnte das Spiel lesen“

„Hansi war unheimlich wichtig für die Mannschaft. Er war unser Defensivmann, hat die Lücken geschlossen und sich auch nach vorne eingebracht. Wir hatten damals ein super Klima im Team, Hansi war da ein wichtiger Teil“, lobt Brehme, der die große Trainer-Karriere seines Mitspielers schon kommen sah. „Ich denke, er lässt viel von dieser Zeit nun in seine Tätigkeit als Trainer einfließen. Dass er jetzt so gute Arbeit als Coach abliefert, überrascht mich nicht. Er war schon in Hoffenheim und beim DFB sehr stark,“ kennt er an. Der Grund hierfür liegt laut Breme in seinem überragenden Spielverständnis, welches ihm bereits als Spieler auszeichnete. „Hansi ist sehr wach gewesen, hat alles aufgesogen, hat auch für sich als Spieler neben dem Platz viel ausprobiert, um immer Höchstleistung zu bringen. Und er hatte das Spiel als zentraler Defensivmann immer vor sich. Er konnte es lesen. Das hilft dir, wenn du als Coach deine Philosophie entwickelst und umsetzt,“ erklärt er. Eine Philosophie, die bei den Münchnern sofort zum Erfolg geführt hat. „Das ist gerade die beste Mannschaft der Welt, keine Frage. Sie haben die Champions League so souverän wie lange kein Klub mehr gewonnen,“ so Brehme.

Als ehemaliger Linksverteidiger, hat der gebürtige Hamburger auch für Youngster Alphonso Davies positive Worte übrig. Wie er durchgestartet ist, ist Weltklasse. Er muss weiter an sich arbeiten, und bei so einem jungen Spieler brauchst du immer Menschen wie Hansi, Uli oder Karl-Heinz, die ihn auf Kurs halten. Aber von der Veranlagung her bringt er alles für eine richtig große Karriere mit. Er darf nicht abheben, dann wird er den Fans noch viel Freude bereiten“, so der Weltmeister von 1990. Bezüglich seiner eigenen Zukunft, zeigt sich dieser ganz bescheiden: Gesundheit. „Das ist gerade jetzt das Wichtigste. Und dem FC Bayern wünsche ich, dass sie die Champions League verteidigen“, erklärt er.